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17.08.2004
Zivildienstleistender beim Blutdruckmessen (Bild: AP) Zivildienstleistender beim Blutdruckmessen (Bild: AP)

Schwerpunktthema: Bluthochdruck

Expertenrunde mit Prof. Dr. Jürgen Scholze zum Nachhören

Moderation: Barbara Weber

Nur die Hälfte der betroffenen Bundesbürger weiß, dass sie an zu hohem Blutdruck leidet, immerhin einer der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Hoher Blutdruck ist eine der häufigsten Ursachen von Invalidität und Tod. Er ist deshalb so heimtückisch, weil die meisten Menschen, die unter Hochdruck leiden, sich leistungsstark und gesund fühlen.

Blutdruck entsteht durch das Zusammenspiel zwischen Herztätigkeit und Blutgefäßen. Man unterscheidet zwei Werte: den systolischen (oberen) Druck, der beim Zusammenziehen des Herzens entsteht und dem diastolischen (unteren), der der Erschlaffung des Herzens entspricht.

Von Bluthochdruck oder Hypertonie spricht man dann, wenn der Druck 140/90 überschreitet; als ideal werden Werte von 120/80 angesehen. Da der Blutdruck im Laufe des Tages schwankt, kann erst eine wiederholte Messung Gewissheit darüber bringen, ob man unter Bluthochdruck leidet. Manchmal ist auch eine 24-Stunden-Messung mit Hilfe eines transportablen Meßgerätes erforderlich.

Meistens ist Bluthochdruck anlagebedingt (essentiell). Die essentielle Hypertonie wird häufig durch äußere Faktoren wie Übergewicht, erhöhter Alkoholgenuß, Bewegungsmangel, übermäßiger Kochsalzkonsum, schädlicher Streß und Rauchen verstärkt. Selten gibt es eine Störung wie Nierenerkrankungen, die eine sekundäre Hypertonie hervorrufen. Aber auch Medikamente wie die "Pille" beeinflussen den Hochdruck.

Unbehandelter hoher Blutdruck führt zu Herzmuskelschwäche, Gefäßverkalkung mit ihren Folgen wie Schlaganfall und Nierenversagen. Deshalb ist es wichtig, Bluthochdruck zu behandeln. Hoher Blutdruck kann durch verschiedene Medikamente, manchmal auch in Kombination, behandelt werden. Auch wenn die Medikamente manchmal unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit hervorrufen, sollten sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Mit der medikamentösen Therapie des Hochdrucks sollte in den meisten Fällen auch eine Lebensstiländerung einhergehen: das betrifft die Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Rauchverbot. Es gibt eine internationale Studie, die gezeigt hat, dass schon dreißig Minuten Ausdauersport (z.B. Walken) , drei Mal die Woche durchgeführt, und der regelmäßige Verbrauch von 1500 Kilokalorien pro Woche, eine lebensverlängernde Wirkung haben. Das gilt auch für Ältere, die erst relativ spät mit Sport beginnen.

Studiogast: Prof. Dr. Jürgen Scholze, Direktor der Medizinischen Universitäts- und Poliklinik Charité, Berlin

Weitere Informationen:

Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks
Deutsche Hypertonie Gesellschaft

Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck:


 
 

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