Wenn es ums Geld geht, sollten sich auch junge Erwachsene frühzeitig Gedanken machen. (Bild: Stock.XCHNG / Marja Flick-Buijs)
Junge Erwachsene können mit Sparanlagen sehr gut ihre Rente aufbauen - sie sollten aber auch Teile ihres Geldes schnell verfügbar halten. Die Fülle der Angebote ist aber unübersichtlich, daher ist eine Beratung sinnvoll.
"Ein Freund hat sich eine Wohnung gekauft und daraufhin habe ich angefangen, mir Gedanken zu machen. Ich mache auf der einen Seite Bausparen, weil ich eben auch in Richtung Eigentum gehen möchte. Und dann spare ich noch ganz normal auf dem Sparbuch, wenn etwas Kurzfristiges ist."
Das meint Lucienne Tarnow, Studentin, die zwei wichtige Entscheidungen getroffen hat: Erstens in welche Richtung sie sparen möchte und zweitens für kurzfristige Anschaffungen ein Sparbuch zu haben. Junge Erwachsene, die schon im Beruf stehen, sollten die Regel beherzigen, drei oder mehr Monats-Netto-Gehälter immer in Reserve zu haben für unvorhergesehene Ausgaben.
Am Anfang steht die Überlegung, was will ich genau machen. Monique Marty, Beraterin von der Kreissparkasse Düsseldorf:
"Wir empfehlen unseren Kunden vorweg eine kostenfreie Finanzanalyse im Hinblick auf die ganzen individuellen Wünsche und Ziele, die jeder Kunde für sich hat. Und auf diese ganzen Wünsche und Ziele abgestimmt, können wir dann hinterher unsere Empfehlung aussprechen. Weil das Problem ist, dass man die Geldangelegenheiten nicht verallgemeinern kann."
Häufig überschätzen sich junge Erwachsene, was ihre Sparleistung anbelangt.
"Wir empfehlen unseren Kunden, dass die Sparraten realistisch tragbar sein sollten, dass auch, wenn die Kunden einen finanziellen Engpass haben, dass sie locker weiter ihre Verträge besparen können."
Wichtig für junge Erwachsene ist, dass sie sich mit ihrer finanziellen Zukunft beschäftigen sollten. Unabhängige Beratung ist daher sehr wichtig. Die Informationen der Verbraucherzentralen der Länder sind eine erste Adresse, außerdem zum Beispiel Publikationen der Stiftung Warentest. Regelmäßiges sparen gehört dazu und vor allem auch
"flexibel sparen. Das heißt, sich nicht festlegen lassen, was ich in der Praxis oft sehe, dass bis zum letzten Euro in festen Versicherungsverträgen, wo die Beiträge bis zum Rentenalter zu zahlen sind, also wo keine Flexibilität gegeben ist."
Das meint Ralf Nomrosky, unabhängiger Finanzberater und Gutachter für Finanzprodukte. Seiner Ansicht nach sind durchaus auch Investmentfonds für junge Erwachsene geeignet. Hier kann der Sparer bei Bedarf mit seinen regelmäßigen Einzahlungen auch eine Pause einlegen, wenn das Geld nicht reicht. Wichtig dabei ist der Blick auf die Gebühren, die die Rendite empfindlich schmälern können. Der Riestervertrag ist auch eine Möglichkeit für junge Erwachsene, meint Ralf Nomrosky, auch in der Variante eines Riester-Bausparvertrags.
"Wie immer ist aus meiner Sicht sehr wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen, wie bei jeder guten Finanzplanung. Dass man schaut, was bekomme ich überhaupt, was habe ich für Einnahmen, was habe ich für Ausgaben, was bleibt monatlich überhaupt über. Stehen Investitionen in der Zukunft an, vielleicht ein Möbelkauf für die erste Wohnung."
Schulden zu vermeiden, ist für den Finanzberater wichtiger, als Geld zurückzulegen. Viele junge Erwachsene verschulden sich zum Beispiel mit teuren Handyverträgen oder im Versandhandel. Solche Schulden sollten erst abgelöst werden, bevor Vermögen aufgebaut wird.
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Verbrauchertipp: Sparen für junge Erwachsene
Sendezeit: 31.05.2013 11:55
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