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09.06.2013
ALMA hat sehr junge, staubreiche Galaxien beobachtet (Bild: ALMA) ALMA hat sehr junge, staubreiche Galaxien beobachtet (Bild: ALMA)

ALMAs schneller Galaxienblick

Von Dirk Lorenzen

Auf einer Hochebene in den Anden, mehr als fünftausend Meter über dem Meeresspiegel, steht die große Teleskopanlage ALMA nach gut vier Jahren Aufbauzeit kurz vor der Fertigstellung. Bis zum Ende des Jahres sollen sechsundsechzig Antennenschüsseln im Bereich der Infrarotstrahlung ins All blicken.

Das ALMA-Team hatte die wissenschaftliche Arbeit begonnen, sobald die ersten Schüsseln installiert waren. Als ALMA noch nicht einmal zu einem Viertel fertiggestellt war, haben die Astronomen mehr als hundert staubreiche Galaxien am Rande des Universums genau beobachtet, ihre exakte Position vermessen und untersucht, wie viele Sterne dort entstehen.

In den ersten drei Milliarden Jahren nach dem Urknall waren viele Galaxien voller Gas und Staub. In ihnen entstanden fast explosionsartig Sterne.

Das Licht aus dieser dramatischen Epoche erreicht noch immer die Erde - doch die Astronomen bekamen davon bisher wenig mit, weil sich alles hinter dunklen Staubschleiern abspielte.

Anders als Teleskope, die normales sichtbares Licht empfangen, nutzt ALMA die Infrarotstrahlung. Sie geht auch durch dicke Staubwolken hindurch.

ALMA ist nun viel empfindlicher als die bisherigen Teleskope dieser Art - zudem lassen sich bei ALMA die einzelnen Schüsseln zusammenschalten, sodass die Forscher unerreicht scharf sehen.

Der schnelle Blick auf die fernen Galaxien hat den Astronomen so genaue Daten geliefert wie nie zuvor. Nun sind alle gespannt, was ALMA leisten wird, wenn die Anlage in den Anden erst einmal komplett fertiggestellt ist.

Pressemitteilung zu den aktuellen ALMA-Beobachtungen [http://www.eso.org/public/germany/news/eso1318/]

Das ALMA-Observatorium in Chile [http://www.almaobservatory.org/]