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05.08.2012
Vor 40 Jahren bei den Olympischen Spielen in München begann der Anti-Dopnigkampf (Bild: AP Archiv) Vor 40 Jahren bei den Olympischen Spielen in München begann der Anti-Dopnigkampf (Bild: AP Archiv)

Wo steht der olympische Sport heute?

40 Jahre internationale Doping-Bekämpfung seit München 1972

Von Kerstin Kirsch-Schück

In diesen Tagen der Spiele von London wird immer wieder auch an die Sommerspiele 1972 in München erinnert. Damals begann, wenn auch häufig in Vergessenheit geraten, offiziell auch die Internationale Doping-Bekämpfung. Ein Rückblick auf den 40 Jahre währenden Anti-Dopingkampf.

Startschuss frei: Erstmals installierte das Internationale Olympische Komitee (IOC) 1972 ein eigenes Labor zur Dopinganalytik bei Olympischen Spielen. In 21 Sportarten wurden nach einem zuvor festgelegten Plan 2.079 Urinproben sowie 65 Blutproben genommen. Damit wurde während der XX. Olympiade München 1972 die direkte Dopingbekämpfung olympisch. Einen bescheidenen Testauftakt auf Stimulantien bzw. Narkotika mit 667 Proben gab es zwar während der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko City. Doch nachgewiesen werden konnte nur ein einziger Dopingfall des Schweden Hans Gunnar Liljenwall im Bronzemedaillen-Team des Modernen Fünfkampfes.

1972 verbesserte sich die Schlagkraft mithilfe der systematischen Labordopinganalytik direkt vor Ort: Sogleich überschatteten erste offizielle Dopingfälle die olympischen Münchener Wettkämpfe im Gewichtheben. Der Iraner Arjomand Nasehi und der Österreicher Walter Legel wurden wegen des unerlaubten Gebrauchs von Ephedrin disqualifiziert. Der Großteil der Gewichtheberspitze in München 1972 konsumierte Anabolika, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachweisbar waren, aber zu einer ungeahnten Leistungssteigerung führten. Vier Medaillengewinner wurden wegen Doping disqualifiziert. Insgesamt gab es bei den Olympischen Sommerspielen in München sieben Dopingfälle.

1972 war die internationale Dopingbekämpfung noch besonders auf die Sportmedizin und die Biochemie gestützt. Später verbanden sich einzelne Felder der Dopinganalytik immer differenzierter mit speziellen Wissenschaftsdisziplinen wie Hormonforschung, Biotechnologie, systematische Haaranalyse, Pharmazie oder Toxikologie. Mit der innovativen Dopinganalytik bei den Olympischen Spielen 1972 begann der Weg einer gezielten, internationalen Anti-Doping-Strategie. Diese führte 1999 zur Gründung der selbständigen, unabhängigen World Anti-Doping Agency (WADA) in Montreal, Kanada. Bis dato nebeneinander agierende Anti-Doping-Politiken, Regierungsrichtlinien oder Reglements der olympischen Weltsportfachverbände wurden seit 1999 zu einem pragmatischen Konzept im Olympic-Movement-Anti-Doping-Code (OMADC) verschmolzen. Am 1. Januar 2004 wurde dieser vom WADA-Anti-Doping-Code (WADC) abgelöst. Die Grundlage der vom IOC mitentwickelten, 2005 von der UNESCO ratifizierten und 2007 in Kraft gesetzten "International Convention against Doping in Sport" war geschaffen.

Der laufend aktualisierte WADA-Code wird bei der "Vierten Weltkonferenz zum Doping 2013" in Johannesburg, Südafrika, erneut präsentiert werden. Heute zucken erste Blitze des hochgefährlichen Gendopings auf. Bei den Olympischen Spielen und Paralympics in London 2012 sollen 6250 Blut- und Urin- Doping-Kontrollen von über 150 Wissenschaftlern analysiert werden - mehr als bei allen vorherigen Spielen. Werden die Sommerspiele der XXX. Olympiade London 2012 erste, effektive Gendoping-Tests zeitigen? Fest steht, dass bis zu den 32. Olympischen Sommerspielen 2020 noch nachgetestet werden kann.


 
 

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