25.05.2013 07:10 Uhr
Auf dem Balkan war der Krieg besonders brutal, auch weil hier so viele Völker dicht nebeneinander lebten - und noch heute leben. Kroatische Ustascha-Faschisten machten gemeinsame Sache mit den deutschen Nazis und quälten Serben im KZ. Mit den wechselnden Fronten und erst recht mit dem Sieg der Tito-Partisanen gab es Racheakte, neue Morde und Vertreibungen. Vieles davon ist bis heute nur unvollständig aufgearbeitet, auch weil es inzwischen neue Gewalt, Morde und Vertreibungen gegeben hat.
Rumänien tut sich schwer mit der eigenen Vergangenheit. Im Augenblick tobt ein Streit um die ehemaligen Mitarbeiter der Securitate, des gefürchteten kommunistischen Geheimdienstes unter dem Diktator Ceausescu. Umso schwerer fällt es, die noch weiter zurück liegende Vergangenheit aufzuarbeiten.
Das italienische Triest und sein istrisches Hinterland waren seit Jahrhunderten ein Gebiet der wandernden Grenzen, wo mehrere Volks- und Sprachgruppen miteinander lebten: hauptsächlich Italiener, Slowenen und Kroaten. Willkürliche Grenzziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg machten insgesamt 250.000 Menschen der Region zu Flüchtlingen.
Weiße Rosen bedecken das Denkmal auf dem alten Friedhof in Budaörs oder Wudersch. In der Budapest nahen Gemeinde wurde zum ersten Mal in Ungarn eine zentrale Gedenkstätte eingeweiht. Stein und Bronze sollen an jene Deutschen erinnern, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ungarn vertrieben wurden.
Im neuen Stadtmuseum von Usti nad Labem soll das Collegium Bohemicum seinen Sitz finden. Eine Einrichtung, die vor allem aus Mitteln des tschechischen Staates und der Europäischen Union gefördert wird. Ausgerechnet ein Konservativer, der frühere Bürgermeister Petr Gandalovic, war treibende Kraft hinter dem Museum - gegen manche Widerstände in der Stadt. Denn in Usti, wo es im Juli 1945 zu schlimmen Exzessen gegen die deutsche Zivilbevölkerung gekommen war, in dieser Stadt ist die Beziehung Tschechen - Deutsche noch immer nicht ganz einfach.
Mit der Eröffnung der Ausstellung "Erzwungene Wege", die nicht nur organisatorisch die Handschrift des deutschen Vertriebenverbandes unter der Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach trägt, ist die polnische Politik vollends in alte Rituale zurück verfallen. Mit mehr oder weniger amtlichen Weisungen an alle polnischen Institutionen, ihre Leihgaben an die Berliner Ausstellung sofort zurückzufordern, bemüht sich das offizielle Warschau von eigenen Versäumnissen der Vergangenheit abzulenken.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Reaktionen auf Obamas Rede zum Antiterrorkrieg
Sendezeit: 24.05.2013, 23:28
Interview mit Luise Steinberger, Sverigens Radio
Sendezeit: 24.05.2013, 23:20
Abschluss der Innenministerkonferenz
Sendezeit: 24.05.2013, 23:15
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