Die Entscheidung über die Steuervorteile für Homosexuelle ist nicht nur das Ende einer jahrelangen Kränkung, kommentiert Elisabeth Niejahr von der Wochenzeitung "Die ZEIT". Das Urteil aus Karlsruhe legt auch den Weg frei für eine Debatte zwischen Regierung und Opposition über die richtige Förderung von Familien.
Deutschland muss mit dem Euro Hawk auch seinen Ruf als Hochtechnologiestandort verteidigen, kommentiert Rolf Clement. Mit der begonnen Reform der Informationsketten in seinem Ministerium hat Thomas de Maizière die richtigen Schritte eingeleitet.
Die Wirkung der Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag ist verheerend. Denn jeder kapiert so eine Affäre. Ihre Skandalisierung hat also auch Ventilfunktion: Da kann sich das Unbehagen über eine ansonsten undurchschaubare Politik Luft machen, meint Heribert Prantl.
Beim Handelskrieg um die Solarproduktion zwischen China und Europa, wird der Verbraucher der Verlierer sein. Doch damit nicht genug: Die Europäische Gemeinschaft, die sich doch vor allem als eine Wirtschaftsgemeinschaft des freien Handels definiert, schmeißt ihre Prinzipien einfach über Bord, kommentiert Oliver Stock vom "Handelsblatt online".
Während Leserschaften anderer Nationen sich die Köpfe heiß reden dürfen über Werke bedeutender Literaten, müssen deutsche Feuilletonisten über den Suhrkamp-Verlag reden. Und sie tun dies unentwegt - seit Jahren. Doch wer über Suhrkamp redet, redet nicht über Literatur, kommentiert Denis Scheck.
Der französisch-britische Alleingang im Syrien-Konflikt ist nicht mehr als eine leere Geste für das heimische Publikum. Es ist ein Reflex auf die verlorene Großmachtrolle im Nahen Osten. Sie sind gerade einmal stark genug, um die EU als außenpolitischen Akteur zu diskreditieren, kommentiert Thilo Kößler.
US-Präsident Barack Obama versprach in seiner Washingtoner Grundsatzrede all jene Prinzipien, die den USA in den dunklen Bush-Jahren abhanden gekommen waren. Doch das umstrittene Erbe, mit dem Obama in dieser Rede aufräumen musste, ist inzwischen sein eigenes, meint "Spiegel"-Korrespondent Gregor Peter Schmitz.
Das Bankgeheimnis in Europa schien bislang unverrückbar, auch weil Steuerfragen am Kern der nationalen Souveränität rühren. Entweder wurden über diese Fragen in der EU gar nicht oder nur sehr allgemein gesprochen. Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei, meint Matthias Krupa von der "Zeit".
Es ist noch zu früh zu sagen, ob Thomas de Maizière seinen Rücktritt einreichen muss, weil er im Euro-Hawk-Drohnendebakel persönlich versagt habe. Doch der Verteidigungsminister wird zu prüfen haben, ob ein Verbleiben im Amt mit seinen Vorstellungen von Führung und Verantwortung übereinstimmt, meint Günter Bannas.
Die SPD wirkt zum 150-jährigen Jubiläum ein wenig ermattet, große Hoffnung auf bessere Zeiten sind kaum in Sicht. Die Jubilarin scheint intellektuell ausgeblutet und strategisch ohne Potenzial, meint Norbert Seitz vom Deutschlandfunk.
Beiträge zum Nachhören
Themen der Woche
Ermittlungshilfe unter Eid: Neue Erkenntnisse im NSU-Prozess
Sendezeit: 15.06.2013, 13:25
Kandidat unter Vorbehalt: Erdogan, die Proteste und der EU-Beitritt
Sendezeit: 15.06.2013, 13:21
Freund unter Kontrolle: Der NSA-Skandal und die Beziehungen zu den USA
Sendezeit: 15.06.2013, 13:16
dradio-Recorder
im Beta-Test: