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16.05.2012
Hunderte Düsseldorfer Fans stürmten das Spielfeld vor dem Abpfiff. (Bild: picture alliance / dpa / Roland Weihrauch) Hunderte Düsseldorfer Fans stürmten das Spielfeld vor dem Abpfiff. (Bild: picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Sportlich nicht hinnehmbar

Vereine müssen Kontrollen an den Stadien verschärfen

Jonas Reese, Freier Redakteur

Dortmund, Rostock, Frankfurt, Köln, Karlsruhe und jetzt Düsseldorf - das ist die Landkarte der Fangewalt dieser abgelaufenen Bundesligasaison. In all diesen Städten kam es zu Fanausschreitungen, Übergriffen, Gewalt und Spielverzögerungen.

Das Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin scheint sich also nahtlos in die beunruhigenden Vorfälle dieser Spielzeit einzufügen. Scheinbar.

In diesem speziellen Fall, darf man nicht gleich in die gewohnte Hooligan-Rhetorik einschwenken.

Im Düsseldorfer Stadion kam es sich nicht zu Ausschreitungen. Es waren keine Randale von aggressiven Ultras oder Schlägertrupps, wie in den anderen genannten Orten.

Im Düsseldorfer Stadion rannten einige hundert Menschen auf den Rasen. Keine aggressiven Hooligans, sondern normale Fans, darunter Jugendliche und Frauen. Manche von ihnen rissen in ihrem Überschwang Stücke des Rasens als Andenken heraus, manche schwenkten ihre Fahnen und manche zündeten Feuerwerkskörper in der Mitte des Platzes. Das alles passierte auch während der Meisterschaftsfeier von Borussia Dortmund. Dort war es Ausdruck des überbordenden Jubels und niemand beklagte sich.

In Düsseldorf passierte das alles jedoch, obwohl das Spiel noch nicht beendet war. Und das ist der große Unterschied und das Hauptärgernis. Es ist sportlich nicht hinnehmbar und es handelt sich um einen klaren Regelverstoß, falls die Zuschauer so früh auf das Spielfeld vorgelassen wurden. Das muss der Deutsche Fußball Bund nun ermitteln.
Das alles besitzt jedoch eine völlig andere Dimension, als die Fangewalt der vergangenen Wochen in deren Reihe der Düsseldorfer Abend nun ständig eingeordnet wird.

Ja, Gewalt und Fanausschreitungen sind ein Problem in der Fußballbundesliga. Und der gestrige Abend ist kein Beispiel dafür, aber ein Beispiel, wie mangelhaft sich alle Beteiligten mit diesen Problemen auseinandersetzen.

Die Medien: Sie schreiben und senden nun unisono von Randalen, Auschreitungen und Gewalttätern.

Politik und Vereine schieben sich gegenseitig jeweils die Verantwortung zu. Der Fußball beteuert, es sei eine gesellschaftliche Aufgabe mit den Problemfans umzugehen. Der Staat dagegen sieht die Vereine in der Pflicht, schließlich sind es ja ihre Fans, die sich nicht benehmen können.

Beide Seiten haben Recht und können deswegen auch nur gemeinsam das Problem lösen. Die Vereine besitzen jedoch, wie Innenminister Friedrich betont, dabei in der Tat eine besondere Verpflichtung.

Die Vereine müssen endlich ihre Kontrollen an den Stadien verschärfen. Sie müssen außerdem wieder mehr Nähe zu ihren Fangruppen suchen und sich über gezielte soziale Arbeit mit ihren Problemfällen auseinandersetzen. Genügend Mittel dafür dürften die Clubs spätestens nach den neuen lukrativen Fernsehverträgen besitzen.

Es sind Gelder aus der Gesellschaft, die die Vereine nun teilweise wieder in die gesellschaftlichen Problemzonen zurückgeben sollten.


 
 

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