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| Lange Nacht | ||||||||||||||||||||
| Sendung vom: Samstag 24.6.2000 23:05 Die Lange Nacht der Mathematik Pythagoras und Würfelkanon |
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Zu Euklid, dem größten Geometer seiner Zeit, dem Haupt des glänzenden alexandrinischen Mathematikerkreises, kam eines Tages ein junger, der Mathematik beflissener Mann mit der Frage: "Aber was werde ich gewinnen, wenn ich all diese Dinge lerne?" Der Meister winkte statt einer Antwort seinen Sklaven herbei und hieß ihn, dem jungen Mann einige Goldstücke auszuhändigen: "Denn er muß Profit aus dem ziehen, was er lernt!"
Diese Anekdote erzählen sich Mathematiker seit Jahrtausenden gern, um zu betonen, dass man Mathematik um ihrer selbst willen betreiben solle. Außenstehende sehen sich eher darin bestätigt, dass es eine brotlose Kunst sei. Heutzutage nun ändert sich die Sicht der Mathematiker auf ihre Disziplin.
Stolz verweisen sie auf die Anwendungen: Ohne komplizierte Transformationsrechnungen wäre die Computertomographie nicht möglich. Das Entwerfen komplexer Rechner-Chips und ihrer Leiterbahnen geht nicht ohne die Jünger des Euklid ebenso wie das Design von Proteinen zur Herstellung neuer Medikamente. Und die mathematische Kunst setzt ihre Jünger inzwischen auch vorzüglich ins Brot. Die Banken reissen heute den Hochschulen die Finanzmathematik-Absolventen aus den Händen, damit sie den Wohlstand der shareholders mehren. An der Wallstreet stellen Mathematiker inzwischen die meisten Beschäftigten.
Die Lange Nacht der Mathematik beschäftigt sich unter anderem mit dem Selbstverständnis der Mathematiker heute, den Wandlungen des Bildes von der Mathematik, mit mathematischen Modellen und ihrer Verwendung im kompositorischen Prozeß sowie mit dem Verhältnis von Mathematik und Malerei.
Mathematik im Internet:
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Informationen zur Geschichte der Mathematik gibt es im Internet unter: http://www.math-net.de/links/show? collection=math.museum.hist.math
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Bettina Heintz: "die innenwelt der mathematik". Zur Kultur und Praxis einer beweisenden Disziplin. Springer Verlag, Wien, New York 2000.
Peter Baptist, Pythargoras und kein Ende?
K. Radbruch, Mathematische Spuren in der Literatur.
A. Beutelspacher, In Mathe war ich immer schlecht
S. Lang, Faszination Mathematik.
P. Basieux, Die Top Ten der schönsten mathematischen Sätze,
H. Meschkowski, Mathematik verständlich dargestellt.
Charles Seife: "Zwilling der Unendlichkeit".
Robert Kaplan: "Die Geschichte der Null".
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Fred Adams, Greg Laughlin
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Simon Singh
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Philibert Schogt Die wilden Zahlen Roman Knaus Verlag, München 2000 Ein wundervoll ironischer und zugleich tiefgründiger Roman über einen Forscher, der kurz vor einer großen Entdeckung steht. Liebevoll und doch satirisch porträtiert Schogt verschrobene Ehrgeizler und seltsame Paradiesvögel, wie sie am besten immer noch im Treibhausklima der Universitäten gedeihen.
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