Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
 
nach oben
01.11.2012
Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach (Bild: dpa/Bernd Weißbrod) Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach (Bild: dpa/Bernd Weißbrod)

November 2012: Stille Post

Im November wird es ruhig bei "lyrix", denn die leisen Töne sind gefragt. Liegen euch Wörter auf dem Herzen, die man leise flüstern muss, weil sie laut geschrien ihre Wirkung verfehlen würden? Möchtet ihr euch mitteilen, wisst aber nicht, wie ihr euch ausdrücken könnt?

Heute kann man einfach und zu jeder Zeit über das Internet kommunizieren und Freunde kontaktieren. Früher, zu Zeiten von Hermann Hesse, ging das nicht. Der einzige Weg, um sich mit jemanden auszutauschen, war über viele Jahre das Schreiben eines Briefes. Hermann Hesse schrieb viele Briefe während er auf Reisen war, zum Beispiel seiner Ehefrau Ninon Ausländer.

Hesse: Briefe an Ninon In einem Päckchen gesammelt kann man sich die Briefe im Literaturarchiv Marbach ansehen - allerdings nur von außen. Was in den Briefen steht, weiß bis heute niemand, denn das Briefpaket wurde von Hesse mit einer knappen Notiz versehen: "Darf nicht vor 2017 geöffnet werden". In fünf Jahren wird das Päckchen im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ausgepackt. Bis dahin dient euch die stille Post von Hesse mit ihrem verborgenen Inhalt als Inspiration für euer Novembergedicht.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach ist eine der bedeutendsten Literaturinstitutionen weltweit. In seinen Sammlungen vereinigt und bewahrt es eine Fülle kostbarster Quellen der Literatur- und Geistesgeschichte. Im Literaturarchiv Marbach kann man sich unter anderem ein Bild der Literatur deutscher Sprache und des literarischen und kulturellen Lebens von 1750 bis zur Gegenwart machen.

Als weitere Inspirationsquelle haben wir ein Gedicht von Rainer Maria Rilke ausgewählt. Wir freuen uns auf eure Gedichte zum Thema "Stille Post". Einsendeschluss ist der 30. November 2012.

Hier findet ihr die lyrix-Regeln zum Nachlesen.
Für den Versand eures Gedichts findet ihr hier eineE-Mail Vorlage.



Rainer Maria Rilke
Die Stille

Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände -
hörst du: es rauscht...
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider
und auch das ist Geräusch bis zu dir.
Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder......
... aber warum bist du nicht hier.

Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke: Dich
seh ich nicht.


Die Unterrichtsmaterialien für den Deutschunterricht Die Unterrichtsmaterialien für den Deutschunterricht stehen hier zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Unterrichtsmaterialien lyrix November 2012



 
 

Mehr zur Sendung:

Downloads:

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 16:10 Uhr
Büchermarkt
Nächste Sendung: 16:30 Uhr
Wissenschaft im Brennpunkt

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Deutschlandfunk

Bundeswehr hat gefährlichsten Außenposten in Afghanistan geräumt

Sendezeit: 16.06.2013, 13:26

Iran Wahl - Jubel nach dem Sieg von Rohani

Sendezeit: 16.06.2013, 13:21

Die Linke beendet Parteitag in Dresden

Sendezeit: 16.06.2013, 13:17

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link