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 Lange Nacht
 Sendung vom: Samstag 13.11.1999   • 23:05

Die Lange Nacht vom Telefonieren
Der sprechende Knochen

Moderation:  Florian Felix Weyh
Studiogäste:  Dr. Jürgen Bräunlein
 Esther-Blanche Scheidler

Wie oft hat man sich über die Störung im unpassenden Moment geärgert - und greift doch stets zum Hörer, sobald sich der kleine Haustyrann auch nur räuspert. "Das Telefon", befindet der Schriftsteller Peter Glaser, "ist eine elektrische Weiterentwicklung des Hundes. Es frißt Gebühreneinheiten und scheidet Gequassel aus." Trotz aller kindlicher Attitüden - immer will es im Mittelpunkt stehen und erheischt unsere ganze Aufmerksamkeit - fand sich das Telefon neben dem neuen Auto ganz oben auf der Wunschliste der abgekoppelten DDR-Bürger; die böswillige Metapher vom gesamtdeutschen "Anschluß" erwies sich nach der Wende als konkretes Telekom-Projekt. "Verdammt, ist da das Fernamt?" sang sich einst Manfred Krug den Frust von der Seele. Wahlfreiheit als rein politisches Phänomen betrachtet, greift eben zu kurz.

Von Warteschleifen und Schweigeminuten, Call-Centern und Telefonfräuleins, Tarifwirrwarr und Quasselstrippen, Liebesgesäusel und Hotlineversprechungen, kurzum: von allem, was man rund ums Telefon bereden kann, handelt die Lange Nacht vom Telefonieren. Spätestens seit dem Siegeszug des Handys hat "die Idee des Zuhauses ausgedient", wie der Romancier Don DeLilo schon beim Anrufbeantworter konstatierte, und mancher lebt inzwischen ganz in einer rein telefonisch verdrahteten Gesellschaft. Daß man das Handy eigentlich gar nicht so dringend braucht, beweisen allerdings statistische Zahlen: Die meisten - und längsten! - Gespräche finden über eine Distanz statt, die man bequem zu Fuß erledigen könnte.

Literatur und Theater, Film und Musik haben sich oft des "sprechenden Knochens" angenommen, von Cocteau bis Valentin, von Kafka bis Kästner. Auch wenn von 23.05 bis 2.00 Uhr noch reger Telefonverkehr in den Kabelnetzen herrschen mag - während dieser Langen Nacht wird sich kein Radiohörer durchs Schrillen seines Apparats den Hörgenuß vergällen lassen. Versprochen.

