Bei Einbruch der Dunkelheit strahlt das Sommerdreieck hoch im Süden. Die rechte obere Ecke ist Wega in der Leier. Links oben leuchtet Deneb im Schwan. Beide stehen fast im Zenit. Atair im Adler ist die untere Ecke und befindet sich halb hoch am Himmel.
Heute vor 35 Jahren sah der Schwan etwas anders aus. Links oberhalb von Deneb leuchtete ein weiterer Stern. Er war etwa so hell wie die übrigen Sterne im Schwan, die die Figur eines großen Kreuzes an das Firmament zeichnen.
Der neue Stern war gut eine Woche mit bloßem Auge zu sehen. Nach knapp zwei Jahren war das Objekt wieder auf seine ursprüngliche Helligkeit abgesunken.
Am 29. August 1975 war im Schwan eine Nova aufgeflammt. Dort kreisen zwei Sterne umeinander. Ein sogenannter Roter Zwerg, also ein ganz normaler Stern mit nur wenig Masse und ein Weißer Zwerg, eine kompakte Sternleiche mit einem extrem starken Magnetfeld.
Die beiden Sterne rotieren umeinander. Dafür brauchen sie nur wenige Stunden. Der Weiße Zwerg reißt mit seiner Anziehungskraft gasförmige Materie vom Roten Zwerg herüber. Die Materie fließt entlang der Magnetfeldlinien zum Weißen Zwerg.
Hin und wieder zünden im abströmenden Gas nukleare Reaktionen. Dann explodiert die Materie und es kommt zu einem gewaltigen Helligkeitsausbruch. 1975 leuchtete dieses Sternsystem plötzlich etwa eine Million Mal heller als gewöhnlich.
Anders als bei einer Supernova, wird bei einer Nova der Stern nicht zerstört. Die Explosion im Schwan kann sich jederzeit wiederholen - vielleicht schon heute Abend. Halten Sie Ausschau!
Informationen zur Nova im Schwan
Fachartikel zur Nova Cygni 1975
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Sternzeit 13. August 2011
Sendezeit: 13.08.2011, 16:56
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