Die geteilten Staaten von Amerika
Hinter den Kulissen der US-Präsidentenwahl 2012
Barack Obama ist für eine zweite Amtszeit als US-Präsident wiedergewählt. Ihm gegenüber steht eine Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus. Innen- und außenpolitisch wird es Obama in seinen "four more years" nicht leicht haben. Unsere Korrespondenten Nana Brink, Jasper Barenberg, Klaus Remme und Marcus Pindur berichteten aus Washington, Chicago und Berlin - und schilderten in diesem Blog ihre ganz persönlichen Eindrücke vom Kampf um die Macht in den USA und das Leben in den USA. Ihre Eindrücke - subjektiv, aber nicht willkürlich, humorvoll, aber nicht anbiedernd, grundsätzlich, aber nicht simpel - sollten den Nutzern der Deutschlandradio-Website einen Mehrwert bringen, der die Rundfunkberichterstattung ergänzt um persönliche und politische Perspektiven, die in der "normalen" Berichterstattung nicht immer Platz finden.
Alle weiteren Beiträge des Deutschlandradios zur Wahl und die Zeit danach haben wir für Sie im Portal "US-Wahl 2012" zusammengefasst.
Barack Obama has been reelected. And he has to govern with a Republican Majority in the House. Both in domestic affairs and internationally he is facing challenges. Our correspondents Nana Brink, Jasper Barenberg, Klaus Remme und Marcus Pindur reported from Washington D.C., Chicago and Berlin about their personal impressions of that epic political struggle - and about everyday life in the U.S. They shared their impressions in a blog on the Deutschlandradio website, and gave our listeners and users personal points of view - subjective, but not arbitrary, humorous, but not forced, basic, but not simplistic. Their personal perspectives on a wide range of phenomena complemented their radio election coverage.
All other DRadio reports relating to the presidential election 2012 can be found on our "US Election Page"
Aus. Vorbei. Over. Das Wohnzimmer ist wieder ein Wohnzimmer. Der Tisch ist wieder ein Tisch - und kein Schaltpult. Die Vitrine ist wieder eine Vitrine - und kein schwarzes Brett für Einsatzpläne. Und Obama ist wieder Präsident. Und wir sind wieder aufgewacht ...
Dieser Eintrag hat ein garantiertes Verfallsdatum: heute Abend. Dann wird ... was rede ich, seit Tagen sprechen wir von nichts anderem in unserer Korrespondenten-WG.
Ich hatte den amerikanischen Traum mit 16 Jahren begraben. Nach der Schullektüre des Arthur-Miller-Dramas "Tod eines Handlungsreisenden" war mir klar, dass der "American Dream" eine Schimäre ist, eine Welt des Scheines, über die des Seins erhebt, das "Haben" über das "Sein" stellt. Erich Fromm las ich natürlich auch.
Verfrorene Gesichter, wohin ich auch schaue. Handschuhe, Mützen, dicke Schals. Viele haben sich in bunte Steppdecken gewickelt. Schon lange kann ich meine Zehen nicht mehr spüren. Ein paar Sitze weiter tanzt eine Frau zur Rockmusik, die aus einem Dutzend Lautsprecher dröhnt.
Unumwunden gebe ich an dieser Stelle zu: Ich wollte nie in einer Wohngemeinschaft leben. Die Müll-runter-bring-Diskussionen und die Barthaare-im-Waschbecken-Streitereien fand ich schon immer überflüssig. Doch in den USA ist es nun passiert.
Wenn es am Dienstag in den USA an die Wahlurnen geht, zählt jede Stimme - doch wie sich die Wähler entscheiden, wird auch davon abhängen, wie erfolgreich die Wahlwerbung der letzten Monate war. Demokraten wie Republikaner finanzieren sie durch gewaltige Wahlkampf-Spenden.
Das amerikanische Schnauzbart-Institut ist empört. Fünf Tage vor der Entscheidung in den USA eskalieren Vermutungen und Prognosen in Bezug auf den Wahlsieger. Das konservative Lager sieht Romney de facto im Ziel.
Heute früh erreichte mich der Anruf meiner Tante. Sie wohnt seit über 50 Jahren in Philadelphia und hat - ungefähr genauso lange - ein Ferienhaus in Delaware, nahe Ocean City, direkt an der Küste. Ja, genau da, wo Sandy an Land gegangen ist. Ich ertappe mich dabei, dass ich das "Haus an der Beach" suche, in den Fernsehbildern.
Mein Blick aus dem Berliner Büro hoch oben in der Bundespressekonferenz fällt auf das Bundeskanzleramt und - von mir aus gesehen - dahinter, die Siegessäule. Dort hat Barack Obama vor gut vier Jahren Hunderttausende verzückt. Der Tag damals, er scheint viel länger her.
Ein Wiedersehen nach über 20 Jahren. Kein Zweifel, wir sind alle erkennbar älter geworden. Aber auch das spüren die Gasteltern und der Austauschschüler von damals gleich im ersten Augenblick: Das Gefühl der Vertrautheit hat die Zeit unbeschadet überstanden.
Okay, wir Journalisten sind cool. Das wisst ihr doch oder? Wir sind immer im Auge des Hurrikans und wenn nicht, dann tun wir so, oder?
Bis vor drei Monaten berichtete Klaus Remme aus Washington und den USA für das Deutschlandradio. Zurück in Berlin verfolgt ihn die Korrespondenten-Vergangenheit: Da trudeln dutzendfach Warnmails zum Hurrikan "Sandy" ein - und ein gewisser Herr Obama bittet um Wahlkampfspenden.
Meine Freunde haben es gerade nicht leicht mit mir. Überall, wo ich hinkomme, tausche ich ein paar Höflichkeiten aus und starte dann meine Offensive: What do you think about these elections?
Ich fahre zu einem Interview nach Colorado Springs, drei Stunden Fahrt von Denver. Links die rollenden Hügel der Hochebene von Colorado, rechts die Rocky Mountains, die 3000, 4000 Meter in den strahlend blauen Himmel aufragen. Eine grandiose Landschaft, eine Weite, die wir Europäer nicht kennen.
As goes Ohio, so goes the Nation. Wie Ohio wählt, so wählen die USA, heißt es. Seit 112 Jahren hat kein Republikaner das Weiße Haus erobert, ohne Ohio zu gewinnen, und nur wenige Demokraten. Besuch in Lordstown.
Es ist jedes Mal dasselbe. Ich steige aus dem Flugzeug und die Kiste mit meinen amerikanischen Tönen öffnet sich. Die Sprache, die Autos, die Polizeisirenen auf der Autobahn. Dann wie in jeder Wohnung, in der ich bislang gewohnt habe: die Klimaanlage, die plötzlich anspringt.
Noch neun Tage. Fast nicht zu glauben, dass dieser Wahlkampf bald eine Ende hat. Ein Marathon, der praktisch kurz nach den Zwischenwahlen 2010 begann und - vor allem während der "Primaries" bei den Republikanern - reichlich kuriose Unterhaltung bot.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Sportgespräch mit Klaus Allofs, Manager VfL Wolfsburg
Sendezeit: 19.05.2013, 23:30
Das HI-Virus wurde vor 30 Jahren entdeckt
Sendezeit: 19.05.2013, 23:26
64. Sudetendeutscher Tag in Augsburg im Zeichen der Versöhnung
Sendezeit: 19.05.2013, 23:23
dradio-Recorder
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