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| Lange Nacht | ||||||||||||||||||
| Sendung vom: Samstag 1.04.2000 23:05 Die Lange Nacht über rechtsradikale Jugendliche Kindsköpfe oder Verfassungsfeinde? |
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Sind sie die späten Erben der Diktatur des Proletariats oder Kinder, denen Gewaltvideos die Phantasie verdorben haben? Fallen Sie rechten Rattenfängern anheim, weil sich sonst niemand um sie kümmert - oder provozieren sie, um Aufmerksamkeit zu erregen?
Die Heranwachsenden der Nachwendezeit rasieren sich die Köpfe und schmücken sich mit verbotenen Macht-Insignien der Nationalsozialisten. Sie spielen mit der Polizei Katz und Maus um illegale Konzerte, grölen antisemitische Parolen und stampfen in Springerstiefeln durch ihre enge Welt, die sie von Andersdenkenden und Ausländern zu befreien trachten.
Die Szenarien ähneln sich: 16-, 17-jährige Glatzköpfe suchen sich einen Wehrlosen, schlagen und treten, bis das Opfer blutend am Boden liegt. Sie werden geschnappt, verhaftet, verurteilt und lassen sich als Märtyrer von Gleichgesinnten feiern.
Die Hilflosigkeit von Eltern und Lehrern, Richtern und Politikern ist so groß, wie die Erklärungsmuster von Wissenschaftlern unzureichend sind.
Muß sich die Gesellschaft von gewalttätigen Antidemokraten fürchten oder kann sie die 17-jährigen Desperados "heilen"? Gespräche, Meinungen, Reportagen und Diskussionen in dieser Langen Nacht über rechtsradikale Jugendliche.
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Karin Schubert
Ministerin der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt
Anti-Aggressions-Training für junge Kriminelle in
Stendal/Jeder dritte Straftäter in Sachsen-Anhalt unter 21
Jahre alt - von Birgitt Pötzsch (Stendal/ap)
"Ich habe gehört, dass wir hier provoziert werden, bis wir ausrasten", sagt
Marcel und fügt düster hinzu: "Und dann werden wir auf die Matte
gelegt." Marcel ist 19 Jahre alt und wegen eines schweren Raubüberfalls
zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung
verurteilt. Er gehört neben 14 weiteren jungen Kriminellen zu den
Teilnehmern eines 19-wöchigen Anti-Aggressions-Trainings, das jetzt in
Stendal in Sachsen-Anhalt begann.
Um der wachsenden Gewalt unter Kindern und Jugendlichen
entgegenzusteuern, haben sich engagierte Bürger vor zwei Jahren zu
diesem Gremium zusammengeschlossen. In Sachsen-Anhalt steigt die Kinder- und Jugendkriminalität seit Jahren.1998 wurden 34,5 Prozent aller Delikte von Straftätern unter 21 Jahren verübt. Raub, Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und Diebstahl
stehen ganz vorn in der Liste der Verbrechen.
Landesjustizministerin Karin Schubert sieht in der hohen Arbeitslosigkeit,
in materieller Not, fehlenden Zukunftsaussichten und zunehmendem
Werteverfall die Hauptursachen für die Gewaltbereitschaft bei Kindern
und Jugendlichen. Die SPD-Politikerin unterstützt das Projekt in Stendal
und verweist auf Untersuchungen, nach denen Haftstrafen gerade bei
jungen Leuten kaum zur Resozialisierung beitragen.
Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) hat sich in Sachsen-Anhalt als wirksame Maßnahme zur Wiederherstellung
des Rechtsfriedens bewährt. 68 Prozent aller Fälle, in denen die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der Justiz
des Landes Sachsen-Anhalt und freier Träger eine Einigung zwischen Tätern und Opfern angestrebt haben,
sind erfolgreich abgeschlossen worden. "Damit hat die Justiz insbesondere gegenüber den Opfern konkrete
Hilfe geleistet", so Justizministerin Karin Schubert (SPD). "Denn der Täter-Opfer-Ausgleich ist eine Form der
Wiedergutmachung, die dem Opfer hilft, seine Ansprüche schneller geltend machen zu können. Gleichzeitig
erfährt der Täter durch die unmittelbare Konfrontation mit seiner Tat und seinem Opfer, welche drastischen
Auswirkungen sein Handeln hatte. Dadurch kann ein Umdenken erreicht und somit ein wirksamer Schutz
gegen erneute Straftaten erzielt werden", erklärt die Ministerin. Bürgermeister Jürgen Kanehl
http://www.demo-online.de/0799/t0799_05.htm Uta Leichsenring
In Eberswalde, wo 1990 zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland ein
Schwarzafrikaner, Amadeu Antonio, von Rechtsextremisten umgebracht wurde, entstand
auf Initiative der örtlichen Fachhochschule unter Leitung des stellvertretenden
Bürgermeisters und mit Unterstützung engagierter Bürgerinnen und Bürger, Studenten,
Lehrer, Polizeibeamten, Ausländerbeauftragte usw. das Netzwerk »Für ein tolerantes
Eberswalde«. Zahlreiche Aufklärungs-, Präventiv- und Offensivkampagnen wurden
durchgeführt und in ähnlicher Form auch von anderen Städten übernommen. Vor einem
Jahr fand die erste, wiederum von der Fachhochschule initiierte, sehr erfolgreiche
"Aktionswoche" statt und vor wenigen Tagen wurde die "Aktion Noteingang" ins Leben
gerufen, die Schutz und Information bei rassistischen und faschistischen Übergriffen
anbietet. Ähnlich auch das Belziger Forum, in dem unter der Leitung des Bürgermeisters
Kiep gemeinsame Aktionen durchgeführt und alle demokratischen Kräfte in einem »offenen
Gesprächskreis« zur Überwindung von Ängsten und zur Stärkung von Zivilcourage
gebündelt wurden, was zur Befriedung des sozialen und politischen Klimas in der Stadt
und im Umland beigetragen hat. Belzig und Eberswalde, das sind zwei ermutigende
Beispiele, die wir heute dankbar würdigen und mit einer Theodor-Heuss-Medaille
auszeichnen wollen.
Bürgergesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus bedarf jedoch nicht
nur einer breitgestreuten Unterstützung, es bedarf auch des Rückhalts durch
vorbildstiftende Mutmacher wie Uta Leichsenring und Bernd Wagner.
Polizeipräsidentin von Eberswalde im Gespräch : Frauen müssen mutiger werden
Aktion Noteingang in der Fachhochschule Eberswalde
Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention
Die Homepage von Eberswalde
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Zentrum für demokratische Kultur, Berlin und Brandenburg Bernd Wagner (Briefauszug an Frau Dr. Hamm-Brücher, für die Auszeichnung mit einer Theodor-Heuss-Medaille): Eine Überzeugung hat sich lange in mir aufbauend festgesetzt, die Vorstellung unverbrüchlicher Menschenrechte, ein Wert, der immer wieder sozialer und staatlicher Ausgestaltung bedarf, ein Wert, der nicht einmal postuliert allgegenwärtig ist. Die Regression in der Geschichte ist stark, auch in Deutschland. Ein Zeichen dafür ist, dass rechtsextreme, völkische und rassistische Ansichten und Verhaltensweisen in unserem Land zunehmen. Das ist ein Faktor mit dem nach der Jahrtausendwende im öffentlichen Leben, im Alltag und in der Politik erheblich zu rechnen ist. Ein Bote dessen ist völkische und rechtsextrem begründete Gewalt. Sie hat bisher in