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 Lange Nacht
 Sendung vom: Samstag 22.01.2000   • 23:05

"Tages Arbeit! abends Gäste!..."
Eine Lange Nacht der Feste und Rituale
Fiesta
Moderation:  Hellfried Brandl
 Sibylle Hoffmann
Studiogäste:  Prof. Arthur E. Imhof
 Dr. Herrad Schenk

Rituale und Feste als regelmäßig wiederkehrende Handlungs- und Kommunikationsabläufe prägen unsere Gesellschaften, ganz gleich, wie weit sie selbst die Ritualisierung des Alltags noch erkennen oder nicht. Vor allem in den 60er Jahren setzte massive Kritik an der Ritualisierung des Lebens ein. Politischer und religiöser Mißbrauch hat Rituale verdächtig gemacht. Manipulation der Menschen wurde und wird den Ritualen wohl zu Recht vorgeworfen. Rituale - so der Hauptverdacht der Kritiker - verfestigen vertikale, hierarchische Strukturen. Sei es im religiösen, sei es im politischen Leben, dem Ritual ist wegen seiner manipulativen Kraft zu mißtrauen. Vor allem die Eckpunkte des menschlichen Lebens - Geburt, Heirat, Tod - wurden und werden mit Ritualen aus dem Tagesablauf herausgehoben. Und Feste begleiten gewissermaßen unseren Alltag. Der jährlich wiederkehrende Geburtstag, in katholischen Ländern der Namenstag, der Hochzeitstag, Weihnachten, Ostern, der Jahreswechsel, eine schier unendliche Liste vorgegebener "Fest-"tage prägt unseren Jahresablauf. Und wird nicht der Alltag selbst zu einem "festlichen" Ereignis, wenn wir am Abend bei Kerzenschein mit Freunden den Tag ausklingen lassen? Ohne "Fest" scheint unser Leben leer und sinnlos zu sein. Aber welche Feste können wir wirklich noch feiern?

Die Studiogäste:

Related Links:
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Fiesta

 

  • Arthur Imhof

  • Imhof, Arthur E.: Die Kunst des Sterbens, m. CD-ROM. Wie unsere Vorfahren sterben lernten. Impulse für heute. 1998. 143 S. m. zahlr. Abb. 21,5 cm. Gebunden. 370gr
  • Imhof, Arthur E.: Das prekäre Leben, m. CD-ROM. Leben, Not und Sterben auf Votivtafeln. Impulse für heute. Unter Mitarb. v. Robert Bonca u. Alexander Laudan. 1998.
    HIRZEL, STUTTGART-
  • Arthur E. Imhof, Professor für Historische Demographie an der Freien Universität Berlin, stellt eine ungewöhnliche Verbindung zwischen der Historischen Demographie und der Volkskunde her - anhand einer Sammlung von historischen Votivtafeln.
    Votivtafeln sind meist naiv gemalte Dankesbezeugungen, in denen für eine erfahrene göttliche Hilfe aus schwerer Not gedankt wird. Im Zentrum stehen 28 Votivtafeln einer Sammlung aus dem Berliner Museum für Volkskunde; sie sind auf der CD-ROM vollständig und farbig gespeichert. Sie erscheinen als eine unübertrefflich reiche Quelle, aus der wir lernen können, wie in historischer Zeit die Gefährdungen des Lebens bewältigt wurden. Arthur E. Imhof rekonstruiert diese "Strategien" und fragt von da aus, wie wir heute unsere weitaus besseren Lebenschancen nutzen.
  • Homepage von Prof. Arthur Imhof (FU Berlin). Der erste deutsche Geschichtsprofessor, der das Internet eingesetzt hat.
    Freie Universität Berlin. Geschichts- und Kulturwissenschaften
    http://userpage.fu-berlin.de/~aeimhof/
    http://userpage.fu-berlin.de/
    ~ethnohis/vt/aufvt.htm

    alte Homepage: http://userpage.fu-berlin.de/
    ~aeimhof/homepage.htm#lehr

  • Die (virtuellen) Lehrveranstaltungen koennen sowohl vor Ort als auch "telekooperativ" ueber die jeweilige Homepage des Dozenten besucht werden. Homepage Prof. Dr. Arthur Imhof Prof. Arthur Imhof, Historiker, hat hier zahlreiche Dokumente seiner Forschung aufgelistet. Verweise zu zahlreichen Vorlesungen und Forschungsprojekten. Prof. Imhof ist Mitinitiator der virtuellen Universitaet ... www.uni-ulm.de/LiLL/senior-info-mobil/module/www.htm

