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| Lange Nacht | ||||||||||||||
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Jede Nacht ist anders... Wer nachts Radio hört, will sich entspannen und ist bereit, sich auf das Angebot ganz einzulassen. Die Pflichten des Tages sind abgehakt, die Gedanken können kommen. Worüber die Menschen nachts nachsinnen, ist so verschieden wie die Menschen selbst; mit ihren Lebensgeschichten und Erinnerungen, ihren Erfahrungen und Weisheiten, ihrer Verletzbarkeit und Lebenslust. Die Lange Nacht im DeutschlandRadio ist eine dreistündige Sendereihe zu eínem Thema. Sie läuft wöchentlich und wird freitags vom DeutschlandRadio Berlin und samstags vom Deutschlandfunk jeweils in der Zeit von 23:05 bis 2:00 Uhr übertragen. Die Lange Nacht kann mit Lösungen nicht dienen, aber sie begleitet die Zuhörer in ihrem Nachdenken. Die Nacht ist auch die Zeit für das Unbewußte, das Abgründige, das Geheimnis, den Schmerz. "In der Dunkelheit der Nacht so allein," schreibt Bettina von Arnim an Clemens Brentano, "da wird das Tiefste, was man will, so recht deutlich." Das Tiefste, die Prägungen der Menschen haben verschiedene Dimensionen. Da ist die Zeitgeschichte, die ihre Spuren, ihre Narben hinterläßt, mittelbar und unmittelbar. Krieg und Nachkrieg provozieren bis heute das Verhältnis der Gen- erationen. Reden, wenn man bei den Nachgeborenen mit Verach- tung und Unverständnis rechnen muß? Schweigen, weil so der Schmerz der Erinnerung immer noch erträglicher ist als das vielfach erlebte oder unterstellte Gleichgültigkeit? In den Migrationsströmen, die Europa in diesem Jahrhundert erlebt hat, verblaßt das Einzelschicksal. Der Verweis auf die millionenfach erlebte Grausamkeit macht jedoch den Umgang mit diesem Traumata nicht einfacher, zu- mal, wenn die Gesprächspartner dür solche Fragen verstorben sind - oder verstummt. Jenseits aller äußeren Ereignisse sind die persön- lichen Lebens- und Überlebensstrategien grundverschieden. Wo und wie jemand aufwächst, in welcher familiären Kon- stellation, mit welchen zugestandenen und realen Perspekti- ven, mit welcher Konfliktfähigkeit - die Psychologie gehört zu den bekanntesten Geheimnissen, den sich auch die Lange Nacht immer wieder zuwendet. So verschieden der Wahrnehmungshintergrund der Menschen gelegentlich sein kann, er ist auch ein Ausweis ihres individu- ellen Freiheitsgefühls, das die Menschen aus den neuen Bundesländern im Jahre 1989 glücklich und ambivalent zugleich erleben. Nachts sind die Menschen ganz bei sich, das eingeübte Rollenverhalten, die strenge Selbstkontrolle verlieren an Wirkung. Für die Gespräche im Studio bedeutet das: sie werden schärfer und pointierter zugleich, authentisch. Die Grenzen zwischen Kunst und Leben verschwimmen. Die Lange Nacht hat Zeit für die wirklichen oder geistigen Abenteuer, wie sie in Wissenschaft oder Litera- tur stattfinden und den Blick für überraschende Gedanken weiten. Die Autoren der Sendung erkunden auch Dinge, die man Dichtern kaum abnehmen würde: die Verstrickungen des Alltages - Absurdes, Komisches, Skurilles. Es geht um Spiel, Vergnügen und Genuß. email: monika.kuenzel@dradio.de Redaktion Lange Nacht: Dr. Monika Künzel Raderberggürtel 40, 50968 Köln, Telefax: (0221)345-4828 |
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