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Telefonzelle

Der sprechende Knochen

»Das Telefon«, befindet der Schriftsteller Peter Glaser, »ist eine elektrische Weiterentwicklung des Hundes. Es frisst Gebühreneinheiten und scheidet Gequassel aus.« Schon die ersten Sätze des neuen Mediums, die der Privatschullehrer Johann Philipp Reis über eine kaum hundert Meter lange Leitung schickte, waren nicht unbedingt von Tiefsinn geprägt. Neben dem legendären »Das Pferd frisst keinen Gurkensalat« vernahm sein Gesprächspartner eine Neudeutung des Universums: »Die Sonne ist aus Kupfer« - freilich soll er nur die ersten drei Worte verstanden haben. Ungefährlich war die neue Kommunikationstechnologie auch nicht; ihr Begründer starb bereits mit vierzig Jahren an giftigen Gasen, die aus den Batterien aufstiegen. Trotz der Gerüchte von überhitzten Gehirnzellen und Hörsturzgefahr durch exzessiven Hörermissbrauch kann von derartigen Risiken heute nicht mehr die Rede sein - nur dick macht Telefonieren angeblich. Dass es nebenbei auch unsere Umgangsformen verändert hat, ist den wenigsten Menschen ausreichend bewusst, um es auch einmal in seine Schranken zu weisen. Unersättlich wie ein kleines Kind spielt sich der Reissche Apparat immer wieder in den Mittelpunkt; seiner schrillenden Dringlichkeit kann sich kaum ein Gesprächsteilnehmer entziehen. Egal, wo man sich gerade aufhält, beim Arzt, bei der Geliebten oder in einer ernsten Unterredung - das Telefon drängt sich mit sturer Rücksichtslosigkeit dazwischen. Spätestens seit dem Siegeszug des Handys hat sogar »die Idee des Zuhauses ausgedient«, wie der Romancier Don DeLilo schon beim Anrufbeantworter konstatierte. Und mancher lebt inzwischen ganz in einer rein telefonisch verdrahteten Gesellschaft. Dass man das Handy gar nicht so dringend braucht, beweisen statistische Zahlen: Die meisten - und längsten! - Gespräche finden über eine Distanz statt, die man bequem zu Fuß erledigen könnte. Nur ästhetisch hat das Ding aus dem 19. Jahrhundert noch immer seine Mängel, da helfen keine Marmorimitate und Edelholzfurniere: »Es sieht aus wie ein aus Knetplastik modellierter Terrierschädel mit Ohrenknochen. Es hängt an einer Leine und bellt (von engl. bell: Klingel).« (Peter Glaser) »Verdammt, ist da das Fernamt?«, sang sich einst Manfred Krug den Frust von der Seele, denn obwohl der Griff zum Hörer ganz offensichtlich ein anthropologisches Grundbedürfnis darstellt, mussten die abgekoppelten DDR-Bürger lange warten, bis sie ihren »sprechenden Knochen« in der Hand halten durften. Die böswillige Metapher vom gesamtdeutschen »Anschluss« erwies sich nach der Wende als konkretes Telekom-Projekt - freilich auch als absolut überfälliges. Wer 1990 im vereinigten Berliner Ortsnetz telefonierte, konnte manch neue Zufallsbekanntschaft im flotten Telefon-Dreier schließen. Von ungewollten Konferenzschaltungen und enervierenden Warteschleifen, von pietätvollen Schweigeminuten und enthemmten Quasselstrippen, von Call-Centern und Telefonfräuleins, Tarifwirrwarr und Hotlineversprechungen, kurzum: von allem, was rund ums Telefon eine Bemerkung wert ist, handelt diese Sendung. Auch wenn von 23.05 bis 2.00 Uhr noch reger Telefonverkehr in den Kabelnetzen herrschen mag - während dieser Langen Nacht wird sich kein Radiohörer durchs Schrillen seines Apparats den Hörgenuss vergällen lassen. Versprochen! · Florian Felix Weyh




MONOLOG FÜR ALLEINSTEHENDE

von Mascha Kaléko

Ruf mich doch an!
Zwo Zwo Acht Eins Null Neun.
So gegen sieben, wenn es dämmert.
Man fühlt sich dann so schrecklich übriggeblieben
Und ziemlich belämmert
Mit seinem einsamen Whisky
Und der matten gelben Rose
Im schwedischen Glas
Und dem Abendrefrain:
Wozu? Wozu.
Nach wieder einmal eines Tages Mühen.
Das kann einem schon auf die Nerven gehn.
Ich werde doch endlich das Gas aufdrehen.
Und dir einen ordentlichen Kaffee brühen.
- Was dachtest denn du?

AM TELEFON

von Gustav Sichelschmidt

Hallo? Wer da? Tante Kätchen?
Hier spricht Nettchen Pimpelfort.
Wie? Ich wär ein braves Mädchen?
Was denn? Ich versteh kein Wort.
Mutti? Nein, ist nicht zu Hause.
Fortgegangen um halb vier.
Kaffeeklatsch bei Tante Krause.
Gegen acht Uhr wieder hier.
Schule? Ist mir äußerst lästig.
Schade um die schöne Zeit!
Rechnen? Hasse wie die Pest ich.
Lesen? Schrecklich! Tut mir leid.
Ganze Sache ziemlich peinlich.
Schwamm darüber! Kinderfest?
Sonntagnachmittag wahrscheinlich?
Sehen, was sich machen läßt
Hallo! Wer ist eine Jöhre?
Ich? Wieso denn? Kann schon sein.
Bitte schön? ob ich noch höre?
Tschüß! Nun häng ich aber ein!

HALLO AL, HIER SPRICHT DEIN TOTER CHEF

von Al Imfeld

1997 verstummte in einer der besseren Vorstädte Harares - der Hauptstadt eben jenes Landes, das heute Simbabwe heisst - eines Tages die Telefonleitung. Es stellte sich heraus, dass in einem kleinen Wäldchen zwischen Zentrum und Vorstadt auf etwas mehr als zwölf Metern die Kabel fehlten. Jemand hatte sie in der Nacht ausgegraben und mitgenommen. Ähnliche Vorfälle ereignen sich in vielen Ländern Afrikas immer wieder. Die Telefongesellschaft Simbabwes war ratlos. Woher innert nützlicher Zeit Ersatz auftreiben? Ein Aufruf der Polizei erbrachte nichts. Niemand wollte etwas beobachtet haben.