  • Herrad Schenk

  • Herrad Schenk: Beck'sche Reihe -BECK-
    Bd.1124 Frauen und Sexualität 1995
    Bd.480 Lebensläufe 1992
    Bd.213 Schenk, H: Die feministische Herausforderung
    Vom einfachen Leben -BECK- 1997
    Schenk, H: Das Haus, das Glück und der Tod -BECK- 1998
    Nr.60376 Schenk, H: Wieviel Mutter braucht der Mensch? 1998
  • KiWi Taschenbücher -KIEPENHEUER & WITSCH-
    Nr.448 Schenk, H: Am Ende 1997
    Nr.404 Schenk, H: Die Rache der alten Mamsell 1996
  • Schenk, H: Wieviel Mutter braucht der Mensch? 1996
    rororo Taschenbücher -ROWOHLT TB.-

      Let's have a Party

    Let's have a Party und laßt uns reden. Reden über Rituale und Maskeraden. Wir sitzen warm und trocken im Studio mit Herrad Schenk, einer Buchautorin und mit Arthur Imhof, ebenfalls Buchautor, Wissenschaftler und Surfer im Internet. - Wir sind Hellfried Brandl und Sibylle Hoffmann, die Gastgeber dieser Langen Nacht, wir haben uns verkleidet...

    ....Am Tage des großen Festes war mir in meiner Kleidung anfänglich etwas unbehaglich zumute. Als ich dann aber über den roten Teppich....

    Papperlapp. Rote Teppiche gibt es im Studio nicht, die Unbehaglichkeit legt sich rasch, wir reden und stellen zur Debatte: Wozu braucht man Rituale? Was sind Rituale? Sind Parties Rituale? Sind Feste Rituale? Arthur Imhof ist ein Festmuffel, er feiert nicht einmal seinen Geburtstag. Aber er hat feste Eßrituale. Herrad Schenk haßt Parties - liebt dafür Feste, und Kinder zelebrieren Geburtstagsfeste besonders gerne, manch' einer genießt den Sonntag, den Feierabend, die Straßenbahnfahrt...

    Und dann gibt es die Rituale der Kindheit - Das Insbettbringen, die religiösen Feste: Weihnachten, Ostern - Männer haben seltsame Rituale: Einer geht mit seinem neuen roten Skistiefel zu Bett, der andere singt Mystisches - und dann gibt's Frauenrituale: Putzen, Schminken, An- und Verkleiden

    Gibt es auch alternative Rituale? Man kann zum Beispiel ein Schloß ansingen wie Herrad Schenk mit ihrer Wohngemeinschaft, man kann auch darüber debattieren, woher die Festbräuche stammen... - Wir tun's in der Langen Nacht der Feste und Rituale.

    Sibylle Hoffmann


  • Fiesta

    Aus: Unimagazin Rituale. Zeitschrift der Universität Zürich

    Le rituel pour le rituel? Sind Rituale sinnlos?

    Die meisten Ritualtheoretiker beschäftigt diese Frage, und sie beantworten sie, je nach Standpunkt, unterschiedlich. Die einen sehen in Ritualen Möglichkeiten zur Krisenintervention, die anderen betonen ihren stabilisierenden Wert und dritte ihre performative Seite. Es gibt aber nicht wenige Ritualforscher, die dazu neigen, die Eingangsfrage mit Ja zu beantworten. Was aber, wenn gerade die Bedeutungslosigkeit von Ritualen ihre Bedeutung ausmacht?

