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30.10.2009
Aus "ungelernten Arbeiterfamilien" schaffen   nur elf von 100 Kindern den Sprung auf eine Hochschule. (Bild: AP) Aus "ungelernten Arbeiterfamilien" schaffen nur elf von 100 Kindern den Sprung auf eine Hochschule. (Bild: AP)

Immer noch benachteiligt?

Arbeiterkinder früher und heute

Von Sandra Pfister und Petra Ensminger (Moderation)

Jeder ist seines Glückes Schmied - so lautet das Mantra unserer Leistungsgesellschaft. Ob Arbeiterkind oder Arztsohn - mit hinreichender Intelligenz, Leistungswillen und etwas Glück kann jeder was aus sich machen - oder?

Im Unterschied zu der Zeit vor der großen Bildungsexpansion der 70er-Jahre soll die Herkunft für den Aufstieg auf der Karriereleiter kein Hemmnis mehr sein. Aber ist das wirklich so?

Nicht erst die PISA-Studie und die wiederkehrenden Erhebungen der Vereinten Nationen machen deutlich: Dieses Ideal der Leistungsgesellschaft entspricht nicht der deutschen Realität. Das macht sich schon in der Grundschule bemerkbar und wird an der Hochschule besonders deutlich: Von Kindern, deren Vater Abitur hat, nehmen 84 Prozent ein Hochschulstudium auf - bei Kindern von Vätern mit einem Hauptschulabschluss sind es nur 21 Prozent. Aus "ungelernten Arbeiterfamilien" schaffen sogar nur elf von 100 Kindern den Sprung auf eine Hochschule.

Warum scheinen Arbeiterkinder immer noch benachteiligt zu sein? Was hat sich verändert im Vergleich zur Gründungsphase der Bundesrepublik und zu den 60er- und 70er-Jahren, in denen eine sagenhafte Bildungsexpansion gerade Kindern vom Land und Arbeiterkindern Karrieren ermöglichen wollte? Und hatten es viele, die sich vor 30, 40 Jahren hochgearbeitet haben, nicht doch schwerer als heute?

Unsere Gäste sind:

- Katja Urbatsch, Gründerin der Website Arbeiterkind.de und eines Mentorennetzwerkes, das Kinder aus nichtakademischen Haushalten zum Studieren ermutigen und ihnen praktische Hilfestellungen geben will

- Michael Hartmann, Prof. für Soziologie an der Universität Darmstadt, hat untersucht, wie die deutsche Gesellschaft ihre Eliten rekrutiert

- Peter Schott, Studienberater Uni Münster

Sendung mit Hörerbeteiligung:

Telefon: 00800- 4464 4464
oder Fax 00800 - 4464 4464 oder Mail dlf.lebenszeit@dradio.de


 
 

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