Nachtspeicherheizungen galten lange als modernes und kostensparendes Heizsystem. Heute nennen Experten diese Heizform unwirtschaftlich und umweltschädigend. Noch sind rund 1,4 Millionen deutsche Haushalte mit dem Heizsystem ausgestattet - doch es gibt Alternativen.
Noch in den 90er-Jahren galten Nachtspeicherheizungen als moderne und vor allem Geld sparende Anlagen. Damals kostete das Kilowatt Strom in der Nacht im Schnitt nur 4 Cent. Aber der Preis hat sich mehr als vervierfacht: auf bis zu 17 Cent. Damit ist diese Form des Heizens nicht nur unökologisch, durch den relativ hohen Ausstoß an CO2, sondern auch teuer.
Und finanzielle Argumente sind es in erster Linie, die Haus- und Wohnungseigentümer dazu bringen, sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen zu wenden.
Deren Energieexperte Peter Kafke empfiehlt in den meisten Fällen einen Umbau:
"Es gibt dazu eine Untersuchung des Bauministeriums, und die haben festgestellt, dass in kleineren Häusern eine Umstellung auf Gas oder auf Fernwärme empfehlenswert und am ehesten wirtschaftlich ist. Wenn es größere Häuser werden, ab sechs Wohneinheiten, dann kommen auch Öl oder eine Holzpellet-Heizung ins Rennen."
Vor allem, wenn Gas sowieso verfügbar ist, empfiehlt der Heizungsinstallateur Peter Schwarzwälder eine Brennwert-Therme, die auch die Wärme noch nutzt, die sonst durch den Schornstein gepustet wird.
"Brennwert hat natürlich den höchsten Wirkungsgrad. Der Aufwand, eine Brennwertheizung zu installieren, das heißt die Schornsteinsanierung, den Schornstein feuchteunempfindlich zu machen, der hält sich in Grenzen, vor allem im Einfamilienhaus. Im Mietshaus sieht es ein kleines bisschen anders aus, aber auch da gibt es tolle Lösungen. Also, ich kann nur empfehlen: Wenn jemand darüber nachdenkt Gasheizung, dann Brennwert."
Schwarzwälder, dessen Familienbetrieb in Berlin-Charlottenburg gerade 100-jähriges Firmenjubiläum feierte, verschweigt allerdings auch nicht den Aufwand, wenn sehr alte Nachtspeicheröfen entfernt werden müssen.
"Wenn die Nachtspeicheröfen noch Asbestfasern enthalten als Isolierung, ist das natürlich eine ganz aufwändige Sache, und das heißt auch teuer."
Denn dann müssen Spezialfirmen die Entsorgung des gefährlichen Asbestes übernehmen.
Bei detaillierten Kosten-Nutzen-Analysen helfen die Verbraucherzentralen. Trotz ökologischer Vorteile kann das auch mal dazu führen, dass Energieexperte Peter Kafke von einem Umbau abrät.
"Wenn jemand die Umbauarbeiten in der Wohnung scheut, die Wohnung sehr schön zurecht gemacht hat, vielleicht auch noch nicht lange her. Neue Leitung für ein Heizungssystem bedeutet einfach, dass ich Durchbrüche durch die Wand mache, dass ich erheblich eingreife in die Bausubstanz.
Und dann ist natürlich die Investition erst mal hoch. Wenn ich also in einem Haus wohne und habe sehr niedrige Heizkosten, weil ich wenig verbrauche oder weil das Gebäude hervorragend gedämmt ist, dann ist aus finanziellen Gründen die Umstellung erst mal nicht so spannend."
Aber aus Umweltgründen allemal.
Mieter müssen jedoch zunächst den Vermieter von der erheblichen Investition überzeugen, denn der spart ja später nicht bei den Heizkosten. Allerdings hat der Eigentümer mittelfristig auch etwas davon: Eine Wohnung mit niedrigen Nebenkosten ist erheblich besser vermietbar als eine mit veralteten und teuren Nachtspeicheröfen.
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Verbrauchertipp: Nachtspeicherheizung - meist lohnt die Abschaffung
Sendezeit: 22.05.2013 11:55
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