    Menschen lassen sich - in weltweit einigermassen ähnlichen Verfahren - initiieren (firmen, konfirmieren), verheiraten, beerdigen. Sie opfern, halten Messen ab, singen lange Litaneien. Nach immer gleichen Mustern zelebrieren sie Geburtstage, Jubiläen, Prüfungen, weihen Kinder, Häuser, Schiffe. Das alles soll ohne Bedeutung sein? L'art pour l'art? Le rituel pour le rituel? Man kann es sich kaum vorstellen. Und doch mehren sich Theorien, die genau diesen Dadaismus des Rituals betonen. Schon immer gab es mit einem verschämten Seitenblick auf den Menschen als Tier Verdachtsmomente. Auch diese wiederholen stereotyp Handlungen, ohne kognitiv zu wissen, was sie tun, ohne Bewusstsein. Dann kam Professor Frits Staal, der die Botschaft von «The Meaninglessness of Ritual» 1979 geradezu verkündete. Und 1994 wiederholten, wenn auch modifiziert, die Sozialwissenschaftlerin Caroline Humphrey und ihr Kollege James Laidlaw die These.

    Alle drei Autoren entwickelten ihre Thesen an indischem Material, Staal am vedischen Ritual der Feueraltarschichtung, agnicayana, Humphrey und Laidlaw an einer Untersuchung über die jainistische puja, eine Art Gottesdienst. Ein religionswissenschaftlich arbeitender Indologe darf sich also angesprochen fühlen. Ich halte dagegen und behaupte: Kein Ritual ohne Bedeutung! Dr. Axel Michaels ist Indologe und Religionswissenschaftler am Südasieninstitut der Universität Heidelberg.
    Weiterlesen :
    http://www.upd.unizh.ch/magazin/1-98/ritual.html

    Wozu brauchen wir Rituale?

    Rituale scheinen ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein. Man findet sie in allen Kulturen zu allen Zeiten. Vor allem in den Übergangszeiten im Leben eines Menschen scheint er die Hilfe von Ritualen zu suchen. Solche Übergangszeiten sind z.B. Geburt, Hochzeit und Tod, aber auch der Übergang ins Erwachsenenleben. In unserer säkularisierten Gesellschaft sind die kirchlichen Rituale für viele Menschen noch der einzige Kontakt zur Institution Kirche. Aber da der Glaubenshintergrund oft fehlt, werden dann die Rituale als sinnentleert empfunden.
    Schauen wir einmal auf den Status Quo bei Bestattungen. Der Mensch stirbt im Krankenhaus oder Zuhause und nach dem Arzt ist der Bestatter oft der nächste, der gerufen wird. Er übernimmt den Toten, alle Formalitäten und die Angehörigen sehen den Toten nicht wieder, nur den geschlossenen Sarg bei der Beerdigung. Was hinter den Kulissen passiert, wissen die Angehörigen nicht. Auf der Beerdigung redet häufig der Pfarrer, der den Toten kaum kannte, über sein Leben. Im zwanzig-Minuten-Takt wird in der Trauerhalle wie am Fließband Abschied genommen, die nächsten warten schon. Am Grab stehen alle versteinert vor Schmerz, werfen ein kleines Schäufelchen mit Erde aufs Grab und wenden sich dann ab.
    Es ist wichtig, bewußt Abschied zu nehmen, die Übergänge bewußt zu erleben. Im Moment des Todes nehmen wir Abschied von der Seele, vom Wesen des Menschen. Bei der Einsargung sehen wir ihn zum letzten Mal. Bei der Beerdigung nehmen wir Abschied vom Körper des Menschen und übergeben ihn einem Element, das je von Kultur zu Kultur unterschiedlich sein kann. In Deutschland ist zur Zeit nur die Erd- und Feuerbestattung zulässig. [Auch eine Seebestattung ist zuerst eine Feuerbestattung, da die Urne versenkt wird, nicht der Sarg].

