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22.10.2003
Hans-Dietrich Genscher (Bild: AP) Hans-Dietrich Genscher (Bild: AP)

Neue Vorschläge von Mitte-Rechts für die Staatsoper

Angela Merkel, Wolfgang Gerhardt und Co stellen ihre Pläne für die Berliner Opernlandschaft vor

Günter Hellmich

Der Regisseur der neuesten Aufführung des Dramas "Die Berliner Opernlandschaft" heißt Hans-Dietrich Genscher, und ist nicht nur Politiker im Ruhestand mit guten Beziehungen, sondern auch noch Vorsitzender des Fördervereins der Lindenoper. Gegeben wurde das in Art einer Pressekonferenz inszenierte Stück im repräsentativen Rahmen des Goldstuck verzierten Apollosaals der Staatsoper. Umrahmt von erprobten Darstellern der Bundestagsbühne wie Angela Merkel , Wolfgang Gehrhard und Peter Gauweiler präsentierte Genscher sein Werk die Bundesoper. Damit den Hauptstadtjournalisten klar wurde das auch sie hier eine Rolle zu spielen haben, hatte man den etwa zweihundert Leute fassenden Raum mit Publikum gefüllt: Mitarbeiter der Staatsoper, die das ihnen vorgeführte gelegentlich mit freundlichem Beifall bedachten.

Star der verspäteten Matinée, war zweifellos Angela Merkel.

Aus der Linden- soll eine Bundesoper werden. Beschlossen und Verkündet zumindest als Antrag und schwarz auf weiß verteilt als Bundestagsdrucksache. Die Gründe sind nicht nur zwingend sondern geradezu historisch, weiß der Regisseur, denn die Oper war ja die preußische Staatsoper

Und weil man heute weg will von den Mischfinanzierung muss am besten der Bund allein ins Portemonnaie greifen . Gesncher hat so gar die Rechtsgrundlage dafür ausgegraben.

44 Millionen Euro an Subventionen kostet die Staatsoper derzeit das Land Berlin - die Gretchenfrage aus welchem Etat soll der Bund das künftig allein finanzieren.

O ja an dieser Stelle ist der Text im Stück wohl noch etwas schwach. Genauso an der Stelle, wo gefragt wird, warum denn ausgerechnet jetzt, wo die von Kulturstaatsministerin Weiß ersonnene gemeinsame Stiftung für die drei Berliner Opern schon auf den landesgesetzlichen Weg gebracht wurde. Erst der CDU/FDP Antrag verabschiedet wurde. Man wollte ja eine überparteiliche Lösung, aber die anderen mochten einfach nicht mitmachten. Jedenfalls freut sich Daniel Barenboim als entschiedener Gegner der gemeinsamen Stiftung über die Initiative. Er schickte einen Brief aus Japan, und verschaffte seinem Intendanten die Rolle des Vorlesers aus dem off.

Bleibt noch der bejubelte Auftritt des Bayern Gauweiler im Trachtenjanker der Länderkulturhoheit hin oder her die Nationaloper pries, jetzt kriegen wir Deutschen auch eine Mailänder Scala und Wien ist ja auch ein schönes Vorbild.
Vor allem aber gibt's Grund für gute Stimmung


 
 

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