In Seoul träumen junge Mädchen vom Leben als Popstar, in Berlin haben wir ein neues Ruhebedürfnis diagnostiziert. In New York erobern deutsche Zwillingsschwestern die Modeszene und in Hamburg trauern wir der Imbissbude nach.
Er war der jüngste aller Tatort-Kommissare: Mit 27 Jahren übernahm Maximilian Brückner die Rolle des Franz Kappl in der Fernsehserie. Jetzt ist er die Rolle los und versucht sich erstmals als Regisseur: Im Volkstheater München inszeniert Brückner ein bayerisches Bauerntheaterstück.
Am 14. Februar ist der Valentinstag, das Hochfest der Verliebten, das ja auch rituelle Formen hat. Der Kuss ist ein ganz besonders intimes Zeichen von Liebe und Zuneigung, aber auch ein Ritual, das - wie etwa im Judaskuss - noch ganz andere Bedeutungen haben kann.
In diesem Studio wurde Filmgeschichte geschrieben: Keine andere Film-Produktionsstätte hat eine so wechselhafte und bewegte Vergangenheit hinter sich wie das Studio Babelsberg in Potsdam. Fünf politische Systeme haben in den 100 Jahren seit seiner Gründung ihre Spuren hinterlassen.
Häftlinge in einem römischen Gefängnis proben Shakespares Tragödie "Julius Cäsar". Die Brüder Vittorio und Paolo Taviani haben den Entstehungsprozeß dieser Inszenierung sechs Monate lang beobachtet - und machten daraus ihren Film "Cesare deve morire".
Drei Beiträge der diesjährigen Berlinale, die sich mit dem Thema Religion beschäftigen, laufen im Jugendprogramm des Festivals. Die Leiterin dieser Sektion Maryanne Redpath beobachtet, dass Jugendliche in Berlin "eine große Neugier" gegenüber religiösen Themen aufbringen.
Cat Stevens hat es getan, Heinrich Heine, Marilyn Monroe und viele andere: Sie haben das Bekenntnis gewechselt, sind von einer Religion zur anderen konvertiert. Wenn Konversionen bekannt werden, erregen sie oft Aufsehen. Genaue Zahlen gibt es auch kaum, nur Schätzungen.
Lothar war früher immer allein. Dann traf er Anneliese. Jetzt teilen sie sich ein Doppelzimmer - in einem Altenheim. Im Münsteraner Seniorenzentrum Meckmannshof sind Liebespaare erwünscht. Und die Pfleger respektieren ihre Intimität.
Heute gründen sich Bürgerinitiativen, um öffentliche Bauten zu verhindern - den neuen unterirdischen Bahnhof in Stuttgart zum Beispiel. Die vielleicht älteste Bürgerinitiative der Welt wurde ausdrücklich gegründet, damit ein öffentliches Bauwerk endlich fertig wurde: der Kölner Dom.
Bollywoods-Star Shah Rukh Khan spielt den Superbösewicht in "Don 2 - The King is Back". Bei der Berlinale feiert der Film Deutschlandpremiere. Die Erwartungen sind hoch: Es ist der erste indische Film, der flächendeckend in die deutschen Kinos kommt und für ihn flossen deutsche Fördergelder.
Plötzlich hat man es in München eilig: Drei Jahre lang wartete man vergebens auf ein plausibles Konzept für das geplante NS-Dokumentationszentrums. Jetzt zeigt sich: Die frühere "Hauptstadt der Bewegung" kann sich bewegen, wenn es um die Aufarbeitung der Nazizeit geht.
Polizisten bei der Arbeit, Mütter bei der Geburt, Tiere im Zoo: Bei TV-Dokus geht der Trend zu leichter Unterhaltung, ambitioniertere Filme haben es schwer. Warum findet die künstlerische Dokumentation kaum mehr Platz im Fernsehen? Eine Diskussion.
