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 Lange Nacht
 Sendung vom: Samstag 20.5.2000   • 23:05

Die Lange Nacht vom Zufall
Gott würfelt nicht
Lostrommel aus dem 18.Jahrhundert Lostrommel aus dem 18.Jahrhundert
 
Moderation:  Ulrike Burgwinkel
 Carsten Schroeder
Studiogäste:  Elisabeth Hürter
 Prof. Alois Hahn
 Prof. Walter Krämer

Zufälle gibt's..., die gibt's gar nicht. Sie denken gerade an jemanden und kurz darauf ruft er sie an. Sie sitzen in Tokio in der U-Bahn und treffen einen alten Schulfreund. Sie verpassen die Bahn und entgehen einem folgenschweren Unfall. Und Sie erinnern sich noch an den Zufall, durch den Sie die große Liebe Ihres Lebens getroffen haben?

Zufall oder Schicksal? Ist Schicksal nichts anderes als reiner Zufall, oder ist es vorherbestimmt? "Gott würfelt nicht", meinte Albert Einstein und plädierte für eine rational begründbare, kausale, gesetzmäßige Ordnung der Welt. Gewürfelt wiederum wurde von Mathematikern und das Resultat war die Wahrscheinlichkeitsrechnung, mit der sie den Zufall in den Griff bekommen wollten. Sechs Richtige im Lotto zu tippen ist, statistisch gesehen, völlig aussichtslos. Andererseits: Jeder Jackpot wird mit Sicherheit irgendwann geknackt.

Bildende Künstler wie Hans Arp nutzen das Prinzip Zufall ebenso wie aleatorische Komponisten oder Tristan Tzara mit seiner dadaistischen Wundertüte. Der Philosoph Demokrit ging schon in der Antike davon aus, daß die Welt aus einer zufälligen Abweichung hervorging.

Zauber des Zufalls - die Lange Nacht der Schicksalsmächte, Glücksspieler und Chaosforscher.

 

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Literaturtipps:

http://www.uni-karlsruhe.de/~ae36/
Prof. Walter Krämer - Homepage

Walter Krämer
Denkste! Trugschlüsse aus der Welt des Zufalls und der Zahlen
Piper Verlag

Walter Krämer, Götz Trenkler:
Das neue Lexikon der populären Irrtümer
Unter Mitarbeit von Denis Krämer
Eichborn Verlag

Über 80 Wochen auf der Spiegel-Liste, über 200.000 verkaufte Exemplare: Das Lexikon der populären Irrtümer war ein Megaseller. Denn unsere Welt besteht aus unzähligen Irrtümern, und die Menschen wollen Aufklärung. Längst sind noch nicht alle Mißverständnisse, Fehlinterpretationen, Klöpse und Vorurteile vom Tisch, und darum heißt es jetzt: ein neues Lexikon der populären Irrtümer!

Esel sind dumm? Das denken Sie! Magengeschwüre durch Streß? Wirklich? Der Untergang der Titanic war die bisher größte Schiffskatastrophe? Mitnichten. Zuerst wurde das Telefon erfunden, dann das Fax. Irrtum. Bienen sterben nach dem Stechen? Schön wär's.

Wie schon der erste Band vertraut auch dieser bei der Unterscheidung von Irrtum und Wahrheit den etablierten Wissenschaften - angereichert durch den Spaß-Faktor der eingängigen Formulierung. So macht Wissen Freude. »Für den Rezensenten«, bekannte der Rezensent der Zeit, »war das Lexikon der populären Irrtümer das erste Lexikon, das er von A bis Z gelesen hat - und das mit dem größten Vergnügen.« Einen ebenso lehrreichen wie vergnüglichen Schmöker versprechen wir Ihnen auch mit der Fortsetzung. »Lex Pop II« - und Sie werden sich wundern. Übrigens: Beethoven schrieb Für Elise für Therese.

http://www.zeitzuleben.de/buch/inspiration/zufall.html
Mardorf, Elisabeth:
Das kann doch kein Zufall sein!
Verblüffende Ereignisse und geheimnisvolle Fügungen in unserem Leben.
München: Kösel, 1997.

Bei "Das kann doch kein Zufall sein" handelt es sich um ein Buch zu einem sehr speziellen Thema: Synchronizität. Elisabeth Mardorf ist den seltsamen Zufällen, die wir alle aus unserem Leben kennen, auf den Grund gegangen: Gestern haben wir an einen guten Freund gedacht, von dem wir ewig nichts mehr gehört haben und heute treffen wir ihn beim Einkaufen in der Innenstadt. Oder wir überlegen, nach Amerika auszuwandern und lernen im Zug jemanden kennen, der genau das vor einem halben Jahr gemacht hat.

Gibt es den sinnvollen Zufall? Wird unser Leben durch unser Schicksal so gesteuert, daß uns die richtigen Dinge zur rechten Zeit widerfahren? Wer sich schon einmal mit solchen oder ähnlichen Fragen auseinander gesetzt hat, wird in diesem Buch fündig. Elisabeth Mardorf will ihre Leser und Leserinnen dazu ermutigen, mehr Vertrauen in solche glücklichen Zufälle zu haben, denn sie tauchen in jedem Leben auf. Für manche Menschen werden so Lebensthemen festgeschrieben.

