Im Neonlicht beobachten wir faule Großstadtkatzen und fleißige Kurdinnen, die im Waschsalon lesen lernen. Wie entdecken Hinterhofflohmärkte in München und warten in Addis Abeba auf den Minibus.
In seinem neuen Film zeichnet Regisseur Stefan Schaller Murat Kurnaz' Leben und Überleben im US-Gefangenenlager Guantanamo nach. Die Geschichte hat ihn nicht mehr losgelassen - und er entdeckte auch Parallelen zwischen sich und Kurnaz.
Zum Berliner Theatertreffen wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ein Theaterstück mit behinderten Darstellern eingeladen, das "Disabled Theatre" aus Zürich. Der französische Tänzer und Choreograf Jerome Bel hat dieses Stück mit der Theatergruppe Hora erarbeitet.
In Guatemala leben Nachfahren der Maya, doch während der Kolonialisierung wurde die indigene Kultur beinahe völlig unterdrückt. Nun gelangt sie zu neuer Bedeutung - in einem spannungsgeladenen und konfliktreichen Umfeld.
Schon die alten Römer betrieben Propaganda, um sich ins rechte Licht zu setzen. Wie die Methoden im vergangenen und in unserem Jahrhundert funktionieren, welche Mittel die Mächtigen benutzen - damit setzt sich jetzt die British Library in London auseinander.
Daten in der Cloud zu speichern, ist praktisch und komfortabel. Aber ist es auch sicher? Ziemlich sicher nicht. Das Problem sind nicht nur böswillige Hacker, die Informationen stibitzen. Sondern auch Regierungen, die Nutzerdaten einsehen wollen. Dürfen die denn das?
Seine Objekte gehen oft ins Riesenhafte, sorgen aber immer für eine irritierende Wahrnehmung: So hat der britische Künstler Anish Kapoor für die documenta XI ein scheinbar unendlich tiefes schwarzes Loch geschaffen. In Berlin hat er nun eine Art "Farbfabrik" auf mehreren Etagen gebaut.
In jüngster Zeit waren in politischen Talkshows vermehrt homophobe Aussagen zu hören, sagt David Berger vom Schwulenmagazin "Männer". Er fordert mehr Sensibilität von den Machern solcher Sendungen und verlangt, dass "Homohassern" im TV keine Bühne mehr geboten wird.
Ist das Einbinden von fremden Videos auf Internetseiten künftig verboten? Der Bundesgerichtshof zeigte sich uneindeutig - und verwies zur endgültigen Klärung nach Europa.
Charles-Maurice de Talleyrand verstand es, vielen Herren zu dienen. Vor und nach der französischen Revolution sicherte er sich in jedem der schnell wechselnden Regimes seinen Platz. Als er starb, stand der erfolgreiche Staatsmann im Ruf, ein Konjunkturritter zu sein.
Zum Tag gegen Homophobie öffnet das Schwule Museum Berlin diesen Freitag am neuen Standort in der Lützowstraße. Im verdoppelten Platzangebot startet das Museum mit drei Eröffnungsausstellungen - und bietet nun auch für Forschende ideale Bedingungen, so der Leiter Karl-Heinz Steinle.
Das geschriebene Wort ist in Zeiten des Internets lebendiger denn je. Und damit hat auch das Aussehen der Schrift an Bedeutung gewonnen. Aber welche Trends werden die nächsten Jahre bestimmen? Darüber fachsimpeln derzeit rund 1200 Marketingleute, Designer, Wissenschaftler und Künstler auf der "Typo" in Berlin.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 16.5.2013
Über "Die Macht der Schrift" spricht Andreas Koop auf der TYPO Berlin. Die Nationalsozialisten etwa hätten die Frakturschrift in ihrer Anfangszeit ganz bewusst genutzt, um volksnah zu wirken, erläutert der Designer: Denn ein Großteil der Deutschen konnte sie damals besser lesen als die Lateinische.
Herr oder Frau über den eigenen Körper zu sein, ihn zu manipulieren, zu verändern, in die Natur eingreifen zu wollen - das ist heute Normalität. Dabei wird der Körper zur Projektionsfläche für die selbst konstruierte Identität, meint Astrid von Friesen.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 16.5.2013
Mit großartigen Bildern und sanftem schwarzen Humor hat Jos Stelling "Das Mädchen und der Tod" inszeniert. In dem Liebesfilm mit einem Hauch von Shakespeare brilliert Dieter Hallervorden als greiser Graf, der den Gefühlen eines jungen Paares im Weg steht.
Was Pornografie mit den Zuschauern anstellt, untersucht der schwedische Regisseur in einer Art szenischen Versuchsanordnung an der Berliner Volksbühne. "Porn of pure reason" will den Betrachter mit seinen Vorstellungen und Seherwartungen konfrontieren.
New York 1922: Ein junger Aktienmakler lebt in der Nachbarschaft eines ebenso reichen wie undurchsichtigen Geschäftsmannes, des "großen Gatsby". Der veranstaltet in seinem gigantischen Haus auf Long Island gigantische Partys.
Auch in diesem Jahr stehen in Cannes vor allem Berühmtheiten in der ersten Reihe. Steven Spielberg leitet die Jury, in der unter anderem Nicole Kidman und Christoph Waltz sitzen. Die Literaturverfilmung "Der große Gatsby" mit Leonardo DiCaprio eröffnet das Festival.