    Was kann man nun unter einem alternativen Umgang mit Tod und Beerdigung verstehen? Einmal können wir uns auf alte Bräuche besinnen und sehen, ob wir sie mit einem neuen Sinn füllen können, z.B. die Totenwache, einmal können wir uns völlig neue Rituale schaffen, die unseren Bedürfnissen entsprechen.
    Weiterlesen:
    http://mitglied.tripod.de/Bettina_Sorge/ritual.htm mit Informationen auch über Alternative Bestattungsunternehmen

    Bilder des Todes. Die Geschichte der Totenphotographie

    von Maria Baumann

    Die "Neuesten Nachrichten" vom 19.Dezember 1858 melden in einer Anzeige: "Auch werden Leichenportraits in größter Ähnlichkeit gefertigt, und erlaube mir zu bemerken, daß ich auf Verlangen diesen Portraits einen freundlichen Anblick zu geben verstehe". Der Münchner Photograph Adolph Scheuerer warb um Kunden. Die Konkurrenz war groß, das Photographieren von Leichen um die Mitte des 19.Jahrhunderts in Mode gekommen. Die Idee, Tote abzubilden, lag im Geschäftsinteresse der Photographen, für die das Portraitieren der Leichen ein willkommener Zusatzverdienst war.
    Photographen spezialisierten sich auf das Abbilden von Toten. So machte zum Beispiel auch Albin Mutterer aus Wien das Angebot, "lebensechte" Photographien von Verstorbenen anzufertigen. Er ließ sich die Toten ins Atelier bringen und setzte sie in einen Lehnstuhl. Das Einzeichnen der Augen und das übrige Kolorit besorgte ein geübter Retuscheur. Verschönerungen nehmen die Angst. Das friedliche Bild des Schlafes nimmt dem Tod den Schrecken. Diese neue Dimension im Umgang mit dem Tod fiel in eine Zeit, in der die Kirche gegen die drohende Profanisierung des Alltagslebens kämpfte. Sie unterstützte die Verbreitung populärer religiöser Bilder und setzte das unumgängliche Sterben des Menschen noch einmal gegen jene weltanschauliche Stimmung ein, die eine radikale Trennung von Kirche und Staat forderte. Der kirchliche Zeitrhythmus bestimmte den Jahresablauf, Gottes Wille Werden und Vergehen des Menschen. 1866 verbot die katholische Kirche die Kremation, die sie mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten als unvereinbar betrachtete. Bräuche prägten im 19.Jahrhundert den eher sentimentalen Umgang mit dem Tod.

    Wie Christoph Daxelmüller nachweist, gehörte der Gang zum Photographen zum Toten-, Erinnerungs- und Trauerritual. Die Toten wurden mit Blumen geschmückt, in einigen Gegenden der Oberpfalz mit Sterbebildchen bedeckt, bei Verheirateten oft auch das Hochzeitsbild zum Photographieren aufgestellt. Ähnlich ordnet Ernö Kunt bei seinen Untersuchungen im ländlichen Ungarn die Aufbahrungsphotographien als Teil des Bestattungsrituals ein. Die Familienmitglieder und Verwandten ließen sich am Tag der Beerdigung in Kleidung und Reihenfolge, die der am Grabe entsprechen sollte, zu beiden Seiten des geöffneten Sarges photographieren. Die Aufbahrung von Adeligen geschah mit noch mehr Prunk, die Verstorbenen wurden zur Schau gestellt. Nachdem sich 1890 die Bildpostkarte durchgesetzt hatte, verschickte man zu Tausenden Aufnahmen von öffentlichen Aufbahrungen bei Hof.

    Gegen Ende des 19.Jahrhunderts rückten die ersten Amateurlichtbildner - meist aus begüterten Kreisen, denn Photographieren war ein Luxus - auf den Friedhöfen an, um ihre Angehörigen ein letztes Mal auf Film zu bannen. Bereits 1873 war in München ein Verbot erlassen worden, laut dem Menschen, die an einer ansteckenden Krankheit gestorben waren, nicht mehr in ein Photoatelier gebracht werden durften. 1891 verbot die österreichische Regierung das Photographieren von Kinderleichen im Atelier und argumentierte ebenfalls mit der Gefahr von ansteckenden Krankheiten. Christoph Daxelmüller sieht als mögliches Motiv die sich rapide verändernde Einstellung zum Sterben und zum Tod. Am 24.Mai 1928 wurde schließlich ein allgemeines Photographierverbot auf den Münchner Friedhöfen ausgesprochen. Erst nach dem 2.Weltkrieg gestattete man es den Hinterbliebenen wieder, ihre Verstorbenen zu photographieren. Doch die Möglichkeit wurde immer seltener genutzt. Der Verzicht auf ein letztes Photo des Toten erzählt vom Wandel im kulturellen Umgang mit dem Tod.