Fester Bestandteil der Berlinale ist das Forum Junger Film. In diesem Jahr werden im Forum drei Dokumentarfilme gezeigt, die sich mit der Reaktorkatastrophe und dem Tsunami in Fukushima befassen. Christoph Terhechte, Leiter des Forums, stellt diese japanischen Dokumentarfilme vor.
Es geht auch ohne Ehrenmorde und Problemkieze: Mit Filmen wie "Ararat" und "Karaman" verhandeln deutsch-türkische Regisseure auf der Berlinale Fragen der kulturellen Identität. Und verzichten dabei auf Klischees und klassische Migrantendebatten.
Am Potsdamer Platz in Berlin hat am Abend die 62. Berlinale begonnen. Der Wettbewerb um den Goldenen Bären wurde in Anwesenheit vieler internationaler Stars mit "Les adieux à la Reine" von Benoît Jacquot eröffnet. Die Jury wird in diesem Jahr vom britischen Regisseur Mike Leigh geleitet.
Deutschlandradio · Aktuell · 9.2.2012
Workshops, Debatten, neue Netzwerke: Der Talent Campus bietet jungen Filmemachern einen Rahmen für produktive Begegnungen auf der Berlinale. Verantwortlich für das Nachwuchsforum ist der 34-jährige Holländer Matthijs Wouter Knol.
Deutschlandradio Kultur · Profil · 9.2.2012
Unter der Leitung von Dieter Kosslick hat sich die Berlinale zu einem Festival entwickelt, das den Vergleich mit Cannes und Venedig nicht zu scheuen braucht, sagt Katja Nicodemus. Die Festspiele würden dieses Jahr wieder viele junge Regisseure anziehen.
Gleich zum Berlinale-Auftakt gab es eine Weltpremiere - einen prachtvollen Kostümfilm aus der Zeit der Französischen Revolution, der die letzten Stunden von Königin Marie Antoinette beschreibt. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Versailles, in den Hauptrollen sind Diane Kruger und Léa Seydoux zu sehen.
Bis in die 80er-Jahre war die inzwischen verstorbene Künstlerin Louise Bourgeois kaum bekannt. Das änderte sich, als das MoMA in New York ihr als erste Frau eine Retrospektive ausrichtete. Aus Anlass ihres 100. Geburtstags zeigt die Hamburger Kunsthalle nun das Spätwerk der Bildhauerin.
Keine furchtbaren Uniformen, Honecker-Porträts oder Stasi-Menschen in Kunstlederjacken - der Regisseur Christian Petzold will in seinem Berlinale-Beitrag "Barbara" keine Karikatur der DDR zeigen: "Wir müssen nicht nur über Sandmännchen und Goldbroiler reden".
Eine spannende und wichtige Frankfurter Ausstellung zeigt den norwegischen Künstler Edvard Munch im produktiven Umgang mit ganz anderen technischen Möglichkeiten. Er war dem Kino zugeneigt und experimentierte mit der Kamera.
Der zweite Film von Christian Schwochow, nach "Novemberkind", hat beim Filmfestival in Rotterdam immerhin Platz drei der Publikumswertung abgeräumt. Sehr emotional wird darin die Geschichte der jungen Schauspielerin Fine erzählt, die sich allzu sehr manipulieren lässt - sexuell wie persönlich.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 8.2.2012
Christian und Heide Schwochow beschreiben sich als "arbeitsbesessen". Mutter und Sohn verfassen gemeinsam Drehbücher, erst für Christian Schwochows Debüt "Novemberkind", jetzt für den zweiten Spielfilm "Die Unsichtbare".
Gerhard Richter zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seine Bilder hängen in aller Welt, auf Auktionen erzielen sie zweistellige Millionenbeträge. Voller Neugier und mit Lust am Experiment, eröffnet Richter dem Betrachter einen neuen Blick auf die Wirklichkeit. Heute wird er 80 Jahre alt.
