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05.09.2010
Im Mutterleib stellt das Baby wichtige Weichen. (Bild: Stock.XCHNG / Elliott McFadden) Im Mutterleib stellt das Baby wichtige Weichen. (Bild: Stock.XCHNG / Elliott McFadden)

Weichenstellung im Mutterleib

Wie sich Ungeborene aufs Leben vorbereiten - und warum sie dabei gelegentlich scheitern

Von Volkart Wildermuth

Schon Ungeborene planen für die Zukunft. Nicht bewusst natürlich, doch schon in der Gebärmutter nimmt der Fetus seine Mutter und damit indirekt deren Umwelt wahr, registriert, ob sie hungert oder satt ist, ob sie sich sicher fühlt oder unter Anspannung steht. Diese Signale von Außen nutzt das Baby, um sich auf künftige Herausforderungen einzustellen.

Gibt es Anzeichen für ein hartes Leben, wird eine Art Notfallplan aktiviert. Es kommt zu dauerhaften Veränderungen in der Genaktivität, die Organe entwickeln sich anders und auch die Verschaltung im Gehirn passt sich an. Nach der Geburt ist der Körper des Kindes darauf eingestellt, jede Kalorie zu speichern, und sein Geist reagiert besonders wachsam. In der Frühgeschichte des Menschen sicherte die Strategie das Überleben.

In der Wohlstandsgesellschaft dagegen führen die Signale den Fetus leicht in die Irre: Übergewicht, Diabetes, Aufmerksamkeitsstörungen - viele Zivilisationsleiden haben ihre Wurzeln im Notfallplan der Babys. Und so stellt sich die Frage, ob sich eine fatale Weichenstellung im Mutterleib verhindern - oder gar nach der Geburt rückgängig machen lässt.

Manuskript zur Sendung:

Weichenstellung im Mutterleib

Weiterführende Links:

Sendungen des Deutschlandradios zum Thema:


      Die Ohnmacht des Erbguts
      (Wissenschaft im Brennpunkt, 18.10.09)

      Nach dem Genom
      (Forschung und Gesellschaft, 01.10.09)

      Jenseits der Gene
      (Dossier, 14.12.07)

Links aus dem Internet:


      Epigenetik-Portal der EU

      AG Experimentelle Geburtsmedizin, Charité, Berlin

      Professor Moshe Szyf, McGill Universität, Montreal

      Professor Matthew Gillman, Harvard University, Boston

      Abteilung Diabetes, King-Edward-Memorial-Hospital, Pune

      
Abteilung Endokrinologie, Universität Edinburgh, Edinburgh

      School of Medicine, University of Southampton, Southampton


 
 

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