Da bot ein Nganga seine Hilfe an. Der traditionelle Zauberer trat abends in der "Tagesschau" auf und flehte die Zuschauer an: "Hört mir zu, es ist wichtig. Unsere Ahnen können nicht mehr kommunizieren, weil die Telefonleitung unterbrochen ist. Bitte, legt die Kabel zurück. Die Diebe konnten nicht wissen, dass die Ahnen heutzutage über die Telefondrähte Kontakt zu den Menschen aufnehmen. Die Verbindung muss aber bald wiederhergestellt werden, oder etwas Böses wird geschehen."

Zwei Tage später lagen die gestohlenen Kabel wieder in der Nähe des Tatorts, fein säuberlich aufgerollt. Die Spuren bewiesen, dass sie von drei Lastwagen herangekarrt worden waren. Noch einmal trat der Nganga in der Tagesschau auf. Er berichtete den Zuschauern vom glücklichen Ausgang und warnte künftige Täter: "Diesmal gibt es keine Strafuntersuchung. Die Ahnen haben es so angeordnet. Das nächstemal aber, so sagen sie, werden die Täter sterben."

Aus: NZZ-Folio Nr. 9/1999

SCHILTEN

von Hermann Burger

Der Apparat im Lehrerzimmer verkörpert die Drohung eines jederzeit möglichen Anrufs und muß infolge­dessen bewacht werden. Ohne eine ständige Telefonwache würde der Unterricht noch mehr zerrüttet, als er es ohnehin schon ist. Die Telefonwache wird von den Lektionen dispen­siert und in die Sammlung abkommandiert. Es scheint mir eher zu verantworten, daß ein Schüler dem Unterricht ganz fern bleibt - dem Telefon geopfert wird -, als daß die ganze Einheitsförderklasse nur halb dabei ist, weil sie dauernd das Schrillen, das ohnehin vom Pausenläuten schwer zu unter­scheiden ist, im Ohr zu haben meint. Pausenläutwerk und Telefonläutwerk sind eng nebeneinander im Treppenhaus angebracht, sehen einander mit den Zwillingsglocken zum Verwechseln ähnlich. Die abkommandierte Wache über­nimmt die Funktion einer Prontoordonnanz. Sie schüchtert den Anrufenden dadurch ein, daß sie den Hörer blitzartig von der Gabel reißt und sich mit einer Prontoformel meldet. Wir haben einen ganzen Katalog von solchen Reaktionen ausge­arbeitet, die es uns ermöglichen sollen, die Initiative an uns zu reißen. Jeder Telefonator bereitet sich bekanntlich auf das zu führende Gespräch vor, während er die Nummer wählt ­unter anderem ein Grund für die vielen Fehleinstellungen. Je länger es in seinem Ohr fiept, desto ruhiger kann er sich den ersten Satz überlegen. Aus dieser Konzentration muß man, will man erfolgreich kontern, den Telefonator herausreißen, indem man etwas völlig Unerwartetes in die Muschel schreit. Ich sage den Schülern immer wieder: Stellt euch einmal diese Verblüffung vor! Die Leute machen sich, wenn sie uns anru­fen, auf eine lange Wartezeit gefaßt. In ein Schulhaus hinein­zutelefonieren, erst noch in ein abgelegenes Waldschulhaus, ist doch mit dem Gefühl verbunden, man störe, der Mann am andern Ende des Drahtes müsse zuerst geweckt, aus der Schulhausstille und Schulhauskühle herbeigezaubert oder aus dem Unterricht weggesprengt werden. Man richtet sich also gemütlich ein am Telefontischchen, nimmt etwas zum Knabbern mit und will sich mit dem Tuten in das hinterste Versteck des Abonnenten bohren. Statt dessen klickt es, kaum angeklingelt, und der Telefonator wird mit einer Prontosalve

