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08.02.2010
Fatima von Madrid (Bild: IAU) Fatima von Madrid (Bild: IAU)

Fatima von Madrid

Von Dirk Lorenzen

Zu den vergessenen Astronominnen der Wissenschaftsgeschichte gehört Fatima von Madrid. Sie lebte gegen Ende des 10. und zu Beginn des 11. Jahrhunderts in Spanien, das damals von den Mauren erobert und vor allem muslimisch geprägt war.

Fatima war die Tochter des großen Wissenschaftlers Maslama al-Mayriti, was "Mann aus Madrid" bedeutet. Die meiste Zeit ihres Lebens hat sie allerdings nicht in ihrer Geburtsstadt, sondern in Cordoba verbracht, das damals das Zentrum von Wissenschaft und Kunst in ganz Europa war.

Fatima beschäftigte sich vor allem mit Astronomie und Mathematik. Einige ihrer Werke wurden unter dem Begriff "Fatimas Korrekturen" bekannt. Später gab sie die aus dem 9. Jahrhundert stammenden Astronomischen Tafeln von al-Khwarizmi neu heraus. Sie hatte diese Tafeln, die unter anderem die Auf- und Untergangszeiten der Gestirne angeben, auf den Längengrad von Cordoba bezogen.

Fatima und ihr Vater arbeiteten außerdem an Kalendern und berechneten die wahren Positionen von Sonne, Mond und Planeten. Um diese Arbeiten zu vereinfachen, erstellten sie neue Sinus- und Tangenstafeln. Mit diesen Winkelfunktionen ließen sich die Himmelskoordinaten schneller berechnen. Die Astronomin beschäftigte sich auch mit genauen Daten von Finsternissen und der Sichtbarkeit des Mondes.

Fatima von Madrid war die herausragendste Wissenschaftlerin der damaligen Zeit. Von ihrem Werk ist einiges überliefert. Doch die genaueren Umstände ihres Lebens und auch das Todesdatum verlieren sich im Dunkel der Geschichte.

Große Frauen in der Astronomie

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