den Jahren der deutschen Einheit zugenommen. Von Rostock und Solingen bis Guben und Cottbus zieht sich eine Blutspur durch unser Land. Es ist keine Kette von Einzelfällen, die von verirrten Jugendlichen, »Rabauken«, wie kürzlich eine Staatsanwältin fast liebevoll meinte, ausgeht und denen manch Wissenschaftlicher und Politiker einen entschuldigenden Kranz bindet. Nicht nur diese Gewalt ist das Problem, sondern die Gedankenmacht des Völkischen, die in allen sozialen Schichten und Milieus, und nicht nur in den neuen Bundesländern, immer offener erscheint. Davon konnte ich mich vor zwei Tagen in einer Schule in Berlin wiederum überzeugen und wir haben gestern abend ja darüber geredet, und es ist mir persönlich auch sehr nahe gegangen, was junge Menschen dort an völkischem Gedankengut zelebriert hatten: im Beisein einer chinesischen Schülerin dachten sie laut darüber nach, wie man in Deutschland Ausländer töten müsse. Und es geht auch nicht nur um Einstellungen und Gewalttaten, es geht um ein sich ausbreitendes Klima der Ablehnung der Menschenwürde, der Ignoranz und Intoleranz, der Verachtung von Demokratie, ein Klima der Ausgrenzung von »Undeutschen«, auch von sogenannten »Zecken«, von »Kanaken«, von »Asseln«, von »Juden« usw., vor allem in der rechtsextremen Jugendszene. Davor zu warnen auch gegen "grossflächige Interessen" politischer Strukturen und Verwaltungen, Fragen und Probleme im hastigen Gang der Gegenwart deutlich zu benennen, gegen verschämte oder offene Akzeptanz ethnisierenden Denkens anzugehen, Furcht und massives Leid Betroffener anzunehmen, zu zeigen und so eine fundamentale Aktivität von Menschen für unverbrüchliche, unser aller tägliche Rechte zu befördern, war in den letzten Jahren und in verschiedenen Strukturen meine Tätigkeit, heute in den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule und dem dazu gehörigen Zentrum Demokratische Kultur, aber auch im Mobilen Beratungsteam des Landes Brandenburg und auch für die Amadeu Antonio Stiftung. Vielfach musste ich erfahren, dass eine solche Haltung und Tätigkeit nicht immer Verständnis findet. Im System der DDR gab es dafür kein Lob, in der Bundesrepublik ist Unsicherheit bis heute vorhanden, manchmal besteht die Ansicht, über rechtsextreme, völkische und rassistische Tendenzen im unmittelbaren Alltag besser zu schweigen oder es besteht die Neigung die Überbringer der »schlechten Nachricht« in ausgrenzender Weise zu behandeln. Mitunter denke ich, dass viele Menschen sehr darüber nachdenken müssen, welche Lehren aus der Geschichte auch täglich neu zu gewinnen sind. Staatsgläubigkeit und Fixierung auf Parteienmächte behindern das unablässige tägliche Engagement der Bürger in der Zivilgesellschaft. Ja, die Zivilgesellschaft kann sich im Osten Deutschlands kaum entfalten, da in sie durch Politik, Parteien und Wirtschaft in den letzten Jahren kaum ernsthaft investiert wurde. Erst jetzt gibt es Anfänge einer Umsteuerung, wie in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Es geht um eine aktive Politik der Unterstützung von demokratischen Initiativen und nicht nur um Jugendarbeit, Repression und arbeitsmarktpolitische Anstrengungen oder das Ansprechen von Pädagogen und Eltern. Demokratische Initiative ist mehr. Sie ist Selbstorganisation, Selbstbestimmung und das Beenden von Lethargie, das Überwinden von Furcht. Weiterlesen: http://www.theodor-heuss-stiftung.de/htm/02341.htm Die überparteiliche Theodor-Heuss-Stiftung wurde 1964 nach dem Tode des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik gegründet, um vorbildlich demokratisches Verhalten, bemerkenswerte Zivilcourage und beispielhaften Einsatz für das Allgemeinwohl zu fördern und anzuregen.
