Kein seltenes Bild: Überfülltes Fahrradabteil in der Bahn (Bild: picture alliance / dpa / Hans-Jürgen Wege)
Wer sein Fahrrad auf Fernstrecken in der Bahn mitnehmen möchte, wird häufig enttäuscht: In ICEs gibt es gar keine Fahrradabteile, in ICs nur begrenzten Platz für Räder. Neue Züge sollen in einigen Jahren Abhilfe schaffen. Eine Alternative sind Fernbusse.
"Starten wir mal in Frankfurt und als Ziel Freiburg. Fangen wir mal frühmorgens an, damit wir eine gute Verbindung kriegen. Die Verbindungsdauer variiert von 3 Stunden 11 Minuten bis zu 4 Stunden 45."
Ralph Herbertz vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland, VCD, lässt sich diese Beispielstrecke in seinem Notebook auf der Internetseite der Bahn anzeigen. Wer in den schnellen ICE steigt, braucht von Frankfurt nach Freiburg allerdings nur zwei Stunden und zehn Minuten. Fahrradabteile führen die meisten Intercitys, Eurocitys und Nachtzüge mit, der ICE aber grundsätzlich nicht. Wer sein Fahrrad im Zug mitnehmen will, hat noch einiges mehr zu beachten. In Fernzügen müssen Fahrradstellplätze vorgebucht werden, im Regionalverkehr nicht. Fürs Buchen gibt es drei Möglichkeiten, erklärt Andreas Fuhrmann, Sprecher der Deutschen Bahn:
"Über bahn.de lässt sich die Fahrradkarte kaufen, aber nur zusammen mit dem Kauf der normalen Fahrkarte. Das heißt, das müsste man zusammen machen. Im Reisezentrum oder auch bei einer DB-Agentur lässt sich die Fahrradkarte auch separat kaufen. Der Kauf der Fahrradkarte beinhaltet diese Stellplatzreservierung, und das sollte man so früh wie möglich machen. Das ist bis zu drei Monate im Voraus möglich."
Der Stellplatz kostet 9 Euro, für Bahncardbesitzer 6 und für Fahrten ins Ausland 10 Euro. Je nach Zugtyp passen acht oder 16 Räder in ein Abteil, sodass es vor den Sommerferien leicht zu Engpässen kommen kann.
Ankommen, aussteigen, losradeln - Roland Schüler verreist oft mit Bahn und Rad:
"Ich benutze das sehr häufig für Dienstreisen, wo ich mein Fahrrad mitnehme oder privat, wenn ich Fahrradtouren mache, habe die Erfahrung gemacht, dass das Angebot an ICs, wo man das Fahrrad mitnehmen kann, auf einigen Strecken sehr ausgedünnt ist, dass auf der Strecke Köln-Hamburg, wo bis letztes Jahr ein Stundenangebot mit Fahrradmitnahme war, durch die Hinzufügung von ICE-Verbindungen man jetzt nur noch zweistündig ein Angebot bekommt. Das heißt, man verknappt das Angebot für die Fahrräder."
Es sei denn, jemand hat ein Faltrad, also ein Fahrrad, das sich etwa auf Koffergröße zusammenklappen lässt. Faltfahrräder können dann auch im ICE untergebracht werden. Ralph Herbertz weist auf eine neue Möglichkeit für weitere Strecken hin - die Fahrradmitnahme im Fernbus.
"Es gibt einen Anbieter - meinfernbus - der es konsequent für jede Verbindung anbietet, und andere wollen langsam nachziehen. Oder man muss vorher anfragen, ob das möglich ist."
Mit dem Bus sind Radreisende zwar länger unterwegs, ersparen sich aber möglicherweise lästiges Umsteigen. Der VCD fordert seit Jahren, dass die Bahn ihre sämtlichen ICE-Züge für die Fahrradmitnahme ertüchtigt. Das Umrüsten sei zu teuer, heißt es bei der Bahn. Sie stellt aber in Aussicht, dass sich die Situation für Radreisende dank neuer Zugmodelle künftig doch verbessert, auch auf Fernstrecken. Allerdings erst in einigen Jahren, sagt Andreas Fuhrmann:
"Unsere neue Zuggeneration ICX, die ab 2017 zum Einsatz kommen soll, die werden alle wieder Fahrradabteile haben. Dort werden acht Fahrradstellplätze vorhanden sein, sodass auch demnächst die Fahrradmitnahme auf jeden Fall gewährleistet sein wird."
Weitere Informationen auf den Internetseiten der Bahn:
Fahrradmitnahme in Zügen
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Verbrauchertipp Radreisen im Fernzug
Sendezeit: 12.06.2013 11:55
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