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1.7.2004
Seiters fordert Einhaltung der Menschenrechte
Interview mit Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes

Rudolf Seiters, Chef des Deutschen Roten Kreuzes (Bild: Deutscher Bundestag)
Rudolf Seiters, Chef des Deutschen Roten Kreuzes (Bild: Deutscher Bundestag)
In der Diskussion um angemessene Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus hat der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, gefordert, dass gerade in Krisenzeiten internationale Grundrechts- und Menschenrechtsstandards eingehalten werden.

Die Bürger könnten von ihrem Staat ein entschiedenes Vorgehen gegen terroristische Gewalt erwarten. Aber Mindeststandards dürften nicht unterschritten werden, sagte Seiters am Donnerstag im DeutschlandRadio Berlin.

Befragt zum verhaltenen öffentlichen Engagement des Roten Kreuzes bei den Misshandlungen und Folterungen in irakischen Gefängnissen durch die USA, sagte Seiters: Das Rote Kreuz konzentriere sich nicht auf die öffentliche Anprangerung der Verursacher sondern stets auf die Anmahnung der Rechte der Betroffenen. In die Öffentlichkeit gehe man dann, wenn die Berichte über Missachtungen der Menschenrechte nicht beachtet würden. "Wir haben deutlich gemacht, dass wir diese Foltermethoden und Misshandlungen für völlig inakzeptabel und für einen groben Verstoß gegen die Menschenrechte sowie gegen die Genfer Konventionen halten."

Das Rote Kreuz habe auch immer deutlich gemacht, dass es die von den Amerikanern in Guantanamo errichtete Grauzone für nicht vereinbar halte mit den Grundsätzen des Völkerrechts. So sei ja auch gerade bekannt geworden, dass Gefangengenommene dem Roten Kreuz nicht gemeldet wurden. "Wir hoffen, dass die Zusicherung der amerikanischen Regierung, die Genfer Konventionen künftig stärker zu beachten, eingehalten wird."
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