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| Lange Nacht | ||||||||||||||||||
| Manuskript vom: Sa. 16.8.2003 23:05 Eine lange HipHop-Nacht ich will, dass man mich hört und sieht, deswegen rap ich |
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Seit annähernd 30 Jahren vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht eine Rap-Gruppe die Charts stürmt und neue Maßstäbe setzt in Video, Performance, Tanz oder Musikproduktion, kaum ein Jahr, in dem sich nicht irgendein Politiker zu Wort meldet und vor den verheerenden Folgen warnt, die Hip-Hop für die Entwicklung der heutigen Jugend bedeutet, sei es nun Bill Clinton oder Otto Schily. Damit unterscheidet sich Hip-Hop von anderen Jugendkulturen: Ob Neue Deutsche Welle, New Wave oder Grunge, die Moden der Pop-Musik wechseln in der Regel schnell, und entsprechend kurz ist damit auch die Lebensdauer der Kulturen, denen sie Ausdruck verleihen. Entweder werden sie schlicht vergessen oder die Gesellschaft arrangiert sich und nimmt ihnen damit ihre soziale und politische Sprengkraft. Ganz anders Hip-Hop:
"Hip-Hop ist kein Musikstil, sondern Sprechgesang nur ein Teil der Kultur …", rappte 1994 Cora E. Macht das den Unterschied? Dass Hip-Hop nicht bloß ein neuer Trend der Pop-Musik ist, sondern eine komplexe Bewegung, die sich in Breakdance, Graffiti, Rap, Human Beatboxing und DJing ausdrückt? Das "CNN der Schwarzen" (Chuck D)? Dass Hip-Hop den ethnischen und sozialen Minderheiten eine kulturelle Heimat bot, zuerst in den USA und bald darauf in der ganzen Welt? Dass Rap all jenen eine Stimme gibt, auf die sonst niemand hört? Und vielleicht liegt es daran, dass die Ausgegrenzten diese neue Macht nutzen und ihre Hoffnungen und Ängste öffentlich machen? Und auch daran, dass Hip-Hop keine Grenzen kennt, dass es nicht wichtig ist, woher einer kommt, welche Ausbildung er mit welchem Erfolg absolviert hat, dass es keine Hip-Hop-Akademien gibt? Oder es ist die Battle, der offen und öffentlich ausgetragene Wettkampf, der alle Ausdrucksformen der Hip-Hop-Kultur bestimmt, sie wandlungsfähig und innovativ machte über Jahrzehnte - und auch heute noch macht?
Es ist viel geschrieben worden über Hip-Hop in den letzten drei Jahrzehnten, viel Kluges, viel Falsches, und meist wurde von Außenstehenden über die Kultur geschrieben. In der langen Hip-Hop-Nacht kommen deshalb die Hip-Hops selbst zu Wort, bekannte Protagonisten wie Scorpio von Grandmaster Flash & The Furious Five, Gabin von Aktuel Force, Thomas D von den Fantastischen Vier und Toni L von Advanced Chemistry. Außerdem noch unbekanntere Vertreter der Szene wie Textor von Kinderzimmer Productions, Treyer von der Gruppe Sieben, Bektas, die Sons of Gastarbeita, Brazn und einige mehr. In der Vielfalt der Stimmen wird so die Faszination Hip-Hop deutlich, die Jugendliche auf der ganzen Welt begeistert. Ob es nun gefällt oder nicht, Hip-Hop hat eine kulturelle Revolution ausgelöst: Immer mehr Jugendliche treffen im Hip-Hop zusammen, werden selbst zu Malern, Tänzern, Komponisten, Dichtern und heben die Grenze auf zwischen Künstler und Publikum.
Das Lebensgefühl Hip-Hop ist so vielfältig wie die Menschen, die diese Kultur leben. Und ihr Maßstab ist nicht die Pop-Kultur, sondern die allgemeine Kulturgeschichte. Die Parallelen, die sich dann ergeben, sind überraschend und faszinierend, zu hören sind sie in der Langen Hip-Hop-Nacht: "ich will, dass man mich hört und sieht, deswegen rapp' ich".
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Sascha Verlan / Hannes Loh "20 Jahre HipHop in Deutschland" Hanniball Verlag 2000
Im Jahr 2000 ist HipHop in Deutschland allgegenwärtig: in Funk, Fernsehen, Film, Mode, der Boulevardpresse und im klassischen Feuilleton. Und nirgendwo sonst sind Missverständnisse, Unwissen und Vorurteile größer als in den bisherigen Darstellungen der HipHop-Kultur in den Medien. HipHop ist Poesie und Pop, Kunst und Schmiererei, Kreativität und Stumpfsinn. HipHop ist aufklärerisch und reaktionär, gewaltfrei und zerstörerisch - alles zu seiner Zeit, alles zur selben Zeit. Dieses Buch spiegelt diese Vielfalt wider: als Reader für Fans, Fundgrube für Journalisten, Schatzkästchen für HipHopper und kritisch aufgearbeitete Story der Bewegung in Deutschland.