Das Lesen des Buches ist ein bißchen wie ein Gespräch mit einer guten Freundin - persönlich und lebensnah berichtet die Autorin von ihren eigenen Erlebnissen und von solchen, die ihr im Laufe ihrer Recherche berichtet wurden. Sie untermauert ihre Ansichten mit theoretischen Wissen. Ein rundes Buch zu einem ungewöhnlichen Thema.

Marquard, Odo:
Apologie des zufälligen. Philosophische Studien.
Reclam Verlag

Mit zufälligen Ereignissen haben wir sehr oft zu tun. Die einen heißen "Glück" und die anderen "Pech". Und dann gibt es noch die indifferenten Ereignisse, die wir gewöhnlich ignorieren. Wer eine Pechsträhne erwischt hat (oder sie ihn) ist nicht geneigt, an Zufälle zu glauben. Dies jedoch sind subjektive Einschätzungen und Wertungen. Gibt es aber objektive Kriterien, welche den Zufall beurteilbar machen könnten? - Um dahin zu kommen, ist es hilfreich, sich darüber Gedanken zu machen, was kein Zufall ist.
Und damit wieder einmal schlagen wir die Brücke zur klassischen Mechanik, welche prinzipiell keine zufälligen Ereignisse zuließ. Das gerade machte einst das Wesen jener Wissenschaft aus und legte nachdrücklich und nachhaltig, und schließlich sehr nachteilig auch, das Verständnis fest von der Natur bis Ausgang des 19. Jahrhunderts. Die kausale Denkweise bestimmte das wissenschaftliche Denken - und dies in jeder Beziehung. Jede Wirkung hatte ihre Ursache. Jene Ursache wiederum war Wirkung einer vorangegangenen Ursache, welche wiederum..., usw.
Weiterlesen: http://www.neundorf.de/zufall.htm#zufall1

Testen von Folgen von Zufallszahlen
Es gibt viele statistische Tests, die dazu dienen, eine Zahlenfolge auf ihre Verteilung und/oder zufälligkeit zu überprüfen. Eine Gleichverteilung liefert meistens schon einen guten Grad an zufälligkeit, weil keine lokalen Anhäufungen von Zahlen existieren
weiterlesen: http://www.uni-koblenz.de/~hasan/zufall/node4.html

http://www.morgenwelt.de/magazin/repo-4.htm
Doktor Zufall als Labor-Assistent.
Teflon, Post-it-notes und Fullerene

http://www.reschke.de/wirkgilde/zufall.htm
Zufall gibt es nicht. Man kann sich eher darüber wundern, weshalb so viele glauben, die Dinge würden aufgrund von "Zufall" geschehen. Es heißt, Schicksal oder Bestimmung - oder wie man es sonst nennen will - sei nicht beweisbar. Zufall ist genausowenig beweisbar. Zufall ist eher ein Gefühl, das aus einer desolaten,unzusammenhängenden, sinnlos erscheinenden Lebensweise resultiert.

http://members.aol.com/mathfuzzy/
THEORIE/KOMPLEX/fraktal.html

Fraktale - Regelmässigkeit im Chaos

Die Chaostheorie ist eine recht junge Theorie. Sie wurde in den 70er Jahren entdeckt. Einer der Finder dieser Theorie war Benoît B. Mandelbrot. Sein Essay "The Fractal Geometry of Nature" gilt als eines der wichtigsten Werke auf diesem Gebiet. Die Theorie ist so einfach wie komplex. Grob zusammengefasst zeigt sie, dass die Welt, in welcher wir leben, trotz eines "chaotischen" Bildes sehr wohl geordnet ist. Ziel der Theorie ist es, Zusammenhänge zwischen verschiedensten Ereignissen in der Natur aufzuzeigen und damit ein Verständnis der Komplexität unserer Welt zu schaffen. Eine Küstenlinie aus grosser Höhe betrachtet, ähnelt sich selbst, je näher man sich ihr nähert. Dieses Prinzip der Selbstähnlichkeit wird weiter unten noch detaillierter beschrieben, dient aber als Grundlage für die gesamte Theorie. Sie zeigt nämlich, dass es keinen grossen Unterschied macht, ob man die grossen oder die kleinen Küstenlinien betrachtet - sie werden lediglich in einem anderen Massstab betrachtet. Die daraus folgende Reduktion auf die wesentlichsten Bestandteile führt dazu, dass der Umfang der zu erforschenden Funktionen auf ein Minimum reduziert werden kann, auf der anderen Seite leidet die Genauigkeit der Beschreibung in keiner Weise.
http://www.fractal.ch/d_chaos.html

