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20.10.2006
Türkische Reklame am Kottbusser Tor in Kreuzberg  (Bild: Stock.XCHNG / Holger Dieterich) Türkische Reklame am Kottbusser Tor in Kreuzberg (Bild: Stock.XCHNG / Holger Dieterich)

"Wir wollten nur zwei Jahre bleiben"

Immer mehr Ausländer bleiben dauerhaft in Deutschland

Moderation: Michael Roehl

Drehen wir die Zeit einfach noch einmal zurück: Um 30, 40 Jahre vielleicht und reisen wir gemeinsam ans Mittelmeer: nach Spanien, Griechenland oder die Türkei. Zu dieser Zeit überlegen viele Junge in ihren Ländern, wie es weitergehen soll, wo sie Arbeit, Geld und ein Stück Wohlstand für sich finden können.

Und sie machen sich auf in ein Land, das ihnen all das verspricht, wenn sie denn nur bereit sind mit anzupacken und damit den Wohlstand des Gastgeberlandes zu fördern. Und so sind viele Spanier, Griechen und Türken nach Deutschland gekommen - maximal für zwei Jahre, damit es reicht für einen beruflichen Neustart in ihrer Heimat und für ein kleines Häuschen.

Dass aus diesen zwei Jahren Jahrzehnte geworden sind, das haben sie damals noch nicht ahnen können. Auch nicht, dass sie hier in Deutschland und nicht in ihrer Heimat einmal alt werden würden.

Rund 1,3 Millionen Ausländer über 60 werden 2010 - so sagt es jedenfalls die Prognose - in Deutschland leben. Heute sind es schon rund eine Million, von denen viele längst auch einen deutschen Pass haben.

"Wir wollten nur zwei Jahre bleiben" - so haben wir die heutige Lebenszeit genannt. In deren Mittelpunkt Menschen stehen, die ihre Heimat verlassen haben, um hier in Deutschland zu arbeiten oder zu studieren. Warum sie länger als die sprichwörtlichen zwei Jahre geblieben sind, wie sehr sie sich mit ihrer alten Heimat verbunden fühlen, ob sie hier bleiben und alt werden wollen oder doch eines Tages zurückkehren wollen, das werden wir von folgenden Gästen erfahren:

Halmine und Yakob Ineyli, die 1969 beziehungsweise 1975 aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind.

Luciana Caglioti, die vor 20 Jahren aus Italien kam und nur ein Jahr hier
studieren wollte

und
Helen Baykara-Krumme, die als Deutsche mit einem türkischstämmigen Mann verheiratet ist und die sich als Wissenschaftlerin mit älteren Migranten befasst hat.

E-Mail: dlf.Lebenszeit@dradio.de


 
 

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