{\rtf1\ansi\ansicpg1252\uc1 \deff0\deflang1031\deflangfe1031{\fonttbl{\f0\froman\fcharset0\fprq2{\*\panose 02020603050405020304}Times New Roman;}{\f1\fswiss\fcharset0\fprq2{\*\panose 020b0604020202020204}Arial;} {\f83\froman\fcharset238\fprq2 Times New Roman CE;}{\f84\froman\fcharset204\fprq2 Times New Roman Cyr;}{\f86\froman\fcharset161\fprq2 Times New Roman Greek;}{\f87\froman\fcharset162\fprq2 Times New Roman Tur;} {\f88\froman\fcharset177\fprq2 Times New Roman (Hebrew);}{\f89\froman\fcharset178\fprq2 Times New Roman (Arabic);}{\f90\froman\fcharset186\fprq2 Times New Roman Baltic;}{\f91\fswiss\fcharset238\fprq2 Arial CE;}{\f92\fswiss\fcharset204\fprq2 Arial Cyr;} {\f94\fswiss\fcharset161\fprq2 Arial Greek;}{\f95\fswiss\fcharset162\fprq2 Arial Tur;}{\f96\fswiss\fcharset177\fprq2 Arial (Hebrew);}{\f97\fswiss\fcharset178\fprq2 Arial (Arabic);}{\f98\fswiss\fcharset186\fprq2 Arial Baltic;}} {\colortbl;\red0\green0\blue0;\red0\green0\blue255;\red0\green255\blue255;\red0\green255\blue0;\red255\green0\blue255;\red255\green0\blue0;\red255\green255\blue0;\red255\green255\blue255;\red0\green0\blue128;\red0\green128\blue128;\red0\green128\blue0; \red128\green0\blue128;\red128\green0\blue0;\red128\green128\blue0;\red128\green128\blue128;\red192\green192\blue192;}{\stylesheet{\ql \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 \snext0 Normal;}{\*\cs10 \additive Default Paragraph Font;}{\s15\ql \li0\ri0\widctlpar\tqc\tx4536\tqr\tx9072\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 \sbasedon0 \snext15 header;}{\*\cs16 \additive \sbasedon10 page number;}{\s17\ql \li0\ri0\widctlpar\tqc\tx4536\tqr\tx9072\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 \sbasedon0 \snext17 footer;}}{\info{\title Zahlensender}{\author Claudia Heissenberg} {\operator lemke}{\creatim\yr2003\mo9\dy17\hr12\min10}{\revtim\yr2003\mo9\dy17\hr12\min10}{\printim\yr2003\mo9\dy8\hr10\min44}{\version2}{\edmins0}{\nofpages21}{\nofwords5345}{\nofchars30468}{\*\company }{\nofcharsws37416}{\vern8283}} \paperw11906\paperh16838\margl1417\margr1417\margt1417\margb1134 \deftab708\widowctrl\ftnbj\aenddoc\hyphhotz425\lytprtmet\formshade\horzdoc\dghspace120\dgvspace120\dghorigin1701\dgvorigin1984\dghshow1\dgvshow0 \jexpand\viewkind1\viewscale90\viewzk2\pgbrdrhead\pgbrdrfoot\bdrrlswsix\nolnhtadjtbl\oldas \fet0\sectd \linex0\endnhere\titlepg\sectdefaultcl {\header \pard\plain \s15\ql \li0\ri360\widctlpar\tqc\tx4536\tqr\tx9072\nooverflow\faroman\rin360\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 { \par }}{\footer \pard\plain \s17\ql \li0\ri0\widctlpar\tqc\tx4536\tqr\tx9072\pvpara\phmrg\posxr\posy0\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 {\field{\*\fldinst {\cs16\f1\fs18 PAGE }}{\fldrslt { \cs16\f1\fs18\lang1024\langfe1024\noproof 2}}}{\cs16\f1\fs18 \par }\pard \s17\ql \li0\ri360\widctlpar\tqc\tx4536\tqr\tx9072\nooverflow\faroman\rin360\lin0\itap0 { \par }}{\*\pnseclvl1\pnucrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl2\pnucltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl3\pndec\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl4\pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta )}} {\*\pnseclvl5\pndec\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl6\pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl7\pnlcrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl8 \pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl9\pnlcrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}\pard\plain \ql \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 \fs20\lang1031\langfe1031\cgrid\langnp1031\langfenp1031 {\f1\fs24 DeutschlandRadio/DEUTSCHLANDFUNK\tab \tab Sendung:\line Hintergrund/Feature\tab \tab \tab \tab \tab Dienstag, 16. September 2003\line Redaktion: Marcus Heumann\tab \tab \tab \tab 19.15 - 20.00 Uhr \par }\pard \qc \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\b\f1\fs24 \line \line \line \line \line \line \par \line \line }{\f1\fs24 "Achtung: F\'fcnnef, zwo, null, null, Trennung..." \line \line \line Geheimdienste auf Sendung}{\f1\fs24\ul \par }{\f1\fs24 \line \line Von Claudia Heissenberg\line \line \par }\pard \ql \li0\ri0\sl360\slmult1\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\f1\fs24 \line }{\f1\fs24 \line \line \par \par \par \par \par }\pard \qc \li0\ri0\sb960\sa720\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\b \par }\pard \qr \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 { \par }\pard \qc \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\fs18\ul Urheberrechtlicher Hinweis \par }\pard \qj \li0\ri0\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\fs18 \line Dieses Manuskript ist urheberrechtlich gesch\'fctzt und darf vom Empf\'e4nger ausschlie\'dflich zu rein privaten Zwecken genutzt werden. Jede Vervielf\'e4 ltigung, Verbreitung oder sonstige Nutzung, die \'fcber den in den \'a7\'a7 45 bis 63 Urheberrechtsgesetz geregelten Umfang hinausgeht, ist unzul\'e4ssig. \par }\pard \qj \li0\ri992\widctlpar\nooverflow\faroman\rin992\lin0\itap0 {\fs18 \line DeutschlandRadio \par \line - unkorrigiertes Exemplar - \par }\pard \ql \li0\ri0\sl360\slmult1\widctlpar\nooverflow\faroman\rin0\lin0\itap0 {\f1\fs24 \line \page }{\b\f1\fs24 Atmo 1:\tab Wellensalat \par \par O-Ton 1:\tab \line }{\f1\fs24 Ja, also ich wollte jetzt meinen 2002 selbst komponierten bzw. nicht ganz selbst komponierten Song "Zahlensenderj\'e4gerliebe ist gef\'e4hrlich" pr\'e4 sentieren. Deswegen nicht ganz selbst komponiert, weil die Melodie bzw. das Motiv aus der neuen deutschen Welle stammt, es gab da mal einen Song "Geheimagentenliebe ist gef\'e4hrlich", und danach ist es so ein bisschen gema cht, allerdings nur nach dem Refrain so ein bisschen, das andere ist aber selbst gemacht. Und ich denke, wir fangen einfach mal an. \par \par }{\b\f1\fs24 Musik 1:\tab (er spielt Klavier) \line }{\f1\fs24 Achtung, Achtung - Leute, ich erz\'e4hl Euch, was mir so passiert / Mensch, ich bin total verlor en / dabei hab ich das mit den Zahlensendern nur ausprobiert / und jetzt krieg ich vom Geheimdienst auf die Ohren. Fr\'fcher hat ich mit den Frauen einfach kein Gl\'fcck / doch das \'e4nderte sich mit der Zeit / doch nun hei\'df t es gleich, junger Mann, halten Sie sich zur\'fcck / der Geheimdienst steht schon bereit. \line Refrain: Zahlensenderj\'e4gerliebe ist gef\'e4 hrlich, denn die darf keiner sehen / der BND und der CIA, die finden das irgendwie nicht wirklich okay / in einem Waldgebiet s\'fcdlich von Frankfurt am Main / yeah, da sing ich meine Schicksalsmelodie, Schniedeld\'f6deldum, Schniedeld\'f6 deldi, Schicksalsmelodie. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 2:\tab Gongstation \par \par Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 "Achtung: F\'fcnnef, zwo, null, null, Trennung..."\line Geheimdienste auf Sendung\line Ein Feature von Claudia Heissenberg. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 2:\tab (Jochen Sch\'e4fer) \line }{\f1\fs24 Wat is ene Zahlensender? Da stelle mer uns doch mal janz dumm, en Zahlensender, dat is en Sender, wo Zahlen ausgestrahlt werden... Genaueres, also jetzt ganz Genaues, was es inhaltlich f\'fc r nen Sinn hat, wissen wir alle nicht, wir k\'f6nnen also nur Vermutungen anstellen. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 3:\tab (Gabriele Gast) \line }{\f1\fs24 Sie wissen, dass die Kontakte auf nachrichtendienstlicher Ebene konspirativ laufen, und eine der wesentlichen Methoden, ist die Verschl\'fcsselungstechnik, dass hei\'dft dann die \'dc bertragungen verschl\'fcsselter Informationen \'fcber Kurzwelle, die man dann per Rundfunk empfangen kann\line \line }{\b\f1\fs24 O-Ton 4:\tab (G\'fcnter Bohnsack) \line }{\f1\fs24 Unser gro\'df er General Wolf sagte immer, Agenten sind nur soviel wert, wenn man sie denn geworben hat, dass man jederzeit \'fcber ihn an geheime Informationen herankommt, und das geht nat\'fc rlich nur, wenn man ein Verbindungswesen hat, so nannte man das im Jargon, das also erlaubt, ihn st\'e4ndig abzusch\'f6pfen, anzurufen, zu aktivieren. .. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 3:\tab Collage Zahlensender \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Agentenfunk - das ist die Welt der Trenchcoats und der Schlapph\'fcte. Richard Sorge, Mata Hari, G\'fcnter Guillaume - Spione aller Nationen wurden und werden \'fcber Kurzwelle mit Auftr\'e4 gen und Nachrichten versorgt. Die Technik ist einfach und effektiv. Schon mit einem simplen K\'fcchenradio kann der Agent auf Empfang gehen. In punkto Sicherheit ist der geheime Funkverkehr bis heute ohne Konkurrenz. \line \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 6:\tab \line }{\f1\fs24 Mein Name ist Jochen Sch\'e4fer, ich bin 31 Jahre alt, wohne hier in Marburg, bin in Schl\'fcchtern im Vogesbergkreis vor 31 Jahren geboren worden, und zw ar blind geboren worden, ohne Augen, und das ist auch der Grund, wieso ich nichts in dieser Richtung vermisse und habe seit 1977 die Kurzwelle entdeckt ... Und seit dieser Zeit habe ich mich mit den Zahlensendern irgendwie besch\'e4 ftigt, weil sie mich faszinieren und weil sie so was ganz Besonderes haben, eben auch deswegen, weil\rquote s so verschiedene davon gibt, in verschiedenen Sprachen und auch mit verschiedenen Signalen vorneweg. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Der Marburger arbeitet als Dokumentationsassistent in der Sch\'fclerbibliothek der Blinden-Studienanstalt. Nach Feierabend fahndet er in seinem Kurzwellenradio nach den geheimnisvollen Botschaften im \'c4 ther: Jochen, der Zahlensenderj\'e4ger. Der Kopf der deutschsprachigen Zahlensenderbewegung, wie er sich selber nennt. Er war f\'fcnf, als er zum ersten Mal die Geisterstimmen im Radio entdeckte. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 1:\tab Wellensalat \par }{\f1\fs24 \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 7:\tab \line }{\f1\fs24 Meine Mutter hat an dem alten Stereoger\'e4t, was wir damals hatten ... Da war also irgendwie der Knopf verkehrt eingestellt, und da war also nicht UKW wie sonst zu h\'f6ren, sondern Kurzwelle. Das h\'f6 rte sich f\'fcr mich damals erstmal so an, als w\'fcrd\rquote s da gluckern, das wei\'df ich noch ganz genau, sp\'e4ter hab nat\'fcrlich herausbekommen, dass das ein Rundfunksender war, der etwas unklar eingestellt war, und das h\'f6rte ich f\'fcr mich damals glglglll, so gegluckert an, ... also auf jeden Fall war\rquote s doch etwas unheimlich auch, dieser Klang und aber irgendwo auch reizvoll, dem Ganzen mal weiter auf den Grund zu gehen. Und dann hab ich irgendwann dann so weiter Kurzwelle geh \'f6rt ... und bin dann auf einen Zahlensender gesto\'dfen. So. .... Es war der damalige Stasi-Sender G08, wie wir ihn heute codieren w\'fc rden, kennzeichnend durch eine aufsteigenden Dur-Akkord (macht er vor), so unsauber hat der damals geklungen. ... Zun\'e4chst mal hab ich nur diese Zahlen geh\'f6rt: (er verstellt die Stimme) Drei, acht, f\'fcnnef, f\'fcnnef, neun, und das mich nat\'fc rlich schon sehr begeistert, weil ich gedacht hab, was redet die denn da und was soll das? \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 12:\tab Collage Zwei-Buchstabensender \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Jochen ist ganz Ohr und h\'e4ngt Tag f\'fcr Tag am Radio. Die Eltern sind von diesem neuen Hobby wenig begeistert. Das mache dumm, behaupten sie, \'fcberhaupt solle er sich mehr um die Schule k\'fc mmern. Wenn gar nichts mehr hilft, wird ein Stromausfall inszeniert. Sie drehen dem Sohn die Sicherung raus, um endlich Ruhe zu haben. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 4:\tab Lima Alpha, Jochen (als Kind): \line }{\f1\fs24 So stellen die sich das vor ... Blo\'df nicht Stromausfall machen. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Mit einem Philipsrecorder, den er 1977 zu Weihnachten geschenkt bekommen hat, nimmt Jochen die mysteri\'f6 sen Botschaften auf. Ohne zu wissen, worum es dabei geht und wer oder was dahinter steckt. Den blinden Jungen fasziniert der Klang, die Kombination von T\'f6nen, Buchstaben und Zahlen, die immer wieder anders ist. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 5:\tab Zahlensendung, Jochen (jung): \line }{\f1\fs24 Na wann geht das hier endlich zuende? \par }{\b\f1\fs24 \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Fast 500 Kassetten hat der Marburger bis heute mit den Signalen aus der Schattenwelt gef\'fcllt. Sein wichtigstes Werkzeug ist ein Weltempf\'e4nger. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 8:\tab \line }{\f1\fs24 Besonders einfach ist es, wenn man zwischen die Rundfunksender geht. Also es gibt ja die ber\'fchmten Mediab\'e4 nder auf der Kurzwelle, die bekanntesten sind das 49-Meter-Band, das 41-Meter-Band, 31, 25, 22, 19, 16, 13, 11, also es gibt noch mehr, und da auf diesen Meterb\'e4ndern sind die Rundfunksender, u.a. \'fc brigens auch der Deutschlandfunk seit einiger Zeit, so, und zwischen diesen Meterb\'e4ndern, da verstecken die sich meist, und zwar am g\'fcnstigsten ist es entweder zur vollen oder zur halben Stunde zu suchen, dann findet man meistens einen. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Rund um den Globus spuken Dutzende von Zahlensendern durch den \'c4 ther. Tagein, tagaus sind die eisernen Jungfrauen auf Sendung - mechanische Frauenstimmen, die monotone Zahlenreihen verlesen. Sie sprechen Deutsch, Englisch, Franz\'f6sisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch und viele andere Sprachen. Allerdings steht l\'e4ngst nicht jede Station, die Zahlen sendet, im Dienst der Spionage. Es hei\'dft, dass auch Wetterdaten, Lottozahlen und geheime Infos f\'fc r Drogenschmuggler in dieser codierten Form \'fcbertragen werden. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 9:\tab \line }{\f1\fs24 Ja, ich dreh gerade jetzt zwischen den Rundfunksendern und such da, ob\rquote s da jetzt irgendeinen Zahlensender gibt, den ich jetzt aufnehmen k\'f6 nnte. ... Dieser Recorder hier, das geht nur ab 5900 Kilohertz von 5900 bis etwa 18.000 Kilohertz geht der, aber der hier geht durchgehend, von 1 bis sonstewo, wie das so genannt wird, deswegen gehe ich jetzt mal auf 5435, da h\'f6 rt man jetzt noch gar nichts, wundert mich jetzt aber nicht, 4270 auch nicht, Deuvel, dann geh ich mal auf 4165, auch nicht, 4560, piep piep ... Auch nicht, der ber\'fchmte Vorf\'fc hreffekt, verdammt noch mal... Also am besten ist immer noch der 9130, Echo, Whiskey, tango (Frauenstimme mit Brummen), India, x-ray, Echo, november, Tango... Das war jetzt ein Mossad-Sender, also d iese Buchstabensender ... vom israelischen Geheimdienst, ... und die sind ja seit, ich wei\'df nicht wie lange, schon unvermindert aktiv, diese Mossadsender, ich hab also da schon unheimlich viele Aufnahmen von und die sind also in der Zahlensender-Szene auch sehr begehrt, ... das ist zu finden in den neuesten Numbers and oddities, einem Newsletter, den der Ary aus Nederland im Internet auf seiner Homepage ver\'f6ffentlicht. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Der Ary aus den Niederlanden hei\'dft Boender mit Nachnamen, ist 49 Jahre alt, arbeitet bei einer Bank, wohnt in der N\'e4he von Rotterdam und ist ebenfalls ein begeisterter J\'e4 ger und Sammler von Nummernstationen. \par \par }{\b\f1\fs24\lang1033\langfe1031\langnp1033 O-Ton 10:\tab \line }{\f1\fs24\lang1033\langfe1031\langnp1033 Ik houd wel een beetje bij.... }{\f1\fs24 en dann bewaar ik dat. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 Ich notiere schon, was ich geh\'f6rt habe: Sicher, wenn es eine Station ist, die ich noch nicht kenne. Als das vor zwei Jahren in Afghanistan losging, da gab es zum Beispiel eine Aktivit\'e4 t, die sich deutlich auf den Krieg bezog. Die Russen h\'e4ngen mit bestimmten Standardsendungen im \'c4ther, in Deutsch, Englisch und Russisch, das ist ein festes Format, das sie benutzen, ganz leicht zu erkennen. Wenn man das h\'f6rt, wei\'df man direkt, dass es die Russen sind. Am Anfang des Afghanistankrieges gab es auf einmal Sendungen in Tadschikisch und Farsi, das sind Sprac hen, die da gesprochen werden. Eins und eins macht zwei, das hat also deutlich mit dem Krieg zu tun gehabt. Und so was notiere ich dann, versuche eine Aufnahme davon zu machen und archiviere sie. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 6:\tab Sendung in Farsi \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Zum ersten Mal sp\'fcrte Ary den geheimen Funkverkehr in den 70er Jahren auf. Er arbeitete damals manchmal als DJ und war auf der Suche nach interessanten Ger\'e4uschen f\'fcr Jingles. Beim Kurbeln am Radio stie\'df er auf einen Telexsender. Jahre sp\'e4ter - Ary hatte sich gerade ein neues Radio mit Kurzwellenempfang gekauft - erinnerte er sich daran und die Jagd begann. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 11:\tab \line }{\f1\fs24 Je komt ze in eerste instantie......moet zitten. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 In der Regel findet man Zahlensender beim ersten Mal zuf\'e4llig, so war das jedenfalls bei den meist en, die ich kenne, dass sie auf der Suche waren nach der Deutschen Welle oder Voice of America oder was auch immer. Wenn man so von einem Sender zum n\'e4 chsten dreht und findet dann eine Zahlensendung, bleibt man dabei und will wissen, was es ist. Man muss nur lange genug suchen, dann findet man immer jemanden, der Bescheid wei\'df , und so kam ich mit immer mehr Leuten in Kontakt, die sich auch damit besch\'e4ftigen. Und irgendwann f\'e4ngt man an, gemeinsam herauszufinden, wo das Ganze eigentlich herkommt. Je mehr Menschen mitmachen, desto einfacher wird das. Mit Peilantennen k \'f6nnen Radioamateure in verschiedenen europ\'e4ischen L\'e4ndern bestimmen, wo ein Sender sitzt. Wenn man sich aus drei verschiedenen Richtungen eine Sendung anh\'f6rt und die Antenne auf das st\'e4rkste Sig nal richtet, dann bekommt man irgendwo einen Kreuzpunkt. Dort muss sich der Sender befinden. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 7:\tab E05 - Cynthia \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Gelungen ist das zum Beispiel bei einem englischsprachigen Sender, der in einem Waldgebiet s\'fcdlich von Frankfurt am Main geort et wurde. 20 Antennen umgeben mit Stacheldraht und Elektrozaun, aber ohne ein Hinweisschild auf den Besitzer. Die Sprecherin des Senders hat bei den Hobbylauschern den Spitznamen "Cynthia" - die synthetische Stimme der CIA. \line \line }{\b\f1\fs24 O-Ton: }{\f1\fs24 Musik (Klavier)\line \line }{\b\f1\fs24 Sprecherin}{\f1\fs24 :\line Laut "Spiegel" bekennt sich zwar das Heidelberger Hauptquartier der US-Landstreitkr\'e4fte in Europa zu dem Sender, aber die codierten Ausstrahlungen von E-Null-F\'fc nf sollen angeblich nur dem Antennentest dienen. Dass die CIA ihre Finger im Spiel habe, sei pure Spekulation. Solche bahnbrechenden Neuigkeiten ver\'f6ffentlicht Boender auf seiner Website "news and oddities". \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 12:\tab \line }{\f1\fs24 Ik ben zelf ben ik voorzitter van de... (er lacht) \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 Ich bin Vorsitzender der Worldwilde Utility News, das ist ein Radioclub f\'fcr alle, die sich Sendungen au\'dferhalb des normalen Radioprogramms anh\'f6 ren, Flugverkehr, Schifffahrt, Zahlensender. Es reizt mich immer noch, ich find\rquote s lustig, mir das anzuh\'f6ren und auch alle Geschichten, die es dar\'fcber gibt. Weil es gibt da die wildesten Theorien, das ist wirklich bizarr. Ich hab z.B. mal von einem Amerikaner einen ganz ernst gemeinten Bericht gelesen, der behauptete also, dass die Sendungen gemacht werden, um mit Au\'dferirdischen in Kontakt zu treten, mit den Marsm\'e4 nnchen, ja, und so gibt\rquote s allerlei Theorien. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Ary Boender und Hunderte anderer Zahlensenderfreunde auf der ganzen Welt hingegen sind ganz sicher: Sie lauschen Agentenfunk. Und sie verfolgen die F\'e4hrten im \'c4ther hartn\'e4 ckig. Protokollieren jede mitgeh\'f6rte Sendung, notieren Sprache, Zeiten und Frequenzen, vergleichen Stimmen und den Ablauf der Durchsagen. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 13:\tab \line }{\f1\fs24 Es gibt ja nun Leute, die haben diese Zahlensender nach ganz bestimmten Kriterien aufgelistet und in eine Liste zusammengestellt. Und diese List e wird herausgegeben von der Enigma, die hat sicherlich ihren Namen nach der Entschl\'fcsselungsmaschine unter den Faschisten. Enigma hei\'dft aber bei uns, das ist eine Abk\'fc rzung, und das bedeutet European Number Information gathering an monitoring Association, \'fcbersetzt: Europ\'e4ische Gesellschaft zur Sammlung und Beobachtung von Zahleninformationen. \par }{\b\f1\fs24 \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Enigma - der Name ein Mythos. 1923 stellte ihr Erfinder Arthur Scherbius die Dechiffriermaschine zum ersten Mal der \'d6ffentlichkeit vor. Eine technisch e Revolution: Sie war so leicht zu bedienen wie eine Schreibmaschine, sah auch so aus und eignete sich gleicherma\'dfen zum Chiffrieren wie Dechiffrieren von Texten. Dazu verf\'fcgte sie \'fcber eine unglaubliche Zahl von Kombinationsm\'f6 glichkeiten. Bereits das Basismodell mit drei austauschbaren Walzen bot dem Nutzer knapp 18.000 verschiedene Schl\'fc ssel. Bis 1939 wurde die Zahl auf 150 Billionen aufgestockt. Der Enigma-Code galt damit als absolut sicher, was sich jedoch als Irrtum herausstellte. Bereits 1940 gelang es den Engl\'e4ndern, einen Rechner zu konstruieren, der den t\'e4glich ver\'e4 nderten Code in k\'fcrzester Zeit entschl\'fcsseln konnte. Die Enigma-Leute von heute begn\'fcgen sich damit, s\'e4mtliche Zahlensender nach bestimmten Kriterien zu ordnen. \line \line }{\b\f1\fs24 O-Ton 14:\tab \line }{\f1\fs24 Da haben wir Sender in verschiedenen Sprachen bzw. Sprachgruppen, und zwar das E steht f\'fcr Englisch, das G f\'fc r German, M ist keine Sprachgruppe sondern es sind Morssender, also gemorste Sender, S bedeutet Slawisch, also Russisch, Tschechisch, Slowakisch usw. sowie V be deutet various languages, also verschiedene Sprachen, und die Tonsender werden mit dem Buchstaben X gekennzeichnet.... Ich geb jetzt mal ein Beispiel: E03 oder E3 ist ein bestimmter Englischer Zahlensender, und die 3 gibt an, dass es genau jener Sender is t, der vom englischen Geheimdienst, vom MI5, ausgestrahlt wurde, und dieses Signal Lincolnshire Poacher als Erkennungssignal hat. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 8:\tab Lincolnshire Poacher (Klavierversion) \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Einige Hundert Zahlensenderfreaks stehen weltweit in Kontakt. Im Internet, in Chatrooms oder per Mailing-Liste tauschen sie ihre neuesten Erkenntnisse aus in einem einen Jargon voller K\'fc rzel und Zahlen. Auf diversen Websites, auch bei Ary Boender, findet man Listen aller Sender mit Frequenz und Sendedatum. Rund 1.200 Besuche auf seiner Seite z\'e4hlt der Niederl\'e4nder im Monat. Die Zahlensendergemeinde ist sehr aktiv. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 15:\tab \line }{\f1\fs24 We hebben wel met een aantal mensen... .we hebben het niet kunnen kraken. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 Wir haben mit einer ganzen Reihe von Leuten ein paar Jahre lan g alles gesammelt, was aus Russland kam, auch Telexsendungen, dabei hat es sich um diplomatischen Verkehr gehandelt, allerdings ist das bei den Russen oft so, dass da auch Spionage eine Rolle spielt, weil in allen Botschaften auch Jungs vom Geheimdienst s itzen, und ich wei\'df nat\'fcrlich nicht, was nun diplomatisch und was milit\'e4 risch und was Spionage ist, aber diese Sendungen haben wir eine Zeitlang verfolgt und auch versucht zu analysieren, wo sie herkommen und wie sie aufgebaut sind, aber weiter sind wir auch nicht gekommen, wir haben den Code nicht knacken k\'f6nnen. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Schon der r\'f6mische Feldherr C\'e4sar pflegte seine vertrauliche Korrespondenz mit Cicero in einer Geheimschrift zu f\'fchren. Er ersetzte jeden Buchstaben durch einen im Alphabet um drei St ellen verschobenen; aus a wurde d, aus b wurde e, aus c f. }{\f1\fs24 Auch Regisseur Stanley Kubrik spielte in seinem Film "2001-Odysee im Weltraum" mit dem C\'e4 sar-Prinzip. Verschiebt man den Namen des unheimlichen Computers HAL im Alphabet um eine Stelle, wird daraus IBM. Der}{\f1\fs24 Nachteil der Methode: Sie ist leicht zu knacken, denn die H\'e4ufigkeit der einzelnen Buchstaben ist immer \'e4 hnlich. Um eine H\'e4ufigkeitsanalyse zu umgehen, ist ein Schl\'fcsseltext n\'f6tig, der l\'e4nger ist als der Klartext mit Reihen von Zufallszahlen. Solche Verschl\'fcsselungen sind absolut sicher. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 16:\tab \line }{\f1\fs24 Ik heb... grappig om het uit te zoeken. \par \par }{\b\i\f1\fs24 Sprecher:}{\b\f1\fs24 \tab \line }{\f1\fs24 Ja, was ist das Tolle? Keine Ahnung, es ist wie ein spannender Jungenschm\'f6ker, Spionage, Verrat und so. Das hat doch etwas Geheimnisvolles, Spannendes. Wenn man solche Sendungen h\'f6 rt, dann wei\'df man bzw. glaubt man zu wissen, worum es geht, dass es echte Agenten sind, und das ist schon lustig, die aufzust\'f6bern. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 17:\tab \line }{\f1\fs24 Also ich kann\rquote s nachvollziehen bei Leuten, die eben au\'dferhalb des geheimdienstlichen Metiers stehen, wenn man drin steht, ich stand ja sowohl hauptberuflich n\'e4 mlich auf Seiten des BND als auch nebenberuflich auf Seiten der HVA, wirklich voll im Metier, dann wird das hinterher zu einem Alltagsgesch\'e4ft, und dann ist also der prickelnde Reiz einfach weg. ... Wer das Metier nicht kennt, das kann ich schon verstehen, dass man da so etwas James Bond spielen m\'f6chte. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Gabriele Gast, 1943 geboren in Remscheid, Politikstudentin in Aachen beim Ostexperten Professor Mehnert, langj\'e4hrige Mitarbeiterin des Bundesnachrichtendienstes. Von 1968 bis 1990 ist sie als Spionin f\'fc r die Hauptverwaltung Aufkl\'e4rung im Ministerium f\'fcr Staatssicherheit der DDR t\'e4tig. Sie wird verraten und 1991 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. 1995 wird sie vorzeitig entlassen. \par \par }{\b\f1\fs24 Musik:\tab Zahlensenderliebe\line }{\f1\fs24 .. und dann vor dem Berliner Reichstag, yeah, da sing ich meine Schicksalsmelodie: Schniedeld\'f6deldum, Schniedeld\'f6deldi, Schicksalsmelodie... \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 18:\tab \line }{\f1\fs24 Ja also mein Name ist G\'fcnter Bohnsack, ich war 26 Jahre lang Offizier im Ministerium f\'fcr Staatsicherheit, speziell in der Hauptverwaltung Aufkl\'e4 rung unter Leitung von Markus Wolf. Wohne in Berlin inzwischen, nach der Wende nat\'fcrlich nicht mehr in der Firma, arbeite als Journalist \'fcberwiegend und war auch schon fr\'fcher von Beruf Journalist, bevor ich zu dieser Firma kam. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 G\'fcnter Bohnsack, als ehemaliger Leiter der Abteilung 10 in der HVA zust\'e4ndig f\'fcr Desinformation und Agentenpflege in der westdeutschen Medien, ist heute 63 Jahre alt und einer der wenigen Dunkelm\'e4 nner, der \'fcberhaupt bereit ist zu reden. Das Interview findet auf einer Parkbank am Obernsee in Berlin-Hohensch\'f6nhausen statt, dem ber\'fcchtigten gr\'fcnen Versteck der Stasi-Elite. In der locker bebauten Villen-Kolonie lebte man T\'fcr an T\'fc r. Markus Wolf residierte in der Oberseestra\'dfe Nummer 40 im ersten Stock, sein Nachfolger Grossmann wohnte unter ihm im Erdgeschoss. Ein paar Schritte weiter, Manetstra\'dfe 6, stand Schalk-Golodkowskis Haus. Genau die richtige Umgebung f\'fc r ein konspiratives Gespr\'e4ch. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 19:\tab \line }{\f1\fs24 Wir haben ja in allen Parteien Agenten gehabt, da haben wir auch Skandale erfunden oder Skandale bef\'f6rdert, also ja Ger\'fc chte verbreitet, Parlamentsanfragen organisiert im Bundestag, also wir haben schon richtig massiv hinein regiert in innere Belange. Wir haben L\'fcgen verbreitet in B\'fcchern, Millionenauflagen, also L\'fc gen einfach verbreitet, erfunden und verbreitet, die wirklich geschadet haben. Es war nackter Kampf, Systemkampf der DDR gegen die Bundesrepublik. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Misstrauen, Feindschaft und Krieg sind der ideale N\'e4hrboden f\'fcr geheime Operationen. Je gr\'f6\'df er die Krise, desto aktiver die Geheimdienste. Das war schon immer so. Die Lehre zur Kriegskunst des Chinesen Sun-Tzu, die irgendwann zwischen dem 8. und 4. Jahrhundert vor Christus erschien, h\'e4lt das Wissen \'fcber die Lage des Feindes f\'fc r absolut unerl\'e4sslich, will der Feldherr milit\'e4rischen Erfolg haben. Und in "Zedlers Universal-Lexikon" von 1744 hei\'dft es: Ein kluger General wendet sich gerne an gute Spione, weil er dadurch dem Feinde viele Vorteile ablaufen kann. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 22:\tab (Bohnsack) \line }{\f1\fs24 Bei bestimmten Quellen, die sich \'fcberhaupt nicht weg bewegen konnten, die auch keinerlei Instrukteure empfangen durften oder Kuriere, die besonders gesichert werden mussten, das war so genannte QS, also besonderer Quellenschutz war da angesagt, da war nat\'fcrlich der Funk die einzige Methode, die sie auch annahmen, die haben sich auch sonst auf nichts eingelassen, und da war\rquote s nat\'fc rlich schon wichtig, weil diese Quelle sprudelte ja nur dann, wenn der Sender funktionierte und die Zahlenkombination von der Quelle verstanden wurde und auch benutzt wurde dann f\'fcr die R\'fc ckkopplung zu Zentrale. ... Wir haben die dann an die von der Abteilung 8 bei uns in der HVA an diese Mitarbeiter \'fcbergeben, dann haben die da 6 Wochen so ungef\'e4hr haben die dann trainiert mit denen in irgend einem stillen Objekt in Berlin Hohensch \'f6nhausen zum Beispiel, da waren sehr sch\'f6ne