Heute Abend gegen halb neun lässt sich ein hübsches Himmelstreffen tief im Südwesten verfolgen. Allerdings muss der Blick am Horizont perfekt klar sein.
Dort leuchtet Venus, unser innerer Nachbarplanet. Sie beendet jetzt ihre Vorstellung als Abendstern. Knapp rechts oberhalb leuchtet Spica, der Hauptstern in der Jungfrau. Auf derselben Linie, etwas rechts oberhalb von Spica, steht Mars, unser äußerer Nachbarplanet.
Venus ist als einzige ohne Probleme mit bloßem Auge zu erkennen. Um Spica und Mars zu erspähen, brauchen Sie ein Fernglas. Die drei Objekte stehen so dicht beieinander, dass man sie bei ausgestrecktem Arm mit der Handfläche abdecken kann.
Die Nähe ist natürlich nur ein perspektivischer Effekt. Venus ist uns mit "nur" 85 Millionen Kilometern Abstand am nächsten. Mars ist viermal so weit entfernt - und Spica ist mit 260 Lichtjahren wirklich ganz weit draußen im All. Hätte man bei der Gründung der Vereinigten Staaten 1776 eine Funkdepesche zu Spica geschickt, so wäre die Botschaft noch immer unterwegs.
Hin und wieder läuft Venus nicht an Spica vorbei, sondern genau vor ihr entlang. Dass Planeten helle Sterne bedecken, ist sehr selten. Das nächste Mal wird Venus Spica am 2. September 2197 bedecken. An einem Sonnabend, falls Sie sich das schon einmal vormerken wollen.
Grämen Sie sich nicht, wenn Sie heute Abend oder in 187 Jahren Venus und Spica nicht zu Gesicht bekommen. Beide Himmelskörper stehen schon Mitte November fast genauso dicht beieinander. Dann sind sie problemlos am Morgenhimmel zu beobachten.
Informationen zum aktuellen Himmelsgeschehen
Daten zu Spica, dem Hauptstern der Jungfrau
Beiträge zum Nachhören
Sternzeit
Sternzeit 13. August 2011
Sendezeit: 13.08.2011, 16:56
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