Deutschlandradio · Aktuell · 15.5.2013
Was kann die Berlinale von Cannes lernen? In Frankreich gelte Film als Kunst und sei finanziell besser ausgestattet, sagt Christoph Terhechte. Dafür sei die Berlinale ein Publikumsfestival und weniger hierarchisch: "Wir sind einfach sehr viel cooler!"
Deutschlandradio Kultur · Thema · 15.5.2013
Mit "Der große Gatsby" wird das Filmfestival in Cannes eröffnet, dessen Titelheld auf Long Island gigantische Partys veranstaltet. Der Film startet gleichzeitig bei uns in den Kinos.
Das neue Museum im rekonstruierten Schloss Herrenhausen trumpft mit kräftigen Farben auf: Royales Rot, grüner Samt und Goldtöne rahmen die klug ausgewählten Exponate ein. Sie zeigen die Geschichte des Schlosses von seinen Anfängen zur Barockzeit bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe hält dagegen und zeigt in seiner Ausstellung "Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks" einige der angeblich schlimmsten Geschmacksverirrungen aller Zeiten.
Das Deutschlandjahr in Brasilien soll dazu dienen, dass beide Länder sich besser kennenlernen. Ein Projekt in der Veranstaltungsreihe ist ein deutsch-brasilianisches Jugendorchester. Bundespräsident Joachim Gauck war beim Eröffnungskonzert dabei und zeigte sich ungewohnt stürmisch.
Juden in aller Welt feiern beim Schawuot-Fest ein Buch. Sie freuen sich darüber, dass Mose die Tora auf dem Berg Sinai erhielt. Mitglieder von jüdischen Gemeinden erzählen, was ihnen die Tora bedeutet.
Deutschlandradio Kultur · Aus der jüdischen Welt · 14.5.2013
Dank des Einsatzes der frühmorgendlichen Putzkolonne sehen nur wenig Urlauber auf Juist das, was das Meer Tag für Tag an den Strand spült: jede Menge Plastikmüll. Die Bewohner der Nordseeinsel haben die Nase voll vom Strandgut aus Kunststoff.
In "Paradies: Hoffnung" erzählt der österreichische Filmregisseur Ulrich Seidl die Geschichte des übergewichtigen Teenagers Melli. Nicht nur das Abtrainieren überflüssiger Kilos fordert die 13-Jährige, sondern auch die Anziehung des 40 Jahre älteren Arztes der Diätklinik.
70 Minuten Gemurmel und kein Text - gar nicht so einfach, dazu die passenden Kostüme zu entwerfen. Für das Stück "Murmel Murmel", das derzeit beim Berliner Theatertreffen zu Gast ist, hat Victoria Behr diese schwierige Aufgabe gemeistert.
Hanns Zischlers Text ist keine um Harmonie bemühte Sicht auf eine Großstadt. "Berlin ist zu groß für Berlin" ist das Ergebnis einer Empörung darüber, wie sorglos eine Stadt verunstaltet wurde.
Das Jüdische Museum Frankfurt zeigt zu seinem 25-Jährigen Bestehen eine Sonderausstellung mit dem Titel "Juden.Geld". Museumsleiter Raphael Gross spricht über seine Motivation für dieses Thema und den heute vorgestellten Siegerentwurf für den Erweiterungsbau des Museums.
Das Zerwürfnis der beiden ging durch die Gazetten: Doch stimmt Oliver Klucks Vorwurf? Hat die Starregisseurin Alice Buddeberg seinen wütenden Text "Was zu sagen wäre warum" zu stark be- und überarbeitet? Am Schauspiel Frankfurt konnte sich das Publikum nun ein eigenes Urteil bilden.
Sie spielen und tanzen auf der Bühne und zeigen dabei auch ihren eigenen Schmerz über das Leben mit Behinderung. "Disabled Theater" heißt das Projekt aus Zürich, das beim Berliner Theatertreffen geteilte Reaktionen hervorrief.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 13.5.2013
Geistig behinderte Menschen sind auf der Bühne immer noch eine Seltenheit. Der Dramaturg Marcel Bugiel wünscht sich, dass sich das ändert - und Behinderte als ganz normale Schauspieler wahrgenommen werden.
Das Theaterstück "Das Ding" ist eine Satire auf die Globalisierung. Jetzt ist Philipp Löhles Werk über die Weltreise einer Baumwollflocke bei den "Stücke"-Tagen in Mülheim zu sehen inszeniert vom chilenischen Teatro La Puerta. Das ist exemplarisch für den Erfolg der jungen deutschsprachigen Dramatikergeneration.
30 Autorinnen und Autoren aus 35 Jahre Stückemarktgeschichte wurden eingeladen, Texte zum Thema "Verfall und Untergang der westlichen Zivilisation?" zu schreiben. Aus diesem Pool wählte die Hörspielredaktion von Deutschlandradio Kultur acht Theatertexte aus, um sie als Hörspiele zu produzieren.
Zum großen Jubiläum des Theatertreffens gibt es in diesem Jahr eine Bustour durch die Bühnenmetropole Berlin. Die Teilnehmer erfahren an historischen Orten viel über die Theatergeschichte der Stadt. Etwas mehr Drama würde der multimedialen Stadtrundfahrt gut tun.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Neonlicht (19.05.2013 - komplette Sendung)
Sendezeit: 19.05.2013, 13:58
Katzenkult im Londoner East End
Sendezeit: 19.05.2013, 13:55
Unterwegs ohne blaue Flecken
Sendezeit: 19.05.2013, 13:50
dradio-Recorder
im Beta-Test: