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30.06.2012
Die Erde rotiert nicht perfekt gleichmäßig - daher gibt es hin und wieder Schaltsekunden (Bild: DLR) Die Erde rotiert nicht perfekt gleichmäßig - daher gibt es hin und wieder Schaltsekunden (Bild: DLR)

Eine Sekunde mehr

Von Dirk Lorenzen

Heute Nacht bleibt scheinbar die Zeit stehen. Auf 1 Uhr 59 Minuten und 59 Sekunden folgt 1 Uhr 59 Minuten und 60 Sekunden. Erst dann ist es 2 Uhr 0 Minuten und 0 Sekunden. Es wird eine Schaltsekunde eingelegt.

Die Standardzeit der Welt heißt UTC oder koordinierte Weltzeit. Sie wird vom Büro für Maß und Gewicht in Paris verbreitet. 70 Zeitinstitute in aller Welt wirken daran mit, darunter die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig.

Dort laufen äußerst genaue Atomuhren. Allerdings rotiert die Erde nicht ganz gleichmäßig, weil sich im Innern die Materie etwas umverteilt oder Wind- und Wasserströmungen unseren Planeten leicht unrund laufen lassen.

Mit den Schaltsekunden stellt man sicher, dass trotz der unregelmäßigen Erddrehung die Sonne im Schnitt um zwölf Uhr mittags ihren Höchststand erreicht - jedenfalls auf 15 Grad Ost, dem für unsere Zeitzone maßgeblichen Längengrad, und ohne Berücksichtigung der Sommerzeit. Gäbe es die Schaltsekunden nicht, so würden sich Uhrzeit und Sonnenstand am Himmel langsam auseinander bewegen.

Die morgige Schaltsekunde hat also nichts damit zu tun, dass die Atomuhren ungenau wären. Es geht um rein astronomische Effekte.

Seit 1958 ist zwischen der Atomuhrzeit und der koordinierten Weltzeit eine Zeitdifferenz von 34 Sekunden aufgelaufen. Heute Nacht kommt eine weitere hinzu.

Genießen Sie die Extra-Sekunde! Sie macht deutlich, dass selbst in unserer hoch technisierten Epoche die Zeitmessung etwas ist, das auf den Vorgängen am Himmel beruht.

Allgemeine Informationen zu Schaltsekunden

Pressemitteilung der PTB in Braunschweig zur Schaltsekunde


 
 

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