Wird er nicht zu lange aufbewahrt, bleibt Tütensalat jedoch eine bequeme Alternative. (Bild: Stock.XCHNG / Davide Guglielmo)
Kein langwieriges Putzen und Zerteilen - Salat aus der Tüte spart Zeit und Mühe. Doch die abgepackten Salate sind offenbar häufig mit Keimen belastet. Und: Ausgerechnet Bio-Ware schnitt besonders schlecht ab.
Egal ob Eisbergsalat oder Endivie, Rucola oder Feldsalat: In den vergangenen Jahren haben Tütensalate mehr und mehr Einzug in die Supermarktregale gehalten. Und Salat gilt grundsätzlich als gesund, weil wichtige Nährstoffe wie Kalium, Eisen oder auch Vitamin C enthalten sind. 19 abgepackte und verzehrfertige Salatmischungen aus der Tüte wurden im Labor mikrobiologisch untersucht. Die Ergebnisse sind zwiespältig - Janine Schlenker von der Stiftung Warentest.
"Krankheitserreger konnten wir nicht nachweisen. Keine Salmonellen, Listerien oder auch Ehec-Keime. Das ist das Erfreuliche. Wenn man aber Verderbniskeime betrachtet - Hefen, Schimmelpilze oder generell die Gesamtkeimzahl - dann werden dort Richtwerte deutlich überschritten. Somit können empfindliche Personen Magen- und Darmbeschwerden bekommen."
Die Richtwerte werden von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie definiert. Beim Salat geht es um Millionen von Keimen pro Gramm Salat. Das ist naturgegeben, sagen die Warentester. Zwar wurden in dieser Untersuchung nicht die Keimzahlen von frischem Salat untersucht, doch hohe Werte können auch hier nicht ausgeschlossen werden.
"Auch ein Salatkopf ist schon ein paar Tage alt. Und je nachdem, wie gut Sie ihn zu Hause waschen - hoffentlich mehrmals - kann die Keimbelastung niedriger sein. Muss aber nicht."
Beim abgepackten Tütensalat gelten Werte von bis zu 50 Millionen Keimen am letzten Tag der Haltbarkeit als noch akzeptabel. Allerdings: Keines der untersuchten Produkte schnitt am Tag des aufgedruckten Verbrauchsdatums mikrobiologisch gut ab. Knapp die Hälfte enthielt grundsätzlich zu viele Keime. Warentesterin Janine Schlenker:
"Es ist eben so, dass Salat bodennah wächst. Er ist schon mit Keimen besiedelt. Dann wird er in verschiedenen Waschgängen gesäubert. Aber so werden nur Keime reduziert, die letztendlich schon da waren. Die Crux an der Sache ist dann letztendlich die Haltbarkeit in der Tüte: Die sollte nicht länger als sechs Tage betragen."
Damit sich die Keime nicht zu schnell vermehren, sollte der Tütensalat durchgehend bei höchstens sechs Grad Celsius gekühlt und schnell verzehrt werden, am besten vor Ablauf des Verbrauchsdatums. Generell wird auch ein nochmaliges Waschen empfohlen, auch wenn Tütensalat als küchenfertig vermarktet wird.
Überraschend in dieser Untersuchung: Ausgerechnet Bioware schnitt vergleichsweise schlecht ab. Ein Produkt war zum Verbrauchsdatum schon verdorben. In einem anderen Fall wurden nicht zugelassene Rückstände entdeckt.
"Die bunte Salatmischung von 'Rewe Bio' war mikrobiologisch noch im Rahmen, aber wir fanden hier zu viele Pestizidrückstände. Die Belastung insgesamt war zwar gering, aber aufgrund der Rückstände muss man sich eben fragen, ob der wirklich unter Bio-Anbaubedingungen hergestellt worden ist."
Beim Abpacken des Salats in die Kunststofftüte wird generell ein Schutzgas aus Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff verwendet. Dieses Verfahren hat keine gesundheitlichen Auswirkungen, versichert die Stiftung Warentest.
Das Gesamtfazit beim Tütensalat fällt aufgrund der mitunter hohen Keimbelastungen aber eher bescheiden aus. Janine Schlenker:
"Tütensalat ist immer noch besser als gar kein Salat. Es ist auf jeden Fall eine bequeme Alternative. Heben Sie ihn nicht zu lange auf, nicht bis zum Verbrauchsdatum, denn da war die Keimbelastung doch recht hoch."
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Verbrauchertipp: Abgepackte Salate (Stiftung Warentest)
Sendezeit: 03.06.2013 11:55
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