  • Literaturhinweis: Christoph Daxelmüller,
    Verdrängte Erinnerung. Sensationsfälle und ihre Verharmlosung auf Totenbildern und Totenandenken des späten 19. und 20. Jahrhunderts.
    In: Erinnern und Vergessen. Vorträge des 27.Deutschen Volkskundekongresses, hrsg. v. Brigitte Bönisch-Brednich, Rolf W. Brednich, Helge Gerndt.
    Göttingen 1991, S. 243-262.

    Jüdische Ritualgegenstände

    Unter der jüdischen Bevölkerung Israels findet man heute eine Vielzahl verschiedener Positionen zur jüdischen Tradition und zur Beachtung religiöser Sitten und Gebräuche. Innerhalb des Spektrums von ultra-orthodoxen bis hin zu säkularen Israelis kommt es zu ganz unterschiedlichen Lebensstilen und Formen religiöser Praxis. Während sich nur 20% der Bevölkerung streng an alle religiösen Vorschriften halten, folgt die Mehrheit der Israelis einer Kombination jüdischer Gebräuche in Übereinstimmung mit jeweils ganz persönlichen Vorlieben und ethnischen oder familiären Traditionen.

    Dieses Spektrum von Glaubenshaltungen und religiösen Gebräuchen reflektieren auch jüdische Ritualgegenstände - einige dieser Utensilien finden sich selbst in Haushalten, die die religiösen Gesetze weitgehend nicht beachten, andere wiederum gibt es nur bei streng religiösen Familien. Für einige sind derartige Gegenstände unverzichtbare Objekte des täglichen Rituals, während sie anderen wegen ihrer kunsthandwerklichen Schönheit oder historischen Bedeutung bewundern.

    Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des Verbots biblischer Darstellungen hat das Judentum einen Reichtum an rituellen Gegenständen entwickelt, mit denen Synagoge und Haus gleichermaßen geschmückt werden. Schönheit wurde von den Rabbinern der Frühzeit, die die jüdischen Riten und Gebräuche sowie die Ritualgegenstände formal bestimmten, hochgepriesen; in einem solchen Kontext (dem Laubhüttenfest) ist das Trachten nach Schönheit z.B. geradezu Teil des biblischen Gebots.

    Rituelle Gegenstände können aus Lehm, Stein, Bronze, Zinn, Kupfer, Porzellan, Silber und Gold, aber auch aus Holz, Leinen, Pergament oder anderen Materialien gefertigt sein. Um sie von Götzenbildern abzusetzen und zu unterscheiden, wird dabei jegliche Darstellung von Menschen vermieden. Weiterlesen: Presse- und Informationsabteilung der Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland
    http://www.israel.de/blickpunkt/ritual.html

    Weitere Literaturtipps:


  • Rituale der Heilung

    Achterberg, Jeanne; Dossey, Barbara; Kolkmeier, Leslie: Rituale der Heilung. Die Kraft von Phantasiebildern im Gesundungsprozeß. 1996. Mit Abb.. Kartoniert. 618gr. Goldmann Sachbuch / Ratgeber: 18-21 cm. - GOLDMANN-

    Basle, Brigitte; Maar, Nele: Alte Rituale - neue Rituale. Geborgenheit und Halt im Familienalltag. 1999. - HERDER, FREIBURG-


    Schlummertuch und Hochzeitstag

    Beil, Brigitte: Schlummertuch und Hochzeitstag. Rituale in der Familie.
    DTV 1997.
    Was wäre Weihnachten ohne Kerzen und Karpfen, ohne Tannenbaum oder Plumpudding? Rituale bringen Glanzlichter und Zäsuren ins Leben. Sie geben Halt in schwierigen Lagen, schmieden zusammen und sind Stoff für Erinnerungen. Manche nutzen Klein und Groß, andere passen nur zu bestimmten Altersstufen: Natürlich braucht der erste Schultag ein anderes Zeremoniell als der Auszug von zu Hause. Auch liebgewonnene Rituale müssen Spielraum für Veränderungen lassen, sonst werden sie zur Zwangsjacke. Dieses Buch will auch dazu anregen, eigene Rituale bewußt wahrzunehmen, zu pflegen und neue zu erfinden, die sonst keiner hat - nur "unsere" Familie.