stille Villen vorhanden daf\'fcr, und da wurden die richtig da gedrillt, wie man das so macht, und wurden dann entlassen wiederum in die Freiheit zur\'fcck mit der Ma\'dfgabe, nun bittesch\'f6 n dieses erworbene Wissen auch anzuwenden, was sie dann auch taten. \par \par }{\b\i\f1\fs24 O-Ton 23:\tab (Gast) \line }{\f1\fs24 Man wird schon geschult, weil man zumindest erst mal wissen muss, wie das ganze System funktioniert, man lernt dabei die Verschl\'fcsselungs- und nat\'fc rlich Dechiffrierungsmethode, man muss sich daran gew\'f6hnen einfach, ja man muss erst mal wissen, wo \'fcberhaupt auf welcher Frequenz der Sender kommt, der ist sehr genau einzustellen, dass man nicht a lso dann in einen anderen nachrichtendienstlichen Sender reinger\'e4t, denn die liegen zum Teil sehr dicht beieinander, die Frequenzen, ja, und man muss ein bisschen ein\'fcben, sich in diesen \'fcbertragenen, das sind ja Zahlenkolonnen, die eben \'fc bertragen werden, das man sich da reinh\'f6rt, man muss sie mitschreiben, also ein bisschen Routine geh\'f6rt dazu.... Da werden Probesendungen gemacht, so dass man also auch die Scheu davor verliert, und dann muss ich sagen, aber das h\'e4 ngt mit mir pers\'f6nlich zusammen, ich kann mit Zahlen gut umgehen. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 9:\tab Achtung 4-1-3-7-1 Achtung. (Jochen) \line }{\f1\fs24 So, und das bedeutet, jetzt kommt f\'fc r die Person 4-1-3-7-1 eine Nachricht und diese Nachricht ist: (Band) 9-1-9-1-0 (2x) (Jochen) Keine Ahnung, was dahinter steckt. (Band) 9-7-8-6-5.... \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 24:\tab (Gast) \line }{\f1\fs24 Also \'fcblicherweise wurden Termine best\'e4tigt, die man zum Teil schon ausgemacht hatte, aber um die ganze Sache noch mal festzuziehen, Termine f\'fc r Treffen oder dass ein Kurier kommen sollte, also, es wurden Informationsw\'fcnsche \'fcbermittelt, sofern man sie sich nicht schon an den f\'fcnf Fingern abz\'e4 hlen konnte, ist ja klar, wenn politische Ereignisse anstanden, haben die immer interessiert, es wurden pers\'f6nliche Gr\'fc\'dfe \'fcbermittelt, z.B. bekam ich regelm\'e4\'dfig zum internationalen Frauentag am 8. M\'e4rz Gl\'fcckw\'fcnsche \'fc bermittelt, zum Geburtstag, zu Weihnachten, also das deckte schon ne ziemliche Bandbreite ab.... \par }{\b\f1\fs24 \par Atmo 2:\tab Gongstation \par \par O-Ton 26:\tab (Gast) \line }{\f1\fs24 Derjenige, der\rquote s verschl\'fcsselt, addiert zu den normalen Zahlen, die im Prinzip Buchstaben darstellen, also einen Text darstellen, Verschl\'fcsselungszahlen, und diese addierten Zahlen, die werden dann \'fc bertragen, also die kann man dann auch nicht, diesen Code kann man dann auch nicht knacken. Ich muss also dann, wenn ich diese Zahlen eben aufgenommen habe, muss ich wiederum diese Verschl\'fc sselzahlen da drunter schreiben und subtrahieren, um auf den eigentlichen Text zu kommen. .... Zum Beispiel, wenn da also dann kam 72/76, 72 war C, 76 H, war davor noch ne 5 f\'fcr S, dann wusste man also SCH, das kann man dann also im Text schon beim Entschl\'fcsseln sehr schnell feststellen, also man liest quasi beim Rechnen schon den Text mit. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 27:\tab (Bohnsack) \line }{\f1\fs24 Also nachts nur mal als Beispiel aus aller Welt, aus den Vertretungen im Westen kamen, nachts beim Diensthabenden immer irgendwelche Blitztelegramme an mit nicht erkennbarem Inhalt, also bis fr\'fc h um 6 oder 7 musste dieses Zeug also alles \'fcbersetzt worden sein, und dat konnten wie gesagt wir alle nicht, weil das also wirklich ne Spezialgeschichte da. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 30:\tab \line }{\f1\fs24 Also ich hatte eine Schl\'fcsselrolle, das waren jeweils 10 Zahlengruppen \'e0 10 Zeilen wiederum, also da kam man schon ne ganze Weile mit hin und dazu den eigentlichen Code, das war nat\'fc rlich sozusagen die hei\'dfe Ware, die ich verstecken musste, die ich auch nicht vernichten konnte, denn sonst h\'e4tte ich ja keine Sendung mehr entschl\'fcsseln k\'f6nnen und auch nicht selbst verschl\'fcsseln k\'f6nnen, das hatte ich also immer verf \'fcgbar zu Hause... \line \line }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Als das FBI im Juni 1957 den sowjetischen Agenten Rudolf Abel festnahm, fanden die Beamten in seinem Gep\'e4ck einen briefmarkengro\'df en Notizblock mit Zufallszahlen. Ein schlagkr\'e4ftiger Beweis. Auch in dem Prozess gegen einen Londoner Kunsth\'e4ndler, der einen falschen niederl\'e4ndischen Pass aus den Namen Erwin van Haarlem besa\'df, spielten Zahlensender eine ma\'df gebliche Rolle. Eine britische Spezialeinheit hatte 1988 sein Apartment gest\'fcrmt, w\'e4hrend er gerade die Nachricht eines Morsesenders aus Prag mitschrieb. Mit seinem K\'fcchenradio hatte der Kunsth\'e4ndler in 13 Jahren 200 Botschafte n vom tschechoslowakischen Geheimdienst empfangen. Entschl\'fcsselt wurden sie mit der Hilfe von sechs Dekordierzettelchen. Drei davon waren in einem St\'fcck Seife versteckt. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 31:\tab (Bohnsack) \line }{\f1\fs24 Ja, also ich erinnere mich wieder an meinen alten Freund Guillaume, es wurden ja auch Faxen gemacht, also Leichtsinn wird auch in den Diensten nat\'fc rlich mitunter getrieben, und man hat dem guten Guillaume, also an seinem Geburtstag auch noch original, da mit einem Funkspruch gratuliert, und aus dem Kontext des gesamt en Funkspruchs war klar, wann da jemand Geburtstag hatte. Und da er sowieso als Sowjetfl\'fcchtling, wie er damals sich ja entsprechend der Legende betrachtet hat oder betrachtet wurde, hatte man nat\'fcrlich von allen Fl\'fc chtlingen, die damals abhauten aus der DDR, zumindest diese Grunddaten. Und ist dann auf den ja ohnehin in Verdacht befindlichen Guillaume noch mal gesto\'df en, und Markus Wolf schreibt auch in seinem dicken Buch, in diesem Spionagechef im geheimen Krieg, beschreibt er diesen Fehler, der leider nun zur Enttarnung beigetragen hat letztlich. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Am 24. April 1974 werden der Kanzler-Spion und Brandt-Vertraute G\'fcnter Guillaume und seine Ehefrau Christel verhaftet. Der angebliche DDR-Fl\'fcchtling - so die Legende - hatte sich seit 1956 ohne fachl iche Kompetenz, aber zielstrebig ins Zentrum der Macht hochgearbeitet. Im Oktober 1972 r\'fcckte Guillaume als dritter Referent in den pers\'f6 nlichen Stab von Bundeskanzler Brandt auf. Er begleitete ihn auf Wahlkampf- und Informationsreisen, hatte Zugang zu geheimen Akten und war bei abendlichen vertraulichen Gespr\'e4 chsrunden dabei. Die Enttarnung des Agenten war reiner Zufall. Einem Verfassungssch\'fctzer war der Name Guillaume im Zusammenhang mit drei Landesverratsprozessen aufgefallen. Ein alter Funkspruch aus de n 50er Jahren war dann der schlagende Beweis. Darin gratuliert die Ostberliner Zentrale einem G und einer Chr. zum Geburtstag und beiden zur Geburt "des zweiten Mannes", gemeint ist Sohn Pierre. Ein Vergleich der Daten gab dem Verfassungssch\'fc tzer die letzte Gewissheit. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 34:\tab (Gast) \line }{\f1\fs24 Man tat gut daran, diese Notizen nicht aufzubewahren, denn man musste ja immer vom schlimmsten Fall ausgehen, dass man irgendwie in die Optik ger\'e4 t, dass eine Wohnungsdurchsuchung stattfindet, und dann w\'e4re das nat\'fcrlich ein schlagendes Beweismittel gewesen.... Ich bin deshalb hergegangen, hab nach einer Sendung, wenn ich die Information eben entschl\'fc sselt hatte, das Papier, auf dem ich geschrieben habe, verbrannt. Verbrannt und vernichtet, also dann in der Toilette weggesp\'fclt, da blieben wirkliche keine ...Reste \'fcbrig.... }{\f1\fs24 Das wird hinterher Routine, wie beim Autofahren, Sie denken ja auch nicht da dr\'fcber nach, wenn Sie von einem Gang in den anderen schalten. Sie machen\rquote s einfach. \par }{\f1\fs24 \par }{\b\f1\fs24 Atmo 9:\tab Postschaffner \par \par O-Ton 35:\tab (Bohnsack)\line }{\f1\fs24 Es war \'fcbrigens auch ein Jokus hier in der DDR, dass der milit\'e4rische Nachrichtendienst, der hat ja diese \'dcbermittlung von geheimen Spr\'fc chen usw. also direkt als Gag gemacht, es gab hier einen Sender, die dann Schlagersendungen machten f\'fcr den Westen und unterstellten dabei, der Sender sei auch im Westen, der war aber nat\'fc rlich in der DDR, und der brillierte dann mit solchen mehr oder weniger putzigen Spr\'fcchen, die Ziege kann gemolken werden, die Rose bl\'fcht nicht mehr und allerlei Unsinn, das also, wie gesagt nur dem Jokusverst\'e4ndnis der Armeeaufkl\'e4 rung entsprach, das wurde einfach als Konterpropaganda dann abgerechnet bei der Partei-, SED-F\'fchrung hier, das war einfach Spa\'df an der Freud, also auch so was gab ... Das ist auch schon so\rquote ne Schiene, auf der alle Geheimdienste gerne fahren. Andere zu verwirren und zu verdummen und Ger\'fcchte zu verbreiten, die \'fcberhaupt keine Substanz haben eigentlich. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Bei seiner letzten Sendung am 31. Mai 1990, einem Donnerstag, zeigte der milit\'e4rische Nachrichtendienst der DDR noch einmal seinen Sinn f\'fcr Humor. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 10:\tab Alle meine Entchen \par \par O-Ton 36:\tab (Jochen s\'e4chselt)\line }{\f1\fs24 Da waren wir schon leicht angetrunken, ich mein, wir wussten ja, dass es vorbei ist, und da haben wir uns erst mal einen gesoffen, und dann haben wir "Alle meine Entchen" gesungen - Stasi war das also. \par \par }{\b\f1\fs24\lang1036\langfe1031\langnp1036 O-Ton 37:\tab \line }{\f1\fs24\lang1036\langfe1031\langnp1036 Dat was de militaire tak .... \par }{\b\f1\fs24\lang1036\langfe1031\langnp1036 \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 Das war der milit\'e4rische Sender der DDR, die Stasi selbst, die hat die kurze Botschaft "Wittenberg, Wittenberg" gesendet, und das war\rquote s. Damit wurden alle Mann zur\'fc ckgerufen. Und die Herren vom Milit\'e4rsender haben sich ordentlich einen eingegossen und ein Liedchen gesungen, und das war der Abgang der Nationalen Volksarmee. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Nach dem Ende des Kalten Krieges, dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und Aufl\'f6sung der Stasi hat die Aktivit\'e4t im \'c4ther merklich abgenommen. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 11:\tab Zahlensender international \par \par O-Ton 38:\tab \line }{\f1\fs24 Het zijn er...die daar echt aktiv met bezig waren. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecher:\tab \line }{\f1\fs24 Es sind bestimmte Brennpunkte, wo sie herkommen, im Kalten Krieg war das nat\'fcrlich der Westen, also Deutschland, Frankreich, Amerika und England, dann gab\rquote s den gesamten Ostblock, jedes Land hatte da Sendungen, und den ganzen Balkan, Jugoslawien, Albanien, und auf der anderen Seite des Ozeans gab\rquote s Kuba, und das war\rquote s dann auch schon. Israel war nat\'fcrlich auch immer schon dabei, und sp\'e4 ter ist noch China dazu gekommen, China und die beiden Koreas, da kommt auch noch einiges her, obwohl das auch weniger wird. Griechenland hat noch eine Zeitlang einen Sender gehabt und \'c4gypten, und damit h\'f6rt\rquote s auf. Weltweit betrachtet sind das eigentlich nur wenige L\'e4nder, die das aktiv betrieben haben. \par \par }{\b\f1\fs24 Musik 3:\tab Zahlensenderliebe, Zwischenstrophe: 5-9-7-7-9 (2X) \line }{\f1\fs24 Ob ein deutscher Zahlensender mit ner Spieluhr vorneweg (Spieluhr) oder ein a nderer deutscher Sender mit nem H vornedran, das ist doch ganz egal und das hat auch keinen Zweck, ich h\'f6re sie mir doch alle an. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Gesammelt hat Jochen Sch\'e4fer in seiner Kindheit und Jugend vor allem die Zwei-Buchstaben-Sender des BND. Die Beh\'f6rde in Pullach h\'fcllt sich \'fc ber das eigene Treiben auf der Kurzwelle in Schweigen, obwohl das Kapitel Zahlensender dort l\'e4ngst der Vergangenheit angeh\'f6rt. Die letzte Ausstrahlung fand 1999 statt. Ein Interview gibt\rquote s trotzdem nicht, nur ein Hintergrundgespr\'e4 ch, bei dem dann Informationen herausger\'fcckt werden, die ohnehin allgemein bekannt sind. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 12:\tab Collage Zwei-Buchstaben-Sender \par \par O-Ton 39:\tab \line }{\f1\fs24 Also Zwei-Buchstaben-Sender sind eben Sender, wo ... die Bedeutung im Nato-Alphabet dieser Buchstaben, als L un d M, dann ausgesprochen werden, Lima Mike oder eben PN, Papa November oder wie auch immer.... LM ist also wohl ein K\'fcrzel f\'fc r die Person, der diese Buchstaben zugeordnet sind, denn nach diesen Buchstaben und Tonsequenzen ging es weiter mit Zahlengruppen, und die wurden eingeleitet mit den Worten: (er verstellt die Stimme) Es liegen Mitteilung vor f\'fc r 9-9-8, 9-9-8 und dann die Anzahl der Gruppen, z.B. 5-3 Gruppen, und das bedeutete, dass dann tats\'e4chlich eine Botschaft gesagt wurde, die 53 Zahlengruppen umfasste, und diese Zahlengruppen waren F\'fc nfergruppen, dass man eben erkennen konnte, aha, das ist die Botschaft. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 \'dcber 80 dieser Zwei-Buchstabensender soll es einst gegeben haben auf rund 40 verschiedenen Frequenzen. Gesendet wurde jeden Tag, auch Weihnachten, um Mitternacht, 6 Uhr, 12 und 18 Uhr, die Wiederholung gab \rquote s jeweils eine halbe Stunde sp\'e4ter. \par \par }{\b\f1\fs24 Musik 4:\tab nochmal kurz freistehen lassen \par \par Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Jochen Sch\'e4fer sammelt abgesehen von den Zwei-Buchstaben-Sendern Ausstrahlungen von tschechischen Geheimdienst, dem israelischen Mossad und so genannte polytone Sendungen. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 40:\tab \line }{\f1\fs24 F\'fcr unsere H\'f6rerinnen und H\'f6rer, die jetzt erst zugeschaltet haben: Jetzt bin ich also gerade dabei, einen XP zu suchen, einen Sender, der seine Botschaften nicht i n Zahlengruppen von sich gibt, sondern in Tongruppen, wobei jeder Ton f\'fcr eine Zahl steht. Wollen mal gucken, ob wir den jetzt finden k\'f6nnen. (er dreht am Weltempf\'e4nger) ...ja, den ham wa. T\'fcd\'fcd\'fc ...sogar mit Botschaft, toll. - Ich: Was ist das jetzt? - Das ist ein Sender, den wir russischen Diplomaten zuschreiben, und diese bringen also jetzt ihre Botschaften nicht in Zahlengruppen, sondern in Tongruppen, wobei der tiefste Ton so eine Art Pause ist. \par \par }{\b\f1\fs24\lang1040\langfe1031\langnp1040 Atmo 13:\tab Polytonsender \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Tongruppensender haben keine festen Sendezeiten, sie kommen und gehen, wann und wohin sie wollen. Generell k\'f6nnen die Signale aus der Schattenwelt immer und \'fc berall wie aus dem Nichts auftauchen und genauso auch wieder verschwinden. \par \par }{\b\f1\fs24 O-Ton 42:\tab \line }{\f1\fs24 So, der Weltempf\'e4nger wird an geschmissen. Ich guck jetzt gerade zwischen 4000 und 5000 Kilohertz, wo dieser G04 ist, denn normalerweise erwarten wir ihn um diese Zeit, wir haben jetzt den ersten Donnerstag im Monat, und der sendet immer den ersten Donnerstag im Monat. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 Und zwar normalerweise um Punkt 22 Uhr. Doch diesen Donnerstag bleibt G04 stumm. Jochen erkundigt sich telefonisch bei einem Hobbyfreund. \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 43:\tab (Ausschnitt Telefongespr\'e4ch) \line }{\f1\fs24 Ich hab\rquote s eben probiert zwischen 4000 und 5000, da war also, ich hab erst gedacht, das w\'e4ren irgendwelche atmosph\'e4rischen St\'f6 rungen, hier ist ab und zu mal was los, denn hier ist Betonbau, aber wenn du ja jetzt dasselbe Ergebnis bringst, dann gut ...- h\'e4tte kommen m\'fcssen bei 5220 - gut, prima, dass wir das schon mal wissen - und jetzt auf 5320, genau 5320, das machen wir gleich noch mal - ja nee, das hab ich auch, 100 Kilohertz h\'f6her ist mir auch bekannt. - Ja ja, das ist auch noch nicht immer. Der war fr\'fc her war der 100 Kilohertz tiefer. - .... dann bringt er zwei Gleichheitszeichen, dann bringt er zwei mal eine zweistellige Zahl, dann noch zweimal die Gruppenzahl - Gleichheitszeichen, was ist denn das noch mal? - dadididida - Ach so, ja. Huch, ist das nicht ein Gedankenstrich? - Ne das ist dadiddedadit - Das ist ein Schr\'e4 gstrich! - ...Gedankenstrich, ist das nicht dadiddedida? - Ach so - Ja. \par \par }{\b\f1\fs24 Sprecherin:\tab \line }{\f1\fs24 G04 ist bis heute nicht wieder aufgetaucht und vielleicht f\'fcr immer verstummt. Doch auch wenn es auf der Kurzwelle merklich stiller wird - selbst im Zeitalter von Internet und Satelli ten senden Geheimdienste noch immer verschl\'fcsselte Nachrichten an unsichtbare Agenten durch den \'c4ther. \par \par }{\b\f1\fs24 Musik 4:\tab Zahlensenderliebe, letzte Strophe: \line }{\f1\fs24 Aber Leute, was mir so passiert, letztens war ich daheim, meine neue Freundin war nat\'fcrlich dabei/ wir h\'f6rten gerade in alte Aufnahmen rein, und schon kam die gro\'df e Sauerei/ es klingelte pl\'f6tzlich an unserer T\'fcr und ein Geheimdienstmann aus dem Ausland kam in Nu/ und sagte: H\'f6ren Sie auf f\'fcr unser Land zu spionieren und lass endlich meine Frau in Ruh/ Refrain: vor dem kaputten World Trade Center in New York, weil da sing ich ... Ende, Ende \par \par }{\b\f1\fs24 Atmo 15:\tab Lima Uniform, Jochen als Kind:\line }{\f1\fs24 Wenn der zuende ist, mach ich nichts weiter mit Zahlensendern, ... wenn der zuende ist, komme ich. \par \par \par \par \par \par \par }{\b\f1\fs24 Abmoderation: \par }{\f1\fs24 Achtung: F\'fcnnef, zwo, null, null, Trennung. \par Geheimdienste auf Sendung. \par Ein Feature von Claudia Heissenberg. \par Sie h\'f6rten eine Produktion des Deutschlandfunks. \par Es sprachen: Claudia Mischke und Ulrich Beseler \par Ton und Technik: Ingeborg Kiepert und Inge Hoppenrath \par Regie: Anna Panknin \par Redaktion: Marcus Heumann\line \par }{\b\f1\fs24 Atmo 15: \tab \line }{\f1\fs24 Wenn der zuende ist, dann komme ich. \par }}