Was "The Artist" in Frankreich ist Martin Scorseses Film "Hugo Cabret" für Hollywood: Die Kinderbuch-Verfilmung über einen Jungen, der hinter der großen Uhr im Pariser Bahnhof wohnt, huldigt dem großen Stummfilmkino.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 8.2.2012
Geschickt verwebt Martin Scorsese Historisches und digitale Tricks zu einer fantastischen Geschichte. Die unterhaltsame Hommage in 3-D ist in elf Kategorien für den Oscar nominiert.
Der Heimjunge Cyril hat es nicht leicht, aber zum Glück trifft er zufällig die junge Friseurin Samantha. Mit "Der Junge mit dem Fahrrad" machen die belgischen Brüder Dardenne das Kino wieder einmal zum wahren Ort des Lebens - und schenken Cyril ein Stück Geborgenheit.
Auf einer wahren Geschichte beruht "In Darkness", der vom Überleben jüdischer Flüchtlinge in der Kanalisation einer ostpolnischen Stadt im Zweiten Weltkriegs erzählt. Das Kinodrama von Regisseurin Agnieszka Holland ist für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.
Der japanisch-amerikanische Fotograf Ishimoto Yasuhiro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Welt habe einen einzigartigen Meister seines Fachs verloren, sagte die Direktorin des Berliner Bauhaus-Archivs, Annemarie Jaeggi.
Rechtsterroristen wie der Norweger Anders Breivik befinden sich aus eigener Sicht "immer in Notwehr", sagt der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit. Sie fürchten einen starken Staat, von dem sie sich in ihrer Männlichkeit bedroht sehen - und reagieren mit "militärischen Angriffen".
Die Weltzeituhr ist ein Treffpunkt auf dem Berliner Alexanderplatz. Erich John hat sie gestaltet und 1969 aufgestellt. Was DDR-Designer angetrieben hat, könnte die "Sammlung industrielle Formgestaltung" zeigen. Doch sie schlummert seit Jahren in einem Berliner Depot.
1969 wurde in Dresden der Kulturpalast am Altmarkt eröffnet wurde. Er ist das kulturelle Zentrum der Stadt. Auf Beschluss des Stadtrates soll der Kulturpalast am 31. Dezember geschlossen werden, weil das Gebäude reif für eine Sanierung ist. Doch der Architekt klagt.
Zwei verschollen geglaubte Kisten mit sowjetischer Beutekunst sind zurück auf die Berliner Museumsinsel gekommen. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, würdigt die 44 Gegenstände als wichtige Ergänzung der Sammlung, die eine große Lücke teilweise schließen.
China wirbt über seine Konfuzius-Institute auch in Deutschland für seine Kultur. Die Institute sind überwiegend an Hochschulen angesiedelt. Der Sinologe Jörg-Meinhard Rudolph stellt die Unabhängigkeit der deutschen Forscher bei dieser Zusammenarbeit in Frage.
Roland Schimmelpfennig zeigt drei Elternpaare, die pseudoobjektiv ein Unglück vorspielen.
Seit ACTA so gut wie beschlossene Sache ist, ist die Zivilgesellschaft aufgewacht – es wird weltweit protestiert. Zwei Millionen haben eine Petition von Avaaz.org unterzeichnet, in ganz Europa gibt es Demonstrationen. Nun sind einige Länder, darunter Deutschland und Polen, ob der heftigen Proteste wieder zurückgerudert.
Der Europa-Abgeordnete Daniel Caspary (CDU) betont, das ACTA-Abkommen sei im Sinne von Verbrauchern und Arbeitsplätzen.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Ist der Bundespräsident reif für den Rücktritt?
Sendezeit: 13.02.2012, 01:05
Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons 12.02.2012
Sendezeit: 12.02.2012, 23:55
Wien, Burgtheater, Kasino: Luis Buñuel "Der Würgeengel" Regie: Martin Wuttke
Sendezeit: 12.02.2012, 23:52
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