Seit einigen Wochen herrscht an vielen deutschen Universitäten und Hochschulen der Ausnahmezustand. In über 35 Städten demonstrieren Studierende für eine Verbesserung der Studienbedingungen.
Die Nachwuchsakademiker fordern unter anderem Korrekturen bei den Bachelor- und Masterstudiengängen, die Abschaffung der Studiengebühren sowie eine bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten durch Bund und Länder.
Die universitären Einrichtungen sind chronisch unterfinanziert, was sich vor allem im Zustand vieler Bauwerke niederschlägt: An vielen Hochschulgebäuden ist ein eklatanter Sanierungsstau zu beobachten, was vor allem in Form von maroden Fenstern, feuchten Seminarräumen, fehlenden Brandschutzvorrichtungen oder auch einer veralteten sonstigen Infrastruktur zutage tritt. So zum Beispiel im vergangenen Jahr an der Universität Köln: Hier musste ein gesamter Hörsaalkomplex geschlossen werden, da hier die Deckenbeleuchtung abzustürzen drohte.
Der Sanierungsstau betrifft vielerorts vor allem Gebäude, die in der Boomphase des Hochschulbaus in den 60er- und 70er-Jahren entstanden sind. Diese Einrichtungen bedürfen nun nach knapp 40 Jahren einer Generalüberholung, nicht zuletzt, weil - so ein vielfach geäußerter Vorwurf - viele Bundesländer ihren Sanierungspflichten aus den laufenden Haushalten nicht ausreichend nachgekommen sind.
Doch wie sollen die Bundesländer die fehlenden Milliardenbeträge aufbringen, und das in möglichst überschaubarem, realistischen Zeitrahmen? Nach der Föderalismusreform im Jahre 2006 bekamen sie die alleinige Zuständigkeit für den Hochschulbau zugewiesen.
Im Rahmen des Konjunkturpaketes II stellte der Bund im vergangenen Jahr für Baumaßnahmen an den Hochschulen noch einmal 6,23 Milliarden Euro bereit. Doch diese Finanzspritze ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Laut Hochschulrektorenkonferenz werden für akute Sanierungsmaßnahmen mindestens 25 Milliarden Euro benötigt.
Wie also kann die Sanierung von maroden Universitätseinrichtungen forciert werden? Sind möglicherweise "Public-Private-Partnership-Programme" ein Weg, die Lehrbedingungen zu verbessern? Welche Auswirkungen haben marode Universitäten auf die Qualität der Lehre? Über das Thema "Lehren und Forschen in Ruinen - Sanierungsfall Hochschulgebäude" diskutieren:
- Prof. Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein Westfalen,
- Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU-Braunschweig,
- Prof. Wolfgang Herrmann, Präsident der Exzellenzuniversität TU München.
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