dradio.de

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/querkoepfe/2098935/


12.06.2013 · 21:05 Uhr
Dietrich Kittner bei seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum 1991 (Bild: picture alliance / dpa / Holger Hollemann) Dietrich Kittner bei seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum 1991 (Bild: picture alliance / dpa / Holger Hollemann)

Frei wählt nur, wer das Markstück hat

Erinnerungen an den Kabarett-Radikalen Dietrich Kittner (1935 - 2013)

Ein Porträt von Stephan Göritz

Protest gegen Militarismus und soziale Ungerechtigkeit war ihm Lebensinhalt, im eigenen Theater in Hannover, auf ungezählten Tourneen und auch auf der Straße. So setzte er sich einmal mit Gasmaske in ein Café, um gegen den Wahnsinn atomarer Bewaffnung zu protestieren.

Und gegen den nicht minder großen Wahnsinn zu glauben, man könne sich gegen die damit verbundenen Gefahren schützen. Auch wenn er daraufhin festgenommen wurde, sprach und sang der Mann mit Schiffermütze und Gitarre weiter frei heraus.

Dabei ließ er oft die Grenze zwischen Kunst und Agitation verschwimmen. In den letzten Jahren konnte er wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr auftreten, auf die Bühne wollte er aber unbedingt zurückkehren.

Ein Wunsch, der unerfüllt blieb. In diesem Jahr ist Dietrich Kittner, nur 77-Jährig, gestorben.

Die "Querköpfe" erinnern an einen Radikalen des Kabaretts, mit Live-Ausschnitten aus mehreren seiner rund 30 Bühnenprogramme und mit seinem letzten ausführlichen Radiointerview.

Buchempfehlungen:

- Dietrich Kittner: "Vor Jahren noch ein Mensch … - Aus dem Alltag eines Kabarettisten", Fackelträger-Verlag Hannover 1984

- Dietrich Kittner: "Gags & Crime - Ein BRDschungelbuch - Neue Geschichten aus dem Alltag eines Unangepaßten", Edition Logischer Garten Hannover 1989