über den Haufen geschossen: Hallo, Sie da, was fällt Ihnen ein, Sie sind falsch verbunden! Oder: Diese Nummer ist schon längst nicht mehr in Betrieb, schon gar nicht als Fried­hofnummer! Oder: Wie können Sie uns denn erreichen, wir haben ja gar kein Telefon! Oder: Bei uns schneit es, bei Ihnen auch? Das ist unsere Taktik. Je reaktionsschneller die Ordon­nanz, desto eher wird der Telefonator schachmatt gesetzt,

sein Anliegen neutralisiert. Die Verblüffung über die Prontoformel müßte so groß sein, daß er den Hörer vom Ohr nähme und entgeistert in der Hand wöge, als wäre er dazu aufgefor­dert worden, sein Gewicht zu schätzen. Die Leute, sage ich den Schülern immer, die darüber klagen, das Telefon schrille den ganzen Tag, haben eine falsche Einstellung zu diesem Gerät. Sie lassen sich in die Defensive drängen. Nun gibt es freilich auch eine Möglichkeit, aus der Defensive zu kontern. Man läßt es so lange klingeln, bis der Telefonator nicht mehr damit rechnet, daß abgenommen wird, und überrascht ihn dann mit der Prontoreaktion in jener Phase der Zerstreuung, in der er gleichsam seine Gesprächszelte abbricht. Viel Intuition erfordert die dritte Abwehrmöglichkeit. Man errät aus den Umständen des Tages, wer anruft, läßt es schellen, ruft nach einer Weile zurück und sagt: Haben Sie vorher angerufen? Dann haben wir jetzt zurückgerufenl Dann hängt man auf, und wenn es wieder klingelt, nimmt man natürlich nicht ab. Noch mehr Fingerspitzengefühl verlangt die Kunst vorwegzutelefonieren, Leute, von denen man weiß, daß sie dem­nächst anrufen wollen, mit einem Abschreckungstelefonat aus der Fassung zu bringen. Alle diese speziell für den Schiltener Telefondienst entwickelten Methoden haben den Zweck, aus der Defensive des Telefonanden in die Offensive des Telefonators überzugehen. Satz, diktiere ich den Schülern ins Generalsudelheft: Wer selber telefoniert, kann telefonisch nicht erreicht werden.




Literaturliste
  • Bräunlein, Jürgen: "Ästhetik des Telefonierens"
    Wissenschaftsverlag Volker Spieß
    Berlin 1997
  • Bräunlein, Jürgen, Flessner, Bernd (Hg.):
    "Der sprechende Knochen"
    Königshausen & Neumann
    Würzburg 1999
  • Bräunlein, Jürgen: "Schön blöd!"
    Quadriga Verlag
    Berlin 1999
  • Görtz, Franz Josef: "Kleine Philosophie der Passionen: Telefonieren"
    Deutscher Taschenbuch Verlag
    München 1999
  • Görtz, Franz Josef: "Literatur und Telefon"
    Edition Isele
    o.O. 1994
Kultur- und Technikgeschichte, Kultursoziologie
  • Anonymus: "Fernsprechregeln oder der Angeschlossene, wie er sein soll. Zugleich Winke für Anschlußlustige"
    R.v. Deckers's Verlag (Reprint v. 1884)
    Heidelberg 1983
  • Behme, Rolf (Hg.): "Telefonzelle"
    Schack Verlag,
    Dortmund 1998
  • Flusser, Vilém: "Gesten"
    Bollmann Verlag
    Bensheim 1993
  • Forschungsgruppe Telefonkommunikation (Hg.): "Telefon und Gesellschaft"
    Wissenschaftsverlag Volker Spiess
    Berlin 1989
  • Gábor, Luca (Hg.): "Der Telefonbote"
    Ungarischer Rundfunk
    Budapest 1993
  • Eine Kuriosität: Die Geburt des Radios aus dem Geiste des Telefons.
    Mit ISBN-Nummer [963-7058-08-79] evtl. bestellbar.
  • Genth, Renate, Hoppe, Joseph: "Telephon!"
    Transit Verlag
    Berlin 1986
  • Gold, Helmut, Koch, Annette (Hg.): "Fräulein vom Amt"
    Prestel-Verlag
    München 1993
  • Karasek, Helmuth: "Hand in Handy"
    Hoffmann & Campe
    Hamburg 1997
  • Kemper, Peter (Hg.): "Handy, Swatch und Party-Line"
    Insel Verlag
    Frankfurt 1996
  • McLuhan, Marshall: "Die magischen Kanäle"
    Verlag der Kunst
    Dresden 1994
  • Zeiger, Sabine: "Das Pferd frißt keinen Gurken-salat"
    Böhlau Verlag
    Wien 1997
Themenanthologien
  • Baron, Ulrich (Hg.): "Please, hold the line" Reclam Verlag Leipzig 1996
  • Lange-Garritsen, Helga (Hg.): "Poetisches Telefonbuch" R.v.Decker's Verlag Heidelberg 1987
  • NZZ-Folio Nr. 9: "Das Telefon" Neue Zürcher Zeitung Zürich September 1999
Auswahl literarischer Werke mit markanten Telefonierstellen
  • Brecht, Bertolt: "Gedichte über die Liebe" Suhrkamp Verlag Frankfurt 1994
  • Burger, Hermann: "Schilten" S.Fischer Verlag Frankfurt 1989
  • Camilleri, Andrea: "Der unschickliche Antrag" Verlag Klaus Wagenbach Berlin 1999
  • Glaeser, Ernst: "Frieden" Gustav Kiepenheuer Verlag Berlin 1930
  • Hildesheimer, Wolfgang: "Tynset" Suhrkamp Verlag Frankfurt 1992 Kaléko, Mascha: "In meinen Träumen läutet es Sturm" Deutscher Taschenbuch Verlag München 1997
  • Kunert, Günter: "Im toten Winkel" Hanser Verlag München 1992
  • Maraini, Dacia: "Stimmen" Piper Verlag München 1997
  • Strauß, Botho: "Die Fehler des Kopisten" Deutscher Taschenbuch Verlag München 1999
  • Tomeo, Javier: "Der Löwenjäger" Verlag Klaus Wagenbach Berlin 1988
  • Tornow, Thorsten: "Kleine Feuer" Ullstein Verlag Berlin 1997
  • Valentin, Karl: "Falsch entbunden" Piper Verlag München 1998
  • Valentin, Karl: "Senkrechter Kurvenflug im horizontalen Dreieck" Piper Verlag München 1996



