Es gibt Teleskope, die dadurch einen legendären Ruf erworben haben, dass ganze Generationen von Astronomen während ihrer Ausbildung an ihnen tätig waren. Dazu gehört das Dänische Teleskop auf der Sternwarte La Silla in Chile.
Mit einem Spiegeldurchmesser von 1,54 Metern zählte es nie zu den weltweit führenden Instrumenten - auch nicht bei seiner Einweihung im Jahr 1979.
Doch das Teleskop war immer mit guten Kameras und exzellenten Spektrografen ausgestattet. Da bei kleinen Teleskopen die Nachfrage nach Beobachtungszeit nicht so groß ist wie bei den Instrumenten der Vier- oder gar Acht-Meter-Klasse, haben auch viele Diplomanden und Doktoranden Nächte am Dänischen Teleskop verbracht.
Jetzt ist es technisch überholt und automatisiert worden. Es lässt sich nun von Dänemark aus fernsteuern, womit die Forschungsreisen nach Chile entfallen.
Kürzlich hat das Dänische Teleskop einen Sternhaufen im Schützen aufgenommen. Dort regen junge, heiße Sterne Wasserstoffgas zum roten Leuchten an. Zudem streuen Staubteilchen das Sternlicht in einem markanten Blauton.
Gegen drei Uhr nachts steht der Schütze mit dem rotblauen Nebel tief über dem Südhorizont. Aus unseren Breiten ist diese Himmelsgegend nur sehr schlecht zu beobachten.
Die Dänen hatten also gute Gründe, sich an der Europäischen Südsternwarte zu beteiligen und ein robustes Spiegelteleskop in Chile aufzustellen. Von dort aus gesehen zieht der Schütze mit seinen vielen bunten Objekten fast durch den Zenit.
ESO-Mitteilung zu dieser Beobachtung [http://www.eso.org/public/germany/news/eso1320/]
Teleskope auf La Silla [http://www.eso.org/sci/facilities/lasilla.html]