    Rituale für Kinder

    Cavelius, Andrea-Anna: Rituale für Kinder in Reimen, Liedern und Fingerspielen.
    Zum Einschlafen und Aufstehen, fürs Essen und die Hausaufgaben, fürs Gesundsein und die Körperpflege, gegen Ängste, für Zuversicht und Selbstvertrauen.
    1998. 223 S. m. zahlr. farb. Illustr. v. Susanna Grigoletto sowie Noten.
    - SÜDWEST-VERLAG

    Helga Egner (Hrsg)
    Leidenschaft und Rituale. Was das Leben gelingen läßt
    Zürich 1997


    Geborgenheit finden, Rituale feiern

    Grün, Anselm: Geborgenheit finden, Rituale feiern. Wege zu mehr Lebensfreude.
    3. Aufl. 1997. - KREUZ-VERLAG-
    Ein Ritual ist etwas, auf das ich mich täglich freuen kann, schreibt Anselm Grün. Ohne eine Kultur des Alltags keine Spiritualität, kein Glaube. Rituale sind für den Verfasser alles andere als exotische Traditionen, sie sind für den Benediktiner-Mönch tägliche Lebenspraxis. Grün zeigt Beispiele für persönliche, familiäre und soziale Rituale und gibt Anregungen dazu, sie bewußter zu gestalten. An der Feier der sieben Sakramente macht er anschaulich, wie Rituale neu belebt und erfahren werden können.

    Die schönsten Familienrituale.

    Nitsch, Cornelia: Die schönsten Familienrituale.
    Mit vertrauten Sachen Kindern Halt und Geborgenheit geben. (Mosaik bei Goldmann). 1999.
    Kinder können sich besser und freier entwickeln, wenn sie in ihrem Zuhause das Gefühl von Geborgenheit und Halt bekommen. Rituale vermitteln diese Sicherheit und zeigen dem Kind: Wir sind eine Familie. Das vorliegende Buch ist ein einfühlsamer und praktischer Ratgeber, der eine Fülle erprobter und erzieherisch wertvoller Anregungen für Spiele, Geschichten, kleine und große Höhepunkte im Alltag vermittelt.

    Heute schon geküßt?

    Schindler, Margarethe: Heute schon geküßt?, Paare brauchen Rituale.
    4. Aufl. 1998.
    Rituale - Begrüßungs-, Streit-, Versöhnungs-, Abschieds-, Frühstücksrituale am Sonntagmorgen - dienen der bewußten Beziehungspflege. Sie können Ordnung in das Auf und Nieder im Chaos der Gefühle bringen, können das Vertrauen stärken und der Partnerschaft eine größere Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit verleihen. Rituale allerdings, die stupide und ohne innere Beteiligung durchgezogen werden, können destruktiv wirken. Die Psychologin und Therapeutin Margarethe Schindler zeigt, wie man dem Alltag Form und Gestalt geben und die partnerschaftliche Liebe lebendig erhalten kann.

    Rituale für Lebenskrisen. Die Verwandlung von Angst in Energie.

    Wall, Kathleen; Ferguson, Gary: Rituale für Lebenskrisen. Die Verwandlung von Angst in Energie.
    1999.
    Rituelle Handlungen sind ein Grundmuster menschlichen Verhaltens und ein Grundbedürfnis des Menschen. Sie dienen der Klärung oder Akzentuierung bestimmter Situationen, sind Orientierungshilfe in Krisensituationen oder können ganz bewußt zur Lebensbewältigung eingesetzt werden. In einer Zeit, in der Rituale aus dem Leben verschwunden sind, stellen die Autoren nachvollziehbare rituelle Handlungen zur Bewältigung von Überraschungssituationen und Krisen im Leben vor, wie etwa Berufswahl und -wechsel, Heirat, Scheidung und neue Orientierung, Bewältigung zerbrochener Freundschafts- und Partnerschaftsbeziehungen, Verluste durch Krankheit und Tod, Krisen in der Lebensmitte und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod.