Sascha Verlan
Die Bezeichnung Hip Hop steht für eine ,Anfang der 70´er Jahre entstandene, afroamerikanischen Strassenkultur. Die in einem New Yorker Stadtteil ,der Bronx, entstandene "Musikbewegung" wurde vorwiegend von der hier lebenden Minderheit ,den farbigen Jugendlichen, entwickelt.
Neben den dort lebenden Afroamerikanern nahmen auch viele "andere" Einwanderer (Minderheiten), wie z.B. aus Puerto Rico , dem karibischen Raum (Barbados, Jamaika und Kuba) und aus Westafrika (Kongo ,Nigeria ,Ghana), an der Entwicklung teil.
Der gesamte (heutige) Hip -Hop gründet auf dem Sprachgesang (Rap), zusätzlich zu dem Ausdruck des Rap´s entwickelte sich eine entsprechend Tanzform,dem Break Dance, und Kleidungstile die mit dem Graffiti zum Grundstein der Hip Hop Kultur wurden. Sugar Hill Gang - Rapper's Delight
i said a hip hop the hippie the hippie Weiterlesen: http://www.lars-rohleder.de
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Toasting und Rap Von der Improvisation zur Komposition von Andreas van Hooven Es war 1979, als die Sugar Hill Gang ihre ersten Rap-Töne veröffentlichte. Eine vertraute Basslinie des Titels Good times von Chic lief 14:34 Minuten lang. Drei Vokalisten sprachen abwechselnd im Einklang der instrumentalen Basis: With a hip, hop, the hipit, the hipiditpit, hip, hop, hopit, you don't stop... Die Platte verkaufte sich als Rapper's Delight zwei Millionen Mal und erreichte ein Massenpublikum. Die amerikanischen Musik-Marktführer orientierten sich bislang anders. 2 Strömungen beherrschten das Kaufverhalten der jungen Leute: Pop und der Mainstream des Hardrock. Der Vergleich zur Frühzeit des BeBop war da. Quincy Jones sagte dazu, es "hat mich an meine Anfänge in New York erinnert, als ich Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Mingus, Bud Powell und Thelonious Monk entdeckte, die alle zusammen dieselbe Gesinnung hatten. Die Parallele war perfekt: Die Radiostationen wollten sie nicht spielen und die Bourgeoisie war entsetzt." http://www.schleuse.de/garage/ Die Sache mit den Klößen
Der Peter war ein Renomist.
Wer fragte: "Wie weit springst du, Peter?"
So war es immer: Peter log,
Als man einmal vom Essen sprach,
Die andern Kinder lachten sehr,
Der Preis bestand, besprachen sie,
Kurts Eltern waren ausgegangen. Weiterlesen: http://www.gedankenland.net/kinderlyrik.htm
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Kinderzimmer Productions - Wir sind da wo oben ist
Zu Beginn seiner Teeniezeit ging Thor Ehinger a.k.a Switcheroony oft zum Spielplatz, um heimlich zu rauchen, die geklauten Praline-Hefte zu studieren und seiner nölenden norwegischen Mutter aus dem Weg zu gehen. Die beiden, oft von einer herumlungernden Bande Viertklässler drangsalierten, blassen Kids, waren ihm schon öfter aufgefallen, doch er hatte keine Lust, sich aufzuspielen und "den Kleinen" aus der Vierten Bescheid zu stoßen.
Henrik kam - gerade mal sechs Jahre alt - mit seinen Eltern frisch aus Schweden nach Ulm und sprach kaum Deutsch. Auch Sascha war - als echter Ulmer Schwabe - des (Hoch-) Deutschen kaum mächtig. Im Laufe der Jahre verlernte Henrik sein Schwedisch vorsichtshalber, während Sascha mittlerweile zwei Sprachen fließend spricht, Deutsch und Schwäbisch.
Irgendwie mochte Thor die selbstversunkene Art der beiden, die es trotz offensichtlicher Sprachprobleme schafften, sich zu verstehen. Er selbst konnte nicht behaupten, jemanden zu haben, der ihn wirklich verstand. Also ging er bei einer der üblichen nachmittäglichen Piesackereien dazwischen und war fortan so etwas wie der große Bruder und Beschützer der beiden. Trotz des Altersunterschieds trafen sich die drei öfter und schließlich war es Switcheroony, der die beiden zum HipHop brachte. Henriks Mutter - Lena Möllerström - war Mitte/Ende der 60er eine gefeierte schwedische Jazzsängerin, sein Vater - Günther von Holtum - ein klassisch ausgebildeter Schlagzeuger, Musik war also im Hause von Holtum ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Oft saßen die drei Jungs vor der Holtumschen Plattensammlung und hörten sich Geschichten von Henriks Mutter und ihre alten Aufnahmen an. Doch eines Tages brachte Thor eine Kassette mit, die er von einem GI - Ulm war amerikanische Garnisonsstadt - bekommen hatte und die das Leben der drei nachhaltig verändern sollte.
