Es gibt viele gesetzliche Maßnahmen zum Schutz des Klimas, wie beispielsweise den Emissionshandel, also der Handel mit Verschmutzungsrechten. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Engagement der Bevölkerung aus? Dieser Frage ist die Bundestagsfraktion der Grünen nachgegangen und hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, die heute veröffentlicht wurde.
Verbraucher schonen das Klima, wenn es nicht viel kostet und sie ihre Gewohnheiten nicht groß ändern müssen. Sobald Klimaschutz etwas teurer wird, ist die breite Masse nicht mehr bereit mitzumachen. Teure Klima-Produkte führen ein Nischendasein. So lässt sich die 20-seitige-Studie zusammenfassen, die ein ehemaliger Mitarbeiter der Grünen-Bundestagsfraktion in deren Auftrag zusammengestellt hat. Die Studie untersucht, ob bestimmte, klimafreundliche Produkte sich besser verkaufen, seit öffentlich breit über Klimaschutz debattiert wird.
Günstig und unkompliziert ist Klimaschutz zu haben etwa mit Energiesparlampen. So haben Energiesparlampen ihren Marktanteil im letzten Jahr denn auch verdoppelt, immerhin 15 Prozent aller Glühlampen sind klimafreundliche Energiesparleuchten. Anderes Beispiel: Kühlschränke. Sehr effiziente Kühlschränke der Klassen A+ und A++ verkauften sich zuletzt wesentlich besser, mehr als jeder dritte Kühlschrank in Deutschland gilt als besonders klimafreundlich. Besser noch: Gefriertruhen. Auch hier stieg der Absatz um fast zehn Prozent, fast die Hälfte aller Gefriertruhen gilt mittlerweile als besonders effizient. Dennoch greifen die meisten Verbraucher zu Kühlschränken der Klasse A, die fast 50 Prozent mehr Strom verbrauchen als Geräte der Klasse A++. Dieses Verbraucherverhalten liegt nur zum Teil am günstigeren Preis, glaubt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn. Die Energiekennzeichnung verwirre viele Verbraucher:
Es ist wirklich absurd, dass es nicht nur A gibt, sondern auch A+ und A++. A müsste die beste Kategorie sein und es kann nicht sein, dass man in der Kategorie A noch drei Abstufungen hat. Da muss man zu einer besseren Kennzeichnung kommen, damit die Verbraucher besser entscheiden können.
Doch generell scheint klar, so die Studie: Sobald die Kosten für den Klimaschutz steigen, ist die Masse nicht mehr bereit mitzumachen. Seien es Biofleisch, Ökostrom oder Kompensations-Anbieter wie Atmosfair, bei denen Flugreisende freiwillig zahlen können für CO2-Emissionen - sie alle schonen das Klima, sind auch zuletzt beachtlich gewachsen. Ihr Marktanteil liegt jedoch trotz allen Wachstums sämtlich unter 5 Prozent.
Noch durchwachsener ist, der kleinen Studie zufolge, der Erfolg klimafreundlicher Produkte, wenn die Investitionen weiter steigen und lange Planungsphasen hinzukommen. Gemeint sind vor allem Autos und energieeffiziente Gebäude. Zwar fragten Verbraucher in den letzten Monaten vermehrt nach sparsamen Kleinstwagen und Hybridautos, die wenig CO2 ausstoßen. Viel besser verkauften sich jedoch Spritfresser wie Geländewagen: In diesem Frühjahr wurden mehr dieser Breitreifen-Limousinen zugelassen als im vergangenen Frühjahr. Unterm Strich stieg die durchschnittliche Motorleistung zuletzt um sechs Prozent, der durchschnittliche Spritverbrauch sank um ganze 100 Milliliter. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, fordert daher das Dienstwagenprivileg zu ändern: Der Staat soll nur noch Firmenwagen subventionieren, die weniger als 140 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen.
Denn in der Luxusklasse werden über 80 Prozent der Wagen als Dienstwagen gekauft. Und das heißt: Wenn wir das Dienstwagenprivileg kappen würden bei 140 Gramm, würden nicht mehr diese großen Autos als Dienstwagen angeschafft und dann würden wir automatisch den CO2-Ausstoß reduzieren.
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