Telefonlinks im Internet:

  • Telefontraining
    Mit Erfolg verbunden
    Gefangen in der Warteschleife
    Mein Freund Kristof hat Probleme mit seinem Computer. Er ruft bei seinem Vertragshändler an. Zwei Minuten Freizeichen, dann eine Frauenstimme: "... mesgmbhgutnta ..." Kristof: "Wie bitte?" - "Comes GmbH, guten Tag." - "Ach so. Herrn Müller hätte ich gerne." - "Welche Abteilung?" - "Weiß ich nicht." - "Was wollen Sie denn?" - "Ja, ich habe da von Ihrer Firma einen Computer geliefert bekommen, und jetzt ist plötzlich..." - Frauenstimme, unterbricht: "Wenn es um ein technisches Problem geht, da ist unsere Hotline zuständig. Soll ich Ihnen die Nummer geben?" - "Nein. Da habe ich gerade angerufen. Die haben gesagt, ich soll mich an Herrn Müller wenden." - "Na gut. Moment, ich verbinde." Drei Minuten Musik, dann wieder eine Frauenstimme: "Comesgmbhgutentag." Kristof: "Guten Tag. Sie wollten mich gerade mit Herrn Müller verbinden." - "Ach, das war wohl meine Kollegin. Welche Abteilung?" - "Weiß ich nicht." - "Etwas genauer muß ich das schon wissen: Wir haben hier mindestens fünf Müllers." - "Vielleicht irgendwas mit Service oder so?" - "Dafür ist dann unsere Hotline zuständig. Soll ich Ihnen die Nummer geben?" Ein Telefongespräch, wie es täglich tausendfach erlitten wird, ein Beispiel für die Unfähigkeit, sich zu verständigen.
    Bitte weiterlesen: http://www.brigitte.de/job/
    aktuell/telefon.html
  • Telefonrecherche
    Auch für jugendeigene Zeitungen ist es oft wichtig, mit dem Telefon zu recherchieren. Zum Beispiel: Nachfragen beim Schulamt, ob wirklich alle Klassenfahrten gekürzt worden sind, Interview mit einem Politiker, warum das Jugendheim geschlossen worden ist, Meinungen von Politikern, Politikerinnen und Umweltverbänden einholen, ob grüne Schulhöfe zu befürworten sind, Interview mit jemandem von der Landesschülervertretung wegen der neuen Kürzungen, und so weiter ...
    Für eine Telefonrecherche gibt es eine Reihe von Dingen, die man beachten sollte, um eine Telefonrecherche schnell und effektiv zu betreiben.
    Bitte weiterlesen unter: http://www.deutsche-jugendpresse.de/
    sz-chat/telefon.htm
  • Der telefonische Vorkontakt
    Schätzungsweise mindestens 50% der Unternehmen bieten die Möglichkeit eines telefonischen Kontakts vor der Bewerbung an, und sie tun das mit gutem Grund: Die Vorauswahl findet bereits am Telefon statt, hier wird die erste Spreu vom Weizen getrennt. Erfahrungsgemäß nutzen nur wenige Bewerber die Möglichkeiten einer Vorabklärung und vergeben sich so Chancen. Die häufig anzutreffende psychologische Barriere überwinden Sie am besten durch eine umfassende Vorbereitung sowie durch das Anrufen bei Firmen, die für Sie gar nicht so relevant sind.
    Bitte weiterlesen unter: http://www.consultants.de/nbp/
    karriere/telefon.htm
  • Bundesweite Telefonseelsorge
    http://www.telefonseelsorge.de/
  • Callback-Gespräche
    http://www.a3.com/callback/telefon.htm
  • Firma für Wartemusik in Telefonanlagen
    http://telefon.psag.de/Wartemusik/wartemusik.html
  • Für Spione und Paranoiker
    http://www.spyshop.de/telefonueberwachung.htm
  • Linkliste Telefonauskunft und Tarife
    http://www.wielage.de/gewinnen/telefon.htm
  • Preisvergleich Telefonauskünfte
    http://www.zdf.de/ratgeber/WISO/
    Telefon/11515/index.html
  • Regulierungsbehörde für Telekommunikation
    http://www.regTP.de
  • Tarifübersicht
    www.billiger-telefonieren.de
  • Telefonieren übers Internet
    http://www.erlangen.netsurf.de/
    kurs/telefon.htm
  • Übersicht von Telefon-Gewinnspielen
    http://www.wielage.de/gewinnen/telefon.htm
Telefonseelsorge:

