Die Erinnerung an die erste Liebe, die Fähigkeit, schreiben zu können, das Wissen, wer ich bin, - all das ist im Gedächtnis gespeichert. Wie aus Sinneseindrücken, Gefühlen und Denkprozessen Erinnerungen werden, versuchen Forscher nun schon seit Jahrzehnten zu verstehen. Dabei zeichnet sich ab: Es sind die Amnesiepatienten, die die Forschung einen großen Schritt voranbringen können.
Ein Unfall, eine Hirnentzündung oder ein Tumor können Teile des Gehirns zerstören und damit das Gedächtnis schädigen. Kennen Forscher die Lücke im Erinnern, versuchen sie sie genau einzugrenzen und zu vermessen. Vieles von dem, was als gesichertes Wissen galt, wurde so revidiert: Berliner Forscher beispielsweise haben herausgefunden, wie das räumliche Kurzzeitgedächtnis funktioniert und wo es im Gehirn liegt.
Ein ehemaliger Cellist überraschte, weil er alle musikalischen Tests mit Bravour bestand. Von seinem eigenen Leben wusste der Mann aber nichts mehr. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass das musikalische Gedächtnis offenbar völlig unabhängig vom restlichen Gedächtnis funktioniert.
Manuskript zur Sendung:
Vergessen
Buchtipp:
Kuno Kruse: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor. Die Geschichte des Jonathan Overfeld
ISBN: 978-3-44-215669-6
Goldmann Verlag, 256 Seiten, 8,99 Euro
Weiterführende Links:
Seiten des Deutschlandradios:
 Error im Gehirn
 (Agenda vom 14.01.13)
 Fast alles weg
 (Reportage vom 03.01.13)
 Tiefer als Schlaf
 (Wissenschaft im Brennpunkt vom 11.11.12)
 Vergessen und verloren
 (Forschung und Gesellschaft vom 01.03.12)
 Im Dickicht der Eiweiße
 (Forschung aktuell vom 14.12.11)
 Wenn die Erinnerung aussetzt
 (Sprechstunde vom 24.02.09)
Links ins Netz:
Charité Berlin: Arbeitsgruppe Christoph Ploner, Spatial Cognition
Universität Bielefeld: Arbeitsgruppe Hans Markowitsch
Universität von Kalifornien, San Diego: Arbeitsgruppe Jacopo Annese
Beiträge zum Nachhören
für diesen Beitrag
Vergessen. Hirnforscher lernen von Amnesiepatienten
Sendezeit: 20.01.2013 16:30
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