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21.05.2013
Der niedrige Leitzins von 0,5 Prozent schmälert die Renditen vieler Anleger. (Bild: picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst) Der niedrige Leitzins von 0,5 Prozent schmälert die Renditen vieler Anleger. (Bild: picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Die günstigsten Depot-Konten für Anleger

Stiftung Warentest nimmt Gebühren unter die Lupe

Von Dieter Nürnberger

Die historisch mickrigen Zinsen schmälern die Renditen vieler Anleger. Wenn dann noch saftige Depotgebühren dazukommen, vergeht vielen die Lust am Geld anlegen. Jetzt hat die Stiftung Warentest verschiedene Anbieter untersucht und entdeckt, wer die günstigsten Konten hat.

Jahreskosten für die Depotverwahrung, Gebühren für Käufe und Verkäufe von Wertpapieren wie Aktien, Fonds, Anleihen oder Zertifikaten - die Stiftung Warentest hat sich die Depot-Konditionen von 42 Filial- und Direktbanken angeschaut. Das Ergebnis lässt gerade in Zeiten niedriger Zinsen aufhorchen. Denn je nach Depotwert und Anzahl der Transaktionen im Jahr unterscheiden sich die Anbieter enorm. Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest mit einem Beispiel:

"Beim 30.000-Euro-Depot haben wir uns einen jüngeren Anleger vorgestellt, der schon regelmäßig kauft und verkauft, um auch einmal Gewinne mitzunehmen. Gerade bei diesem kleineren Depot, was aber mit hohen Umsätzen verbunden ist, gibt es gewaltige Preisunterschiede."

Bei diesem Depot-Beispiel verlangt der teuerste Anbieter 970 Euro im Jahr, der günstigste knapp 100 Euro. Diese Ersparnis bei den Depot- und Transaktionskosten entspricht übrigens einem Renditeunterschied von knapp drei Prozent. Wer hier spart, kann die eigene Rendite also deutlich steigern.

Der größte Teil des Wertpapiervermögens ist in Deutschland bei Filialbanken deponiert, nur rund ein Zehntel lagert bei Direktbanken, obwohl diese meist niedrigere Gebühren nehmen. Allerdings setzen die Direktbanken auf Eigeninitiative. Denn es gibt keinen persönlichen Kontakt mit einem Bankberater, und die Kunden müssen sämtliche Kauf- oder Verkaufsaufträge auch selbst am Computer oder per Telefon durchführen.

Die Warentester empfehlen vor allem informierten Anlegern mehr Eigeninitiative beim Depot. Dafür müsste man nicht einmal per se die Bank wechseln, so Roland Aulitzky.

"Zum Beispiel bei Sachen, bei denen man sich nicht so gut auskennt, lieber beraten lassen - und somit die teure Order in der Filiale tätigen. Wenn man aber ohnehin weiß, was man kaufen möchte, dann lieber die Order zu Hause selbst durchführen."

Filialbanken berechnen für eine Wertpapierorder meist einen prozentualen Anteil der Anlegesumme als Gebühr. Das heißt, je aktiver ein Anleger ist, desto mehr muss er im Jahr für seine Transaktionen zahlen. Deshalb sollte auch beim Ordervolumen genauer hingeschaut werden.

"Es gibt bei vielen Banken Mindestgebühren und diese schlagen natürlich umso stärker prozentual durch, je geringer das Volumen ist. Deshalb unser Rat: Besser keine Orders für wenige Hundert Euro durchführen. Dann lieber noch etwas warten, und vielleicht für 2.000 oder 3.000 Euro einen Auftrag herausgeben. Da ist man prozentual auf jeden Fall besser bedient."

Bei Internet- oder Direktbanken kosten solche Transaktionen oft nur wenige Euro. Roland Aulitzky:

"Eine recht billige Lösung ist "Flatex". Die bieten eine pauschale Flatrate für alle Aufträge an. Die kosten dann - unabhängig vom Ordervolumen lediglich 5 Euro. Für jene, die gelegentlich auch in der Filiale Beratung haben wollen und dennoch eine halbwegs billige Lösung suchen, ist die "Postbank" eine gute Adresse. Deren Kosten sind bei unseren Musterdepots auch relativ günstig."

Allein vom Preis her erscheint ein Wechsel zu einer günstigen Depotbank sinnvoll. Allerdings - so das Fazit der Stiftung Warentest - kann es auch gute Gründe geben, der alten Bank die Treue zu halten. Beispielsweise aufgrund einer regelmäßigen und guten Beratung in der Vergangenheit. Zudem kann ein langjähriger Kunde vielleicht auch bessere Konditionen aushandeln - mit Verweis auf die günstige Konkurrenz der Direktanbieter.


 
 

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Verbrauchertipp: Wertpapierdepots (Finanztest)

Sendezeit: 21.05.2013 11:55

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