Bundesweite Nummer der Telefonseelsorge:
0800 - 111 0 111

Rund ums Telefon

In Holland wird es schon bald parfümierte Telefonkarten geben. Etwa Mitte November sollen Karten der Duftrichtung Anis auf den Markt kommen. Zum Weihnachtsfest seien Karten mit Tannen-Aroma, für später Erdbeer- und Pfefferminzkarten in Planung, teilte die Post mit.
(Süddeutsche Zeitung, 13.9.1997)

Ein Posterladenbesitzer in Spokane (US-Bundesstaat Washington) hat auf seinem Faxgerät ein geheimes FBI-Dokument erhalten, das Agenten der US-Bundespolizei vor terroristischen Milizen warnt. Der elfseitige Bericht sei versehentlich von einem Behördenbüro in Alberquerque (New Mexico) an eine falsche Nummer geschickt worden. Die Verwechslung der Telefonnummern sei unerklärlich. Der Vorgang werde weiter untersucht.
(Tagesspiegel, 28.10.1997)

Das miserable indonesische Telefonsystem ist dafür verantwortlich, daß mehrere neue Minister der Regierung Suharto zunächst nichts über ihre Ernennung erfuhren. Die Stimme des Präsidenten sei kaum zu hören gewesen, weil es am Wohnort des Anrufers stark regnete. Nach dem Ende des Regens rief Suharto noch einmal an und überbrachte dem neuen Minister die frohe Botschaft. Die dürftige Qualität der Leitungen war auch Grund dafür, dass der neue Energieminister, Kuntoro Mangunsubroto, die Stimme seines Präsidenten nicht erkannte. »Wer sind Sie?«, fragte er. Erst als Suharto seine geheime Telefonnummer nannte, kam Mangunsubroto die Erleuchtung.
(Tagesspiegel, 16.3.1998)

Ihr Handy macht Sie älter. Wer viel telefoniert, hat eine höhere Lebenserwartung. Das bestätigten Untersuchungen über Menschen, die 100 Jahre alt wurden. Die meisten hatten überdurchschnittlich viele soziale Kontakte. Dank Internet und Satellitenkommunikation wird das in Zukunft im leichter und billiger werden.
(Zeitmagazin, 22.1.1999)

