Ob, wann und wie der Arbeiter aufbegehren könnte, ist ein klassisches Thema auf Kleinkunstbühne und des Polit-Kabarett. Gerade in Zeiten der Bankenkrise ein reiches Feld, aus dem die unterschiedlichsten Künstler zum 1. Mai schöpfen können.
Der 85-jährige Dieter Hildebrandt geht ins Netz. 150.000 Euro Startkapital hat er für seine eigene Show gesammelt. "Stoersender.tv" heißt das Format, das alle zwei Wochen nur im Internet erscheint. Die Macher wollen Kabarett und Journalismus verbinden, etwas Neues bieten und hoffen auf Zuspruch der Netzgemeinde.
Wer die goldenene Weißwurst, den Rostocker Koggenzieher, die St. Ingberter Pfanne und den Bielefelder Kabarettpreis gewinnen konnte, der ist wahrlich reif für den deutschen Kabarettpreis - zumindest den Förderpreis.
"Die Welt ist eine google", hatte der Bielefelder Kabarettist Ingo Börchers noch zuletzt festgestellt und mit diesem Programm über das Leben auf der Datenautobahn mit Netz und doppeltem Mausklick einen ganz persönlichen Dauerbrenner geschaffen.
"Geld oder Leben" ist ein Buch von HG Butzko betitelt, "Verjubelt" oder "Voll im Soll" heißen frühere Programme. Butzko ist der kabarettistische Bundesrechnungshof Deutschlands. Sein schnoddriger Ruhrpott-Dialekt mag die Unbedarftheit des kleinen Mannes suggerieren, der sich bei Pils und Pommes in Rage redet.
Hibbelig tigert er über die Bühne, man könnte auch sagen: umgetrieben vom dem, was er gleich zur politischen Großwetterlage sagen wird. Das tut Mathias Richling gerne mit verhaspelten Sätzen in bester Dieter-Hildebrandt-Manier. Denn ein wenig soll sein Publikum schon geistig mitarbeiten.
Er war keiner, der oft im Rampenlicht stand, aber seine Bedeutung für die Kleinkunstszene - und nicht nur die ostdeutsche - ist nicht zu unterschätzen. Am Montag ist der Kabarettist, Schauspieler und Autor Peter Ensikat im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit an seinem Wohnort Berlin gestorben.
"Liiies doch mal was!" - diesen Rat, den einst eine von Loriots Knollennasenfiguren gab, sollten auch Kabarett- und Chansonfreunde beherzigen, erschienen doch wieder viele Bücher rund um die sogenannte Brettl-Kunst.
Ursprünglich kommt sie aus dem Ruhrgebiet, aus Oberhausen. Eine deutliche Portion Ruhrpott-Slang und -Humor sind in ihren Programmen auch heute noch präsent.
Das Leben wird einfacher, wenn alle um einen herum glauben, man sei bekloppt. Deshalb plädiert der in Berlin lebende, holländische Kabarettist Philip Simon auch dafür, mehr Wahnsinn in den Alltag zu holen und begibt sich dazu optisch gleich in die Zwangsjacke. "Ende der Schonzeit" heißt sein zweites Kabarettprogramm, mit dem er schnell ein Shootingstar der komischen Szene wurde.
Beiträge zum Nachhören
Querköpfe
Salzburger Stier 2013 - Galaabend mit dem "Ersten Deutschen Zwangsensemble"
Sendezeit: 22.05.2013, 21:05
Salzburger Stier 2013: Preisträgerabend mit Martina Schwarzmann
Sendezeit: 15.05.2013, 21:05
Y-Titty und die Folgen - Die Humorrevolution im Internet
Sendezeit: 24.04.2013, 21:05
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