    Hochzeitskleid

  • Das Fest - Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart
    Uwe Schulz (Hrsg)
    München 1988
  • Feste feiern. Gedichte und Geschichten
    Tilmann Kleinau (Hrsg)
    Stuttgart 1995
  • Mit Mut und Phantasie
    Frauen suchen ihre verlorene Geschichte
    Helma Mirus und Erika Wisselinck (Hrsg)
    Straßlach 1987
  • Horst Fuhrmann
    Einladung ins Mittelalter
    München 1987
  • Rudolf Braun, David Gugerli
    Macht des Tanzes - Tanz der Mächtigen, Hoffeste und Herrschaftszeremoniell 1550 - 1914
    München 1993

    Internetlinks zu verschiedenen Bräuchen

    Wieso, weshalb, warum...
    Woher stammen die Bräuche um das Hochzeitsfest?
    Der wichtigste Brauch bei der westlichen Hochzeit ist wohl unumstritten der Austausch der Ringe. Wegen seiner Kreisform, die keinen Anfang und kein Ende zuläßt, wird er als Symbol der unendlichen Liebe des Paares gesehen. Es gibt sie schon seit den Zeiten des römischen Reiches, wo sie manchmal eine Gravur in Form eines Schlüssels trugen, mit dem die Frau das Herz des Mannes "aufschließen" sollte. Ursprünglich war das Geschenk eines Ringes Teil des Verlobungsrituals im Hochmittelalter. Ab dem 13. Jahrhundert wurde es jedoch durch die Kirche verstärkt in die Trau-Zeremonie eingebaut, um besonders die Männer stärker zur Treue anzuhalten. Die Sitte, den Ehering am Ringfinger zu tragen, geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf den griechischen Glauben zurück, dieser Finger stehe über die sogenannte "Ader der Liebe" in direkter Verbindung mit dem Herzen. Die zweite Assoziation zum Thema Hochzeit dürfte das weiße Kleid der Braut sein. Daß die Farbe Weiß für Reinheit und Unschuld steht, ist nicht schwer zu erraten. Es wurde jedoch erst 1466 durch die bretonische Königin Anne geprägt, vorher trugen die Frauen einfach ihr bestes Kleid auf dem Weg zum Altar.
    Der Brautschleier diente in früheren Zeiten vermutlich tatsächlich dazu, das Gesicht der Braut bis zum Ende der Zeremonie zu verhüllen. Damals wurden Hochzeiten häufig über große Entfernungen hinweg arrangiert. Der Bräutigam kannte seine Zukünftige dann nur von einem Bild. Der Schleier sollte verhindern, daß er sich beim Anblick des tatsächlichen Gesichts seiner Braut kurzfristig umentschloß und die Ärmste vor dem Altar stehen ließ. Aus dem gleichen Grund wurde es auch irgendwann zum "schlechten Omen" für die Ehe, wenn der Bräutigam die Braut vor der Trauung zu sehen bekam. Heutzutage hat sich dieser Brauch glücklicherweise dahingehend gemildert, daß der Bräutigam die Braut nicht im Brautkleid sehen darf, bevor es ernst wird. Allerdings gibt es für den Brautschleier noch zwei andere mögliche Erklärungen: Zum einen soll er dazu gedient haben, böse Geister von der Braut fernzuhalten, zum anderen könnte er ein kultureller Überrest der Decke sein, die der "Bräutigam" über den Kopf seiner Auserwählten zu werfen pflegte, bevor er sie entführte. Der genaue Ursprung bleibt unklar.
    Auch die Hochzeitstorte, heute eher eine der Randerscheinungen eines Hochzeitsfestes, hat eine lange Geschichte. Schon die alten Griechen verwendeten Kuchen - sie wurden auf das frischgetraute Paar geworfen, um Glück und viele Nachkommen zu wünschen. Natürlich handelte es dabei nicht um die sahnig-cremigen Kalorienbomben von heute, deren Effekt als Wurfgeschoß wohl eher im Slapstick-Genre zu suchen ist, sondern um trockenes Gebäck aus Mehl, Salz und Wasser. In vielen anderen europäischen Kulturen, wie etwa den Römern oder den Angelsachsen, wurden der Kuchen oder die Kekse über dem Kopf der Braut zerbröselt, um Fruchtbarkeit und Glück für das Paar und seine noch zu zeugenden Kinder zu erbitten.

