Als "teuerste Kürzungspolitik aller Zeiten" hat die Leipziger Volkszeitung in dieser Woche die Hartz-IV-Reform bezeichnet, nachdem bekannt wurde, dass die Kosten dafür aus dem Ruder laufen. Inzwischen wird eine Generalrevision der Hartz-Gesetze gefordert, auch, weil sie das angestrebte Prinzip "Fördern und Fordern" bislang eher auszuhöhlen als zu stärken scheinen.
Die Debatte um Rezepte gegen die Arbeitslosigkeit ist Wasser auf die Mühlen des Wirtschaftsexperten und Publizisten Wolf Lotter, dem Gründer des Wirtschaftsmagazins "brand eins". In seinem neuen Buch redet er dezidiert einer "Kultur der Verschwendung" das Wort. Vor dem Hintergrund des Verlustes der alten, dem Industriekapitalismus geschuldeten gesellschaftlichen "Betriebssysteme" plädiert er für einen neuen Kapitalismus, der Verschwendung und Konsumismus als wichtigste wirtschaftliche Kraft unserer Zeit ernst nimmt.
Claudia Henne hat Wolf Lotter dazu befragt. Das Buch "Verschwendung. Wirtschaft braucht Überfluss" ist im Hanser Verlag erschienen.
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