Apfelmännchen-Grafik Apfelmännchen-Grafik Der amerikanische Mathematiker Benoit B. Mandelbrot hat sich mit geometrischen Formen beschäftigt und entdeckte 1980 eine Zahlenmenge, die seitdem als Mandelbrotmenge bezeichnet wird. Die Figuren, die bei der grafischen Darstellung der Zahlen entstehen, heißen Apfelmännchen. Ohne Zweifel zählen die Apfelmännchen-Grafiken zu den populärsten Vertretern fraktaler Grafik. Auf der Suche nach einer einheitlichen Bezeichnung für seine vielfältigen Formen und Strukturen prägte der Mathematiker den Begriff "fraktal" (englisch: "fractal").
Weiterlesen: http://homepages.fh-giessen.de/~hg6523/
fh/diplomarbeit/page137.htm

1975 prägte Benoit Mandelbrot den Begriff »Fraktal«, und es wurde schick, überall Mandelbrot-Mengen und Schmetterlingseffekte zu erkennen. Die Chaosmode spendete Trost in einer unübersichtlichen Welt und bewies: Es gibt noch viel zu entdecken im Reich der Zahlen.
Weiterlesen: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft/
9906-zahlen-d.htm

http://www.sideware.de/lotto/lotto.htm
Fordern Sie selbst den Zufall heraus...

Dem Zufall auf die Schliche kommen
Forscher erörterten neue Verfahren und Anwendungen
für die Stochastik - Forschung aktuell
aus Naturwissenschaft und Technik
http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-forschak/2192.html

„Meister Zufall und die Herrscher der Elemente"
Ein CD-Rom-Spiel um Schwerkraft, Zeit, Elektrizität, Wärme, Licht und Zufall
Tivola Verlag, Berlin
ab acht Jahre
Hoch oben auf einem Schloß in einem fernen Land leben die Herrscher der Elemente. Von hier aus regieren sie über Zeit, Schwerkraft, Elektrizität, Wärme und Licht. Einzig der Zufall läßt sich nicht von ihnen beherrschen. Als die Katze von Meister Zufall verschwindet, droht das Zusammenspiel der Naturkräfte aus dem Gleichgewicht zu geraten. Mit dem geheimen Buch vom Meister Zufall können die Mitspieler das Rätsel um die verlorene Katze lösen und den Herr-schern der Elemente helfen, ihre Macht zurückzugewinnen. Allerdings fehlen dem Buch die entscheidenden Seiten zum Lösen der Aufgabe.

zufällig

Georg Kreisler ( Unser Volk, wie Sie wissen, hat es nicht leicht,
und wenn man es nicht leicht hat, dann wünscht man sich viel,
und wenn man sich viel wünscht, dann geht viel nicht in Erfüllung,
und wenn viel nicht in Erfüllung geht, dann träumt man ... )

Wenn ich zufällig auf der Straße geh'
und zufällig irgendjemand seh',
und zufällig springt er in den Fluß,
und ich rett' sein Leben,
denn ganz zufällig zieh' ich ihn heraus,
und zufällig weist er sich dann aus
- ganz zufällig - als ein Millionär
- ja, sowas solls ja geben -
und ganz zufällig fragt er, was ich will,
und zufällig sag ich: eine Mill',
und zufällig hat er sie bei sich,
zufällig ... zufällig ...

Doch leider gibt's das nie,
außer in der Phantasie.
Seh' ich wen im Stadtverkehr,
ist das nie 'n Millionär.
Doch was liegt daran,
da ich doch nicht schwimmen kann.
Also kann man sehn,
mir kann sowas nie geschehn.

Doch, wenn ich zufällig auf der Straße geh'
und zufällig eine Dame seh',
die zufällig außerdem noch schön,
sowie jung und schlank ist,
und ganz zufällig denkt sie auch von mir
- ganz zufällig - so wie ich von ihr,
und zufällig lächelt sie mich an,
weil sie augenkrank ist,
und ganz zufällig lade ich sie ein,
und ganz zufällig sagt sie gar nicht nein,
und zufällig verliebt sie sich in mich,
zufällig ... zufällig ...

Doch leider gibt's das nie,
außer in der Phantasie.
Jede Frau, auf die ich stieß,
war bisher alt und mies.
Doch was liegt schon dran,
da ich 's mir nicht leisten kann.
Also kann man sehn,
mir kann sowas nie geschehn.

Doch, wenn ich zufällig auf der Straße geh'
und zufällig Nachbarn von mir seh',
und zufällig geh ich nah heran,
statt davonzuschleichen,
und ganz zufällig winken die mich her,
und zufällig freuen die sich sehr,
und zufällig sprechen sie mit mir
wie mit ihresgleichen,
- gar nicht zufällig, heimlich und versteckt,
und zufällig, weil man was bezweckt,
nein - zufällig akzeptiern sie mich,
zufällig ... zufällig ...

Doch leider gibt's das nie,
außer in der Phantasie.
Jeder denkt sich schadenfroh:
Ich bin so, du bist so.
Mir liegt viel daran,
doch, da ich 's nicht ändern kann,
kann man täglich sehn,
mir kann sowas nie geschehn.

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