Demonstranten auf dem Taksim-Platz in Istanbul (Bild: picture alliance / dpa / Romain Beurrier / Wostok Press)
Seit über einer Woche demonstrieren Zehntausende Menschen in Istanbul und anderen großen Städten in der Türkei gegen die Politik Tayyip Erdogans. Zafer Sencak glaubt nicht, dass der Ministerpräsident die Lage in seinem Sinne in den Griff bekommt.
Der Ministerpräsident selbst forderte nach seiner Rückkehr von einer Auslandsreise ein sofortiges Ende der Demonstrationen. Die Proteste gegen ein Bauprojekt in Istanbul seien längst in "Vandalismus und Gesetzlosigkeit" umgeschlagen. Diese bewusste Demonstration von Stärke ist typisch für Erdogan, und sie ist Teil des Problems: Viele Bürger vor allem in den Städten werfen ihm einen zunehmend autokratischen Regierungsstil vor.
Der Schriftsteller Zafer Senocak wurde in Ankara geboren, wuchs in Istanbul und München auf und lebt seit 1989 in Berlin. Publizistisch beschäftigt er sich auch mit islamischer Tradition und türkischer Identität in der Moderne. Karin Fischer hat ihn zu den Hintergründen der Proteste befragt.
Die Menschen in der Türkei haben nun endlich angefangen, sich für ihre Umwelt zu engagieren, so Senocak. Dieser Kulturkampf sei dringend nötig. Die Eskalation sei auf den autoritären Politikstil Erdogans zurückzuführen, der aus einer hierarchischen Tradition stamme.
Das vollständige Gespräch mit Klaus Mainzer können Sie mindestens bis zum 9. November 2013 in unserem Audio-on-Demand-Player hören.