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18.03.2009
 (Bild: AP) (Bild: AP)

Privates Geld für EU-geprüfte Vorhaben

Projektbörse in Brüssel

Von Wiebke Lehnhoff

Viele Organisationen bewerben sich bei der EU um Zuschüsse für Projekte in Entwicklungsländern. Ein Schwerpunkt liegt bei Umweltschutz und nachhaltiger Nutzung von Energie. Die EU prüft die Projekte und kann dann doch nur einen Bruchteil von ihnen fördern. In Brüssel konnten sich die Organisatoren solcher Projekte jetzt um private Finanziers bewerben.

Das Sprach- und Stimmengewirr war groß bei mehr als 300 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern Europas und anderen Teilen der Welt: Auf der so genannten "Auction Floor"-Konferenz präsentierten sich an kleinen Tischen mit Postern und Faltblättern 86 Projekte. Dabei ging es zum Beispiel um die Rettung der Mangrovenwälder auf den Philippinen, um Projekte gegen die Wüstenbildung in Nord-Ägypten oder gegen den Klimawandel in Brasilien. Aufgeteilt nach fünf Schwerpunkten - Biodiversität, Klimawandel, Wüstenbildung, Wald und nachhaltige Energien -, versuchten hoffnungsvolle Projektleiter in Brüssel Geldgeber für sich zu gewinnen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Europäischen Kommission. Dort wollte man nicht, dass gute Konzepte, für die das EU-Geld nicht ausreichte, im Papierkorb verschwinden. Generaldirektor Koos Richelle:

"Die Idee war, dass wir hier Projekte haben, die schon von uns beurteilt worden sind. Wir können garantieren, dass es gute Projekte sind - das ist praktisch für Geldgeber. Einerseits, weil sie sich Arbeit sparen. Andererseits gibt es sicher auch Geldgeber, die sich mit Entwicklungshilfe nicht so gut auskennen. Für die ist es sehr hilfreich, wenn Experten die Projekte schon bewertet haben."

Doch zu dem Treffen waren vor allem Hilfsorganisationen, Vereine oder Universitäten gekommen, die nach finanzieller Unterstützung suchten - und deutlich weniger Geldgeber. Schade, fand Sabine Bock von WECF, einem Netzwerk aus Frauen- und Umweltorganisationen. Ihr Projekt soll die schlechte Energieversorgung in den Dörfern von Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan durch erneuerbare Energien verbessern. Sabine Bock von WECF:

"Also es geht wirklich darum, Wissen zu vermitteln, Leute zu trainieren. Und wir unterscheiden ein bisschen zwischen Solarkollektoren, die man ganz einfach selbst bauen kann, Technologien, die im Land auch wirklich existieren, wo unsere Partner auch Erfahrung haben im Training - also sprich: Sonne scheint, Wasser wird heiß, ich kann's verwenden -, und dann aber eben auch kompliziertere Technologien, Solarkollektoren mit Pufferspeichern, die man dann auch im Winter zum Heizen verwenden kann - da müssen dann wirkliche Experten ausgebildet werden, was aber eben auch eine Chance ist, um neue kleine Firmen zu schaffen."

Das Projekt in Zentralasien stieß bei seiner Präsentation in der Gruppe "nachhaltige Energien" auf viel Interesse. Auch ein möglicher Geldgeber wurde aufmerksam - Daniel van Mosnenck war für die belgische Firma Belobog zur Auktion der Projekte gekommen. Seine Firma forscht im Bereich Erneuerbare Energien und entwickelt unter anderem energiesparende Passivhäuser. Daniel van Mosnenck gefiel auch die Idee der Veranstaltung insgesamt gut:

"Das ist eine sehr interessante Weg, um die ganze Projekt zu wissen und Weiterforschung in diese Bereiche. Kontakten, und ein bisschen zu wissen, was passiert hier oder dort. Und das ist ein bisschen schwierig, um echten Projekte zu finden. Sehr, sehr schwierig."

Leider seien zu wenig neue Konzepte dabei, viele Ideen in der Praxis schwer umzusetzen, meinte van Mosnenck. Am Ende des Treffens zwischen Vertretern von Hilfsprojekten und Geldgebern in Brüssel wurden nur wenige Gesprächserfolge bekanntgegeben. Trotzdem sprachen alle Teilnehmer von einer guten Idee der EU-Kommission. Sabine Bock von WECF:

"Es gab schon Gespräche mit potenziellen Geldgebern, aber es ist eigentlich gerade auch der Austausch eben zwischen den verschiedenen NGOs (Non-Governmental-Organisations, Anm. d. Online-Redaktion), oder mit verschiedenen Regionen aus verschiedenen Ländern, eben auch mehr von der Behördenseite vielleicht oder Städteseite her ist auch ein großes Interesse da. Also, man muss mal sehen, was dabei rauskommt, aber ich denke, es werden auf jeden Fall unterschiedlichste Kontakte sein, die nicht unbedingt dann vielleicht finanzieller Art sind, aber die vielleicht dann auch für die Zukunft positiv sind."


 
 

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