    Nicht ganz so weiß: Hochzeitskleid aus der Renaissance siehe:
    http://www.swol.de/link/go/swol/rubrik/
    unterhaltung/hochzeit/brauchtum.html

  • Hochzeits-Treankl
    Heiratet ein Partner einer zerbrochenen Liebschaft, so wird dem übrigbleibenden Teil eine Strohpuppe in einem Korb mit einem boshaften Spruch aufgehängt. Der Text darf aber nicht beleidigend oder kompromittierend sein.
  • Hochzeitaufhalten
    Ländliche Hochzeiten werden üblicherweise von maskierten jungen Leuten mit einem gespannten Seil aufgehalten. Die Maskierten parodieren das Brautpaar in Beruf, Hobby oder Gewohnheiten und wünschen viel Glück. Den Hochzeitsgästen wird dabei Wein angeboten, worauf die Beistände eine Geldspende springen lassen.
  • Brautstehlen
    Das Brautstehlen geht so vor sich, dass die Braut unter einem Vorwand von der Gesellschaft weggelockt und in ein anderes Gasthaus entführt wird. Der Beistand muss sie suchen und die Zeche der Entführer bezahlen. Mehr über Tradition und Brauchtum im Salzkammergut http://www.salzkammergut.com/brauchtum/ueberbrauchtum.htm

    Brauchtum und Anregungen Basisinformation - Beschreibung der Symbole, Zeichen und Bräuche rund um das Osterfest.
    Zur Geschichte des Osterfeuers:
    Das Feuer ist eines der größten Güter der Menschheit Göttern und Menschen heilig. Die Vestalinnen hüteten (in jungfräulicher Reinheit) das heilige Feuer. Das Feuer erwärmt den Lebensraum des Menschen und erhellt ihn. Feuer macht Leben möglich und Kultur. So war das Feuer stets Symbol der Sonne die alles erwärmt und erhellt die Leben gibt Leben in Fülle. Wenn die Sonne nach dem langen Winter wieder höherstieg Frost und Schnee vertreib die Erde auftaute dann entzündete man die Frühlingsfeuer. Sie waren Begrüßung der Sonne und doch mehr. Sie waren eine Art kultischer Sicherung des Lebens des Wachstums der Fruchtbarkeit der Ernte; auch eine Sicherung gegenüber der Krankheit und allen Übeln die im Feuer vernichtet werden sollen.
    Daß endlich das Frühlingsfeuer zu Mahl Spiel und Tanz einlud zeigt die anthropologische Bedeutsamkeit des Brauches. Die Kirche hat die Bedeutung solchen Brauchtums erkannt. Schon im Frankenreich des 8. Jahrhunderts hat das geweihte Osterfeuer das vorchristlich-heidnische ersetzen sollen. Die alten Bräuche wurden getauft bewahrten aber wohl noch lange (bis heute?) ihre magischen Unterschichten.
    Mehr über Osterbräuche:
    http://www.netburger.at/aie/docs/ostern/brauchtum/

    Osterhaus - Ostereier : die Herkunft des Brauchtums
    http://private.freepage.de/gruenvogel/
    brauchtum/Osterhase_Eier.html

    Heidnische Bräuche im Kirchenchristentum: Die größten kirchlichen Feste des Jahreslaufes, Weihnachten und Ostern, waren in ihrer heutigen Form den ersten Christen unbekannt. Wie steht es nun mit dem katholischen Meßopfer, kurz Messe genannt? Ist dieses Meßritual christlich?
    Weiterlesen in:
    Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft
    http://www.das-weisse-pferd.de/
    heidnische_braeuche/hb3_ritual.html

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