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11.02.2009
Ein Eisberg schmilzt in Kulusuk in Grönland. (Bild: AP) Ein Eisberg schmilzt in Kulusuk in Grönland. (Bild: AP)

Verbraucherverhalten und Klimaschutz

Neue Studie der Deutschen Unternehmer für Klimaschutz "2Grad"

Von Dieter Nürnberger

Auch die Unternehmen in Deutschland müssen sich der Diskussion über den Klimaschutz stellen. Und so gibt es mehrere Unternehmen, die sich den Klimaschutz auf die Fahne geschrieben haben. So unter anderem die Initiative "2 Grad - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz". "2 Grad" hat nun in Berlin eine Studie über den Zusammenhang zwischen Verbraucherverhalten und Klimaschutz veröffentlicht.

Die wesentlichen Erkenntnisse aus der Studie mit dem Titel "Klimaschutz für alle" sind da schon recht eindeutig. Die Verbraucheransichten haben sich demnach in den vergangenen Jahren doch deutlich geändert. Ein gutes Beispiel ist da der Autokauf: Da war in der Vergangenheit das wichtigste Kaufkriterium stets der Anschaffungspreis, heute hingegen sind es die Verbrauchskosten. So hat die Bedeutung des CO2-Ausstosses um rund 26 Prozentpunkte zugenommen. Das ist aus ökologischer Sicht sicherlich eine Verbesserung. Doch es spielen eben auch noch andere Faktoren bei den Kriterien eine Rolle. Marek Wallenfels ist Geschäftsführer der Initiative "2 Grad", die die Untersuchung in Auftrag gegeben hat.

"Wir haben festgestellt, dass die Verbraucher im Kopf sehr viel weiter sind - was das Thema Klimaschutz ganz allgemein betrifft. Aber die Frage, wie man dies im Verkaufsverhalten realisieren kann, die steht immer noch im Raum. Da wünschen sich die Verbraucher Orientierung. Es ist aber genauso klar, dass die Verbraucher eine Sache nicht wollen: das ist Konsumverzicht. Sie wollen auch keine Vorschriften haben, welches spezifische Produkt sie kaufen sollen. Sie wollen Wahlfreiheit, aber sie wünschen sich - und das war für uns als Unternehmer auch etwas überraschend - eine Orientierung, der sie vertrauen können."

Im Grunde sei die Hauptaussage der Studie typisch deutsch, so hieß es heute bei der Vorstellung der Studie. Klimaschutz werde beim Konsum wichtiger, aber zusätzlich kosten dürfe es nichts. Die Deutschen seien eben ein recht sparsames Volk. Für den Klimaschutz mehr ausgeben würden hierzulande gerade einmal rund vier Prozent. In anderen Ländern ist zumindest diese Quote deutlich höher. Die Statistik zeigt auch, dass es Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, sagt Arved Lüth, er ist Autor der Studie. Frauen seien da weiter.

"Sie fahren kleinere Fahrzeuge. Sie haben weniger Kilometerleistung. Sie kaufen bewusster ein. Wir haben auch versucht, dies zu interpretieren. Wir glauben, dass Frauen generell mehr Faktoren bei der Kaufentscheidung berücksichtigen. Die Werte Klimaschutz und Nachhaltigkeit spielen für Frauen eine größere Rolle. Das fließt auch mit in die Kaufentscheidung ein. Und wir sehen auch, dass das auch bei Männern wandelt."

Das Verhalten der Männer wandelt sich auch deshalb, weil Frauen hier die Männer beeinflussen würden, in der Familie oder auch am Arbeitsplatz. Ein anderes Teilergebnis der Studie zeigt zudem, dass ältere Menschen, also die Generation 50 plus, in der Tendenz klimafreundlicher einkauft, was allerdings generell auch mit einem geringeren Konsumverhalten einhergeht.

In der Initiative "2 Grad" haben sich Unternehmen zusammengeschlossen - und wichtig ist nun, was diese daraus für ihre tägliche Arbeit folgern sollten. Hier gibt die Studie Handlungsanleitungen. Ein bisheriger großer Erfolg ist da beispielsweise die Auszeichnung von Kühlschränken mit Angaben zur Energieeffizienz. Das sollte man auch auf andere Bereiche ausdehnen, sagt Geschäftsführer Marek Wallenfels.

"Wie kann man diesen Erfolg auch auf andere Produktbereiche übertragen? Natürlich muss man sich die Frage stellen, weshalb Kunden bei einem Kühlschrank auf Energiekosten- und Effizienz achten, es aber heutzutage bei einem Fernseher noch nicht tun. Diese Frage müssen die Unternehmer in Zusammenarbeit mit der Politik beantworten. Unsere Studienergebnisse zeigen, wenn es transparente, einfach verständliche und nicht zu komplexe Kennzeichnungen und Leitsysteme gibt, dann sprechen die Verbraucher auch tatsächlich darauf an."

Die Handlungsempfehlungen beziehen sich somit also zuerst auf den Verkaufsprozess. Hier geht es um die Schulung der Mitarbeiter und auch um eine bessere Informationsvermittlung.

Aber die wichtigste Botschaft dieser Untersuchung ist sicherlich, dass das Bewusstsein der Verbraucher hinsichtlich klimafreundlicher Produkte doch deutlich zunehme. Die Unternehmen sind nun auch in der Pflicht, darauf adäquat zu reagieren.


 
 

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