Ein Mobiltelefon hat vermutlich die Schnellabschaltung eines schwedischen Kernkraftwerks ausgelöst. Wie die staatliche Kernkraftsinspektionsbehörde in Stockholm bekanntgab, lässt sich der ungewollte Stopp eines Reaktors in Oskarshamn am letzten Dienstag wahrscheinlich nur mit den von einem Handy ausgehenden Impulsen erklären. Ähnliche Vorfälle hat es in den USA gegeben.
(Tagesspiegel, 12.4.1998)

»Was sagen Sie, Sie dummes Schwein?« So hatte Rittmeister a.D. Sigismund von Auerswald, Generalsekretär des feudalen Unionsklubs, eine Telefonistin angeschrien, als er die gewünschte Verbindung nicht bekommen konnte. Das bringt ihn am 28. November vor das Berliner Amtsgericht II. Der Rittmeister bestreitet die Beleidigung und will seinen Hund gemeint haben. Der Gerichtshof findet, dass der Rittmeister seine eigene Ehre sicher sehr hochhält und so auch strenger bestraft werden muss, wenn er die Ehre anderer Personen verletzt. Er erkennt über das Strafmaß des Staatsanwalts hinaus auf 300 Mark Geldstrafe.
(Aus einer Berliner Tageszeitung 1899)

Weil ein Polizist geistesgegenwärtig in die Rolle eines Ganoven schlüpfte, konnte die Polizei eine Werkstatt ausheben, in der zwei Männer über Monate hinweg gestohlene Autos ausgeschlachtet hatten. Der Beamte hatte mit seinem Kollegen Autoknacker Oliver H. am Kaeriusweg (Billstedt) gefasst. Plötzlich klingelte das D-Netz-Telefon des Täters. Der Beamte ging ran, behauptete: »Hier ist Oliver.« Am anderen Ende war Olivers Komplize Udo K. (23). ¼»Wo bist du gerade?«, forschte der Polizist nach. Udo, der seinen Komplizen am anderen Ende glaubte: »In der Werkstatt am Knick.« Wenig später stürmte die Polizei die Halle in Oststeinbek, nahm Udo K. fest.
(Hamburger Morgenpost, 9.11.1993)

Nur mit Hilfe eines Telefons hat ein Häftling in Israel seinen Richtern das Leben schwergemacht. Die Tageszeitung »Yedioth Ahronoth« berichtete am Mittwoch, der wegen Betruges zu drei Jahren Haft verurteilte Mann habe sich als Polizist ausgegeben und behördlich gespeicherte Daten seiner Richter erhalten. Damit trieb er allerlei Schabernack. Einen Teil der Anrufe ließ er über die Telefonkarte eines Richters laufen. Sein Meisterstück sei es aber gewesen, Flugtickets für die Richter zu Lasten eines hohen Beamten im Büro des Ministerpräsidenten zu buchen, berichtete die Zeitung. In Zukunft dürfe er das Telefon nur noch zu Anrufen bei seiner Mutter verwenden. Es sei eine Schande, ein solches Talent im Gefängnis schmoren zu lassen, statt es für den Staat zu nutzen, kommentierte »Yedioth Ahronoth«.
(Tagesspiegel, 25.7.1996)

Frauen ärgern sich beim Telefonieren am meisten über kurz angebundene Gesprächspartner. Die Mehrzahl der Männer dagegen hasst Schwafler am anderen Ende der Leitung. Das ergab eine Umfrage des GEWIS-Instituts für das Magazin »Neue Revue«. Demnach sind 47 Prozent der befragten Männer genervt, wenn der Telefonpartner nicht auf den Punkt kommt. Bei Frauen ärgern sich 36 Prozent über unfreundliche und wortkarge Partner am anderen Ende. 35 Prozent der Frauen finden es scheußlich, wenn der Telefonpartner in die Muschel nuschelt oder zu schnell spricht, aber nur 14 Prozent stört es, wenn der andere weiterverbindet, ohne zu sagen an wen. Nicht zu wissen, zu wem man weiterverbunden wird, ärgert hingegen 27 Prozent der Männer. Wenn der Telefonpartner ihnen ins Wort fällt oder nicht voll bei der Sache ist und womöglich noch nebenher mit anderen spricht, sind 18 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer verärgert. Wenn jemand unfreundlich oder schwer zu verstehen ist, bringt das jeweils 29 Prozent auf die Palme.
(Tagesspiegel vom 20.12.1998)

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