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02.02.2010
Wenn die Neubaustrecke fertig ist, halbiert sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm auf eine halbe Stunde.

 (Bild: AP) Wenn die Neubaustrecke fertig ist, halbiert sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm auf eine halbe Stunde. (Bild: AP)

Ende der Kriech-Züge?

Zum Baubeginn des Bahnhofs Stuttgart 21

Von Reinhard Nürnberg

Lange hat es gedauert - und es war eine schwere Geburt, das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21. Aber es ist gut, dass damit der weitere Ausbau der europäischen Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetze vorankommt.

Die Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Ulm ist noch immer ein Nadelöhr auf der Linie von Paris über München nach Bratislava und Budapest. Die sonst so schnellen ICE-Züge müssen sich quer über die Schwäbische Alb quälen und verlieren wertvolle Zeit. Wenn die Neubaustrecke fertig ist, halbiert sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm auf eine halbe Stunde. Das kommt allen Reisenden, egal ob sie große Strecken zurücklegen oder eher regional unterwegs sind, zugute.

Für den Großraum Mittlerer Neckar bringt Stuttgart 21 eine bessere Verkehrsanbindung - und gut ist es auch, den Flughafen direkt ans Bahnnetz anzuschließen. Für die Stadt Stuttgart bringt das Projekt einen kompletten neuen Stadtteil - dort, wo die alten Gleiskörper waren, wenn die neuen Schienen unterirdisch verlegt worden sind. Trotz aller Vorteile hat Stuttgart 21 aber seit über 15 Jahren für politischen Zündstoff in Baden-Württemberg gesorgt. Es verschandele das Stuttgarter Stadtbild, sagen die Kritiker, es bedeute eine jahrelange Baustelle in der Innenstadt, von einer "Operation am offenen Herzen" warnen die Gegner. Und - das ganze Projekt ist ihnen zu teuer.

Und es gab auch schon von Anfang an Gegenvorschläge, die ebenfalls Hochgeschwindigkeits-Bahnverkehr durch Stuttgart erlaubt hätten, das Ganze aber eine Nummer kleiner und billiger gerechnet haben. Und schließlich konnten die Betreiber nicht die Bedenken aus dem Weg räumen, dass das ganze Projekt zum Schluss doch noch viel mehr kosten wird als die bislang veranschlagten 4,1 Milliarden Euro. Ob es zu einer unbeherrschbaren Kostenexplosion kommen wird, wie es die Gegner voraussagen, sei dahingestellt -, aber dass es teurer wird, damit ist zu rechnen - bei derartigen Bau-Großprojekten, mit vielen Kilometern Tunnelstrecken, da wäre es geradezu ein Wunder, wenn die Kosten im geplanten Rahmen bleiben würden. Schon in den letzten Jahren sind die Berechnungen immer weiter gestiegen.

Aber es wird so kommen wie bei vielen anderen Bauprojekten, gegen die es heftigen Widerstand gegeben hat: Wenn es dann einmal fertig ist und man schön schnell Bahn fahren kann, dann werden die meisten ja doch sagen: Gut, dass wir es gemacht haben.


 
 

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