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20.03.2013
Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios (Bild: Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré) Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios (Bild: Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)

"Eine klare Alternative"

Anmerkungen zur Radionacht von Intendant Dr. Willi Steul

Rund sechs Millionen Menschen schalten täglich die sogenannten gehobenen Programme ein, die anspruchsvollen Kultur- und Info-Radios des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mehr als zwei Millionen, ein volles Drittel, entfallen auf die drei Programme des Deutschlandradios, auf Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und das nur digital verbreitete DRadio Wissen. Ein außerordentlicher Vertrauensbeweis, den es täglich zu rechtfertigen gilt.

Ganz besonders in Zeiten, in denen die Kritik am Angebot der öffentlich-rechtlichen Programme zunimmt.

Wir denken konsequent vom Interesse der Hörer her und betrachten deshalb das gesamte Angebot der gehobenen Programme. Da zeichnet sich der Deutschlandfunk ganz besonders durch zwei Merkmale aus: durch die sehr ausführlichen Nachrichten und durch das in Interviews und längeren Beiträgen analysierende Wort zum Hintergrund von Politik, Gesellschaft und Kultur.

In der Nacht aber ist das gesamte Angebot der gehobenen Programme äußerst schmal, es besteht - mit Ausnahme des regionalen WDR 5 - im Wesentlichen aus Klassik bzw. anspruchsvoller Musik und dem Info-Radio der ARD. Deshalb bieten wir vom 8. April an eine klare Alternative: Die "Deutschlandfunk Radionacht" bringt künftig wochentags längere Wort-Sendungen, am Wochenende bleibt die nächtliche Musik im DLF allerdings erhalten. Wir wiederholen wertvolle Sendungen des Tages oder setzen Erstsendungen, die dann am Tag erneut ausgestrahlt werden. Die Hörer in der Nacht sind ohnehin andere als am Tag.

Parallel dazu akzentuieren wir das Kulturangebot in Musik und Wort im Schwesterprogramm Deutschlandradio Kultur. Wir profilieren die beiden Hauptprogramme von Deutschlandradio in ihren jeweiligen Alleinstellungsmerkmalen stärker nebeneinander, aber auch einander ergänzend. Daher verändern wir auch schon zum 8. April an ganz wenigen Stellen die Sende-Schemata am Abend in beiden Programmen, um eine konsequente "Reißverschluss-Programmierung" umzusetzen: Sendet Deutschlandfunk Musik, wird Deutschlandradio Kultur zur selben Zeit Wort senden und umgekehrt. Hörerinnen und Hörer müssen auch innerhalb unserer eigenen Programme die Möglichkeit der Wahl haben, also bieten wir klare Alternativen.

Dr. Willi Steul
Intendant Deutschlandradio


 
 

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