In komisch geschwungenen Buchstaben - Switcheroony hütet das Tape noch heute wie seinen Augapfel - stand dort über einem gemalten Mikrofon der Schriftzug DJ Mike La Rock. Auf dem Tape befand sich eine Musik, die noch keiner der drei vorher gehört hatte und die drei weit aufgerissene Münder und verstörte Gesichter hervorrief: Rap! Massive Töne
Schon lange gehören sie zu den besten einheimischen HipHop-Crews, mischen auf Bühnen, in Clubs und im Radio massiv mit, ziehen den Scheiß durch wie'n roten Faden. In mehr als zehn Jahren Bandgeschichte haben sie sich, auf hunderten von Auftritten, mit dutzenden Singles und EPs, jeder Menge Features und zwei Alben, gleichzeitig Hörner abgestoßen und Hörer angezogen. ""Früher war alles besser" ist doch Blödsinn!", meint Schowi. "Und dauernd zu betonen, dass man das alles schon so lange macht, finde ich auch Scheiße. Daraus irgendeine Folgerung zu ziehen ist echt anmaßend." Das sollen andere machen. Massive Töne lassen lieber Platten sprechen. Und Taten.
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Hannes Loh und Murat Güngör - HipHop zwischen Weltkultur und Nazi-Rap
Damit hatte niemand gerechnet, aber das Tabu ist gebrochen: Seit dem Jahr
2001 gibt es in der deutschsprachigen Rap-Szene erstmals nationalistische
sowie rassistische Statements. Deutscher HipHop hat sein Gesicht verändert;
die Aufbruchsstimmung der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre ist verloren
gegegangen. Damals bauten viele Türken, Afrodeutsche, Jugoslawen, Griechen,
Italiener und Deutsche eine Szene auf, in der Herkunft, Hautfarbe und
sozialer Stand keine Rolle spielten. Vor allem die Kinder so genannter
Gastarbeiter machten mit HipHop nachdrücklich auf sich aufmerksam. Weiterlesen: http://www.rock-links.de/texte/loh/muha-01.html Es begann vor 40 Jahren
In den Texten migrantischer Rap-Crews gibt es einen roten Faden: Man braucht nicht lange nach Themen wie Rassismus oder Alltagserfahrungen zu suchen. Offenbar provozieren solche Topics jedoch viele so genannte Deutschrap-Konsumenten. In ihrer Perspektive mutieren Rapper mit migrantischem Hintergrund schnell zu Leuten mit negativen Vibes. Es gibt eine Diskrepanz in der Wahrnehmungen und einen Clash unterschiedlicher Lebensbedingungen und -erfahrungen innerhalb einer (HipHop-)Kultur. Es wird vor allem auch deutlich, dass es eine andere Seite gibt, wie Da Fource, eine HipHop-Crew aus Berlin, in einem ihrer Songs rappen. Und diese andere Seite ist überall in Deutschland präsent. Weiterlesen:
Kanak Attak ist der selbstgewählte Zusammenschluß verschiedener Leute über die Grenzen zugeschriebener, quasi mit in die Wiege gelegter "Identitäten" hinweg. Kanak Attak fragt nicht nach dem Paß oder nach der Herkunft, sondern wendet sich gegen die Frage nach dem Paß und der Herkunft.
Wir sind ein Zusammenschluss afrodeutscher Hiphop-/Soul- und Reggaekünstler, die in der Debatte um rassistische Gewalt ein Statement abgeben. Unsere Arbeit und die unseres Vereines beschäftigt sich mit dem Thema Gewalt gegen Ausländer, speziell people of color und der staatlichen und öffentlichen Blindheit auf dem rechten Auge. Ausgehend von dem Skinhead-Mord an Alberto Adriano definieren wir afrodeutschen Rapper und Sänger unseren Standpunkt.
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Weitere interessante Links:
Rap History - Chronology http://www.neuemusikzeitung.de http://www.rap.de
Allgemeine und einführende Seite von Sascha Verlan, mit weiterführenden Links:
Interessantes Diskussionsforum:
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Literatur:
HipHop
HipHop XXL
"HipHop XXL ist die Kombination eines fetten Buches mit einer Doppel-Audio-CD besten deutschen Sprechgesangs von den Fantastischen Vier über Freundeskreis bis Fettes Brot. Neben einer kurzen Geschichte des Raps von den Anfängen bis heute sowie 150 Band- und Szenefotos enthält das Buch vor allem eins: Texte und Beats zahlreicher HipHop-Songs."
Jan Kage
David Toop
Sascha Verlan
Rap-Texte
Arbeitstexte für den Unterricht
Reclam
Graffiti-Kunst, Writing & Jugendinitiativen - mit vielen Links:
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