Rechtsextreme in Leipzig:
Die rechtsextreme Partei rechnet sich im Osten Chancen aus
- Experten warnen vor wachsenden Sympathien
Brandenburg und der Rechtsextremismus
Über die Mischung von Antisemitismus, Rassismus und Gewalt.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind neben konsequenten polizeilichen und justiziellen Reaktionen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, Kinder-, Jugend- und Familienpolitik eben so gefordert wie die Bildungs-, Kultur- und Medienpolitik - und dies nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Landes- und Kommunalebene. Prävention setzt schließlich auch auf die verantwortliche Beteiligung der Privatwirtschaft und des bürgerschaftlichen Engagements. Gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung muss es daher sein, für eine überzeugende Vermittlung von Werten und sozialer Kompetenz einzustehen und Verantwortung zu tragen. Dazu sind erforderlich:
Wenn es um Extremismus und Gewalt geht, ist somit nicht nur die Politik gefordert, sondern alle Kräfte in unserer Gesellschaft tragen Verantwortung, sich dieser Herausforderung zu stellen. Ministerin Bergmann: "Wichtig ist ein gesellschaftliches Klima, das rechtsorientierte Äußerungen und Handlungen eindeutig ablehnt. Hier sind neben den Eltern alle Bürgerinnen und Bürger in der Pflicht und besonders die, die hauptberuflich oder ehrenamtlich pädagogische Verantwortung tragen." mehr: http://www.bmfsfj.de/
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Jugendwerk der Deutschen Shell (Hrsg.) Jugend 2000. Die 13. Shell Jugendstudie Verlag Leske + Budrich · 2000 Zehn Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sind allerdings in den meisten Themenbereichen die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Jugendlichen nicht kleiner, sondern eher größer geworden. Zu den zentralen Ergebnissen gehört ferner, daß das Deutschlandbild der Jugendlichen nicht aus nationalistischen Ideologien gespeist wird, sondern entscheidend von der eigenen Lebenssituation geprägt ist. Ebenso ist Ausländerfeindlichkeit eher eine Frage von persönlicher Arbeits- und Chancenlosigkeit, als eine Frage nationalistischer Gesinnung. Im Verhältnis zwischen deutschen und den erstmals im Rahmen einer Shell Studie befragten ausländischen Jugendlichen konnten keine Anzeichen für gravierende Abgrenzungstendenzen ermittelt werden. In vielerlei Hinsicht überlagern Gemeinsamkeiten der Lebenssituation den ethnischen und kulturellen Status der ausländischen Jugendlichen. weiterlesen: http://www.shell-jugend2000.de
Konzeption:
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»Die Jugend, die uns heute begegnet, ist unsere Zukunft; alle Jugendlichen haben
Chancen verdient, sie positiv
mitzugestalten.« Henry Maske http://www.henry-maske.de/ Der Henry Maske Fonds Der im Juni 1999 gegründete Henry Maske Fonds hat es sich zu Aufgabe gemacht, Chancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern und damit einen Beitrag im Kampf gegen die Jugendkriminalität zu leisten. Gefördert werden sowohl Projekte, in denen bereits straffällig gewordene Jugendliche Unterstützung und Perspektiven für ihre Zukunft erhalten als auch Einrichtungen, die sich generell bemühen, die Chancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern. Henry Maske: "Wir fordern zu Recht, daß uns die jüngere Generation mit Respekt gegenübertritt. Aber auch junge Leute haben das Recht, daß wir ihnen mit Respekt und Toleranz begegnen. Dazu gehört auch, daß wir Vorbild sein müssen, dazu gehört eine gewaltfreie Erziehung und ein Lebensumfeld, in dem man sich engagieren kann. Alleine deswegen muß der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit und die Investition in unser Bildungssystem eine unserer zentralen Aufgaben sein. Die Jugend hat ein Imageproblem. Das war zu allen Zeiten so. Nur wenn früher von "Null Bock", "aufmüpfig" oder "frech" die Rede war, so nimmt man heute immer öfter Wörter wie "gefährlich", "brutal" oder gar "kriminell" in den Mund. Wir vergessen dabei oft, daß der überwiegende Teil der Jugend nicht strafrechtlich in Erscheinung tritt und wir von einer Generation reden, die genau wie wir das Recht hat, mit ihren Träumen und Wünschen ernst genommen zu werden. Niemand wird kriminell geboren.«
Die Otto Benecke Stiftung e.V. ist im Auftrag der
Bundesregierung u.a.auf folgenden Gebieten tätig:
Mehr dazu: http://www.obs-ev.de
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bundesjustizministerin Prof. Dr. Däubler-Gmelin übernimmt Schirmherrschaft für die Aktion: "Faire Chancen" für Jugendliche mit Hollywood-Star Denzel Washington und Box-Idol Henry Maske "Ich finde es vorbildlich, wie sich Henry Maske für junge Leute einsetzt. Der Ausnahme-Boxer ist Idol und Vorbild für viele Jugendliche. Mit seinem Fonds fördert er Projekte, die besonders mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten. Bei vielen Aktionen ist er selbst mit dabei. Dass dieses Engagement auch von Hollywood-Star Denzel Washington unterstützt wird, ist bewundernswert."
Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin hat die Schirmherrschaft für die Aktion "Faire Chancen" übernommen: Der Berlinale-Film "Hurricane" mit Denzel Washington wird in Charity-Vorstellungen in 20 deutschen Städten zugunsten des Henry Maske Fonds gezeigt. Bundesministerin Däubler-Gmelin: "Hollywood-Star Denzel Washington und der Filmverleih Buena Vista International beweisen damit Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Zugleich fördern sie eine Arbeit, die von großer gesellschaftlicher Bedeutung ist. Rechtzeitig zusammen mit gefährdeten Jugendlichen zu arbeiten, ihnen einen Sinn für Fair Play und Regeln zu vermitteln ist besser, als nach einer Straftat aufzuschrecken und dann nach Justiz und Gefängnisstrafen zu rufen."
weitere Buchtipps:
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Inka Bach Wir kennen die Fremde nicht. Rheinsberger Tagebuch. 2000. Ullstein Berlin "Es geht bei dem Komplex Gewalt gegen Ausländer nicht um den Ausländer, sondern um das Andere. Also auch um das Weibliche. Um die beängstigenden Dämonen in der eigenen Seele, das Chaos des Unbewußten, das Angst auslöst. Für das man keinen Namen, keine Gesichter hat. Die DDR-Gesellschaft hat alles Böse nach außen verlagert: Feinbild Westen und Kapitalismus. Wir wurden von klein auf zum Haß auf einen politischen Gegner erzogen, den wir nicht kannten. Der Klassenfeind. Das kriegstreiberische kapitalistische Ausland. (Jetzt werden die Feindbilder auf alles Fremde übertragen. Die eigenen unbekannten negativen Kräfte werden unterdrückt.) Enormer psychischer Druck entsteht. Die Angst vor dem eigenen Fremden entlädt sich jetzt, wird projiziert nach außen, im Fall Rechtsradikalimus und Nicht-Deutsche, weil Ostler ja nun wirklich kaum Fremde kannten in der erzwungenen Isolation. Eine homogene, "reinrassige" Welt, wie Hitler sie sich nicht besser hätte wünschen können, in der bis heute die Alltagserfahrungen mit Ausländern fehlen, durch die man Vorurteile abbauen und relativieren kann. Das Andere außerhalb des Selbst hat viele Namen und Gesichter, auf die man die unbewußten Ängste projizieren kann: Ausländer, Jude, Frau, Behinderter. Denn schreiben nicht gerade die Skins mit ihren chaotischen, gewaltbereiten Seelen Ordnung und Sicherheit auf ihre Fahnen, sie, die Unordnung und Unsicherheit, Angst und Schrecken verbreiten?"
Deutsche im Ausland, Fremde in Deutschland
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Eckert, Roland; Reis, Christa; Wetzstein, Thomas A. "Ich will halt anders sein wie die anderen" Abgrenzung, Gewalt und Kreativität bei Gruppen Jugendlicher Verlag Leske + Budrich · 2000 Das Buch beschreibt die Gruppenkulturen von Jugendlichen in den späten neunziger Jahren und fragt nach den Bedingungen für den Anstieg von Gewalt. Gruppenkulturen, die sich unter Jugendlichen im Dschungel deutscher Großstädte ausbilden, erscheinen manchem Beobachter fremder als ferne Volksstämme. Sie erschüttern kulturelle Gewißheiten, rechtliche Regeln und politischen Konsens. Besorgnis erregt gegenwärtig der Anstieg des Drogenkonsums und der Gewaltbereitschaft (untereinander und gegen "Fremde") in manchen Jugendkulturen. Was bedeuten diese Cliquen für die Jugendlichen, welche biographischen Probleme werden in ihnen bearbeitet, und welche Alternativen gibt es zur Gewalt? Zwanzig ethnographische Portraits lassen erkennen, wie unterschiedlich diese Fragen beantwortet werden müssen. Die AutorInnen: Dr. Roland Eckert, Professor für Allgemeine Soziologie, Bildungs- und Jugendsoziologie, Fachbereich Soziologie; Christa Reis, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsgemeinschaft sozialwissenschaftliche Forschung und Weiterbildung e.V.; Thomas A. Wetzstein, Wissenschaftlicher Assistent, Fachbereich Soziologie; alle an der Universität Trier. http://www.geist.de/leske/verlag-D.html
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