Das sind im wahrsten Sinne des Wortes recht hohe Ziele. Der Regierungskoordinator für die deutsche Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze, wirbt für eine - vorerst noch unbemannte - deutsche Mondlandung.
Sie sei "im Laufe des nächsten Jahrzehnts, etwa 2015" denkbar, so der Koordinator wörtlich. Das Unternehmen würde etwa 1,5 Milliarden Euro kosten. Man fragt sich allerdings, was ein derart unrealistischer Vorschlag soll.
Zwar steht außer Frage, dass die weitere Erforschung unseres unmittelbaren Nachbarn im Kosmos von hohem wissenschaftlichen Interesse ist. Da hat Hintze durchaus recht. Immerhin haben nicht nur Amerikaner und Russen den Mond in letzter Zeit sozusagen neu entdeckt - nachdem er zuvor 20 Jahre lang von nicht einer einzigen Forschungssonde mehr angeflogen worden war. Vielmehr haben auch Japan, China und selbst Indien sich mittlerweile mit eigenen Mondsonden in die Erforschung des Erdtrabanten eingeschaltet.
So besehen, stände es Deutschland also nicht nur als wichtiger Industrienation sondern auch als traditioneller Wissenschaftsnation gut an, sich an der zweiten Etappe der Monderforschung mit eigenem Gerät zu beteiligen. Immerhin hat man hierzulande viel erstklassiges Raumfahrtgerät entwickelt, wie etwa spezielle Hochleistungskameras, vielerlei Sensoren und andere Apparaturen, die inzwischen auf diversen Satelliten und Sonden - auch amerikanischen - eingesetzt sind.
Auf der anderen Seite muss man ganz klar sehen, dass derart kostspielige Missionen, wie sie jetzt von Hintze vorgeschlagen werden, keinerlei reelle Realisierungschancen haben. In dieser Hinsicht steht der Vorschlag des Koordinators für Luft- und Raumfahrt in der traurigen Tradition der deutschen Weltraum-Politik, die immer mehr oder minder vor sich hin kümmert, sich zu keinem großen, attraktiven Unternehmen durchringen kann, bis sie dann Missionen andenkt, die zwei Nummern zu groß sind. So geschehen etwa auch mit dem bemannten, einstufigen deutschen Weltraum-Transporter Sänger, der nach viel Vorschuss-Lorbeeren sang- und klanglos beerdigt wurde.
So muss man sich angesichts von Hintzes neuem Vorschlag in Sachen Mond denn auch fragen, ob er seinen letzten, erst zwei Jahre alten Vorschlag und dessen trauriges Schicksal bereits vergessen hat. Damals war nur von einer bescheidenen, nur um den Mond kreisenden und nicht dort landenden Sonde die Rede. Sie sollte nur etwa 350 Millionen Euro kosten, konnte aber nicht finanziert werden. Recht schlechte Aussichten also für Hintzes neue 1,5 Milliarden-Euro-Idee - so hübsch sie auch klingen mag.
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