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11.07.2010
Kritik an der Daimler AG (Bild: AP) Kritik an der Daimler AG (Bild: AP)

Schatten auf dem Stern

Vorwürfe gegen Daimler-Benz wegen seiner Apartheidspolitik

Von Thorsten Poppe

"Star of Apartheid". So wird die Daimler AG von den Opfern der Apartheid genannt. Sie werfen dem Unternehmen vor, an das südafrikanische Regime während der Zeit der Rassendiskriminierung über 2.000 Unimogs geliefert zu haben, die als Truppentransporter oder Raketenwerfer gegen die Bevölkerung eingesetzt worden seien.

Und sie behaupten, "Firmen wie Daimler seien mit Lieferungen von militärischem Gerät nach Südafrika während der Apartheid ganz vorne dabeigewesen. Seit Jahren kämpfen deutsche Non-Profit-Organisationen wie "medico international" für die rund 60.000 überlebenden Apartheids-Opfer um Schadensersatz. Mit ihrer Kampagne "Star of Apartheid" treten sie der von Daimler entgegen, um einen Schatten auf den Hauptsponsor der deutschen Nationalmannschaft und auf dessen Kampagne "Der 4. Stern für Deutschland" zu werfen.

Auch der Deutsche Fußball-Bund war durch die Non-Profit-Organisationen über die Vorwürfe schriftlich informiert worden. Daraufhin erkundigte sich DFB-Präsident Theo Zwanziger bei der Daimler AG und antwortete den Beschwerdeführern, die ihm von der Daimler AG übermittelten Informationen hätten bei ihm den Eindruck hinterlassen, dass der Konzern "sich intensiv mit seinem Engagement während der Apartheid-Ära in Südafrika auseinandergesetzt" habe.

Die Daimler AG behauptet, ihr Engagement habe immer in Einklang mit geltendem deutschen und internationalen Recht gestanden. Mercedes-Benz South Africa habe vor der Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Apartheidsgeschichte zu den Vorwürfen bereits Stellung genommen. Auf Deutschlandfunk-Anfrage sagte eine Konzernsprecherin in Stuttgart unter anderem, man halte die Klage für unbegründet. Auch habe man nie mit den südafrikanischen Sicherheitskräften zur Aufrechterhaltung der Apartheid zusamengearbeitet.

Die NGOs halten dagegen, der Mutterkonzern "Daimler AG" habe zu seinen Geschäften nie vor der Wahrheitskommission Stellung genommen hat. Derzeit versuchen die Opferverbände deshalb,in den USA eine Klage auf Schadensersatzforderungen durchzusetzen. Die Entscheidung, ob sie angenommen wird, ist noch nicht gefallen.


 
 

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