Als der Kunstmäzen, Publizist, Verleger und Diplomat Harry Graf Kessler 1937 im Exil in Frankreich starb, war er einsam, mittellos und fast vergessen. Seit einigen Jahren wird er wiederentdeckt. Auf die umfangreiche Kessler-Biografie des amerikanischen Historikers Laird Easton lässt nun der Berliner Literaturwissenschaftler Friedrich Rothe ein elegant geschriebenes Porträt folgen.
Systematisch abgeschlossene Monografien waren nicht seine Sache. Wilhelm Hennis entlud sein Denken vielmehr in "gewittrigen kleinen Aufsätzen", schreibt sein Biograf Stephan Schlak, der es jetzt mit seinen 200 leserfreundlichen Seiten dem Porträtierten gleichzutun scheint. Dabei verknüpft er die Gedanken des 1923 geborenen Freiburger Politologen Wilhelm Hennis mit den "Szenen einer Ideengeschichte der Bundesrepublik".
"Blutiges Edelweiß" ist keine Jubelmonografie zum ehrenden Gedächtnis der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg, die sich auf die Kunst des Weglassens beschränkt. Hermann Frank Meyer hat penibel recherchiert und dokumentiert auf 800 Seiten die Gräueltaten der 1. Gebirgs-Division.
Wenn es darum geht, soziale Ungleichheit zu beschreiben, dann hat sich der Dualismus zwischen arm und reich inzwischen verschärft zu einem zwischen drinnen und draußen. Die Rede ist auch von "sozialer Exklusion". Diesem Problem hat der Kasseler Soziologe Heinz Bude bereits vor zwei Jahren gemeinsam mit Andreas Willisch einen Sammelband gewidmet. Jetzt hat Bude seine Thesen zu einem düster pessimistischen Abgesang auf den Traum von der gerechten Gesellschaft verdichtet.
Als das Bundeskriminalamt 2007 im Sauerland eine Terrorzelle aushob, war das Entsetzen groß: Mitten in Deutschland hatten junge Männer versucht, eine Bombe zu bauen. Von sechs Attentatsversuchen in Deutschland berichtet die Journalistin Annette Ramelsberger. In "Der deutsche Dschihad" warnt sie vor der Gefahr, die von islamistischen Terroristen ausgehe - eine Rezension von Albrecht Metzger.
Die Wahrnehmung der 68er in der DDR: ein Aspekt, der bisher nicht sonderlich Beachtung gefunden hat. Einerseits war die SED-Spitze durchaus angetan von den Forderungen der westlichen Studentendemonstrationen in Paris und sonstwo. Andererseits konnte die DDR-Führung die Inhalte und Auswirkungen auf die ostdeutsche Jugend der 68er schwer kontrollieren. Der Historiker Stefan Wolle beschreibt die DDR-Seite der 68er stichhaltig und kenntnisreich.
In seinem Buch "Der falsche Krieg" stellt der französische Orientalist Olivier Roy der US-Politik gegen den internationalen Terrorismus ein vernichtendes Zeugnis aus. Er führt unmissverständlich vor Augen, welches Unheil eine aus Ideologie geborene Machtpolitik anzurichten vermag.
Rudolf Herrnstadt, im Westen eher unbekannt, war Journalist und Kommunist. Im Zweiten Weltkrieg spionierte er für die Sowjetunion, später in der DDR wurde er Chefredakteur der Zeitung "Neues Deutschland". Auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere wurde er "parteipolitischer Fraktionsbildung" bezichtigt und aus der SED ausgeschlossen. Seine Tochter Irina Liebmann hat ein Porträt geschrieben.
In dieser Woche stellt die Redaktion Bücher eines breiten Themenspektrums vor: Es reicht von der Arbeit des US-Geheimdienstes CIA über den deutschen Verleger Axel Springer und Adolf Hitlers Theologie sowie seine Kriegsreligion bis zum Klimawandel.
Das Veto des scheidenden Präsidenten George W. Bush gegen ein vom US-Kongress verabschiedetes Anti-Folter-Gesetz hat bei US-Bürgerrechtlern und der demokratischen Opposition helle Empörung ausgelöst. Damit bleibt die CIA weiterhin ermächtigt, andernorts verbotene Verhörmethoden einzusetzen. Welche das sind und womit sich der US-Geheimdienst außerdem befasst, ist Thema zweier Neuerscheinungen.
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