Der Vatikan sucht den Dialog mit der Kunstwelt und wird erstmals mit einem Pavillon zum Thema Schöpfung auf der Biennale vertreten sein. Gestaltet haben ihn der tschechische Fotograf Josef Koudelka, der australische Maler Lawrence Carroll und die italienischen Videokünstler des Mailänder Studio Azzurro.
Das Zerrbild vom reichen Juden, der mit dem Verleihen von Geld sein Vermögen vergrößert, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Judentums. Eine Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt fragt nach den Wurzeln und den Folgen dieses antisemitischen Klischees.
Deutschlandfunk · Studiozeit · Aus Kultur- und Sozialwissenschaften · 23.5.2013
Was macht den Menschen zum Menschen? Die Frage ist so alt wie die Philosophie. In vier Salongesprächen versuchen die ZEIT-Stiftung und die Bucerius Law School eine Annäherung.
Deutschlandfunk · Studiozeit · Aus Kultur- und Sozialwissenschaften · 23.5.2013
Er forderte die Verantwortung und das Engagement des Theaters für die Gesellschaft ein, begleitete es als genauer Analytiker - streitbar, beharrlich, und widerborstig. Nun ist Henning Rischbieter im Alter von 86 Jahren gestorben.
Aufpoppende Fenster mit Sonderangeboten oder blinkende Werbebanner sind im Internet allgegenwärtig. Viele Nutzer installieren inzwischen Adblocker, mit denen sich die Werbung fast komplett ausblenden lässt. Gegen diese Werbeblocker haben Nachrichtenportale eine Kampagne gestartet.
Detroit und Wolfsburg sind beide von der Autoproduktion geprägt. Doch während Detroit arm aber sexy ist und die Autoproduktion längst im Niedergang, ist Wolfsburg auf den ersten Blick mit wachsender Autoproduktion gesegnet und scheint reich aber langweilig.
Die Geschichte des Hutes ist alt und spannungsgeladen und wie häufig bei prägnanten Kleidungsstücken gilt auch beim Hut: Je nach Lage der Nation, nach Befinden der Gesellschaft sind Hüte gerade Top oder Flop.
Die neue Xbox One wird auch Daten über die Gefühle der Spieler sammeln und online verarbeiten. Für Thomas Kranig, den Präsidenten des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, ist das Anlass zu höchster Wachsamkeit.
Ein neues Hochschulgesetz sollte französischen Universitäten Vorlesungen in englischer Sprache ermöglichen. Kritiker laufen gegen eine angebliche Marginalisierung der französischen Sprache Sturm.
Die Tagung "Be.Bop 2013 - Black Europe Body Politics" in Berlin beschäftigt sich in Diskussionen, Filmen und Performances mit der Bewältigung einer verdrängten europäische Geschichte: Rassismus und Kolonialismus.
Mit "Shoah" wurde der Regisseur Claude Lanzmann bekannt. Nun hat er aus einem Interview mit Benjamin Murmelstein, dem letzten der jüdischen Ältesten in Theresienstadt, einen Film gemacht. Und entfaltet dabei ein ungewöhnlich vielschichtiges Panorama des Holocaust.
Bissig und unterhaltsam erzählt "House of Lies", das auf dem realen Insiderbericht eines US-Unternehmensberaters beruht, aus dem Innenleben der Geldbranche. In den USA erlebten die Folgen um die jungen Abzocker 2012 den besten Serienstart. Jezt erscheint die erste Staffel auf Deutsch.
Die grandiose rumänische Produktion "Mutter & Sohn" erhielt bei der Berlinale den Goldenen Bären und ist ab dem 23. Mai im Kino zu sehen. Ebenfalls neu sind das akzeptable Spielfilmdebüt "Freier Fall" über homosexuelle Polizisten und das enttäuschende Drama "Der Dieb der Worte".
In eigens für die Pierpont Morgan Library entworfenen Vitrinen zeigt der Künstler Matthew Barney Fotos, Zeitungsausschnitte und Gegenstände. Sie reichen von einer verrosteten Fußfessel bis zum Schnappschuss eines Mannes, der sich mit einem Auspuff verlustiert.
Die Berliner "Topographie des Terrors" zeigt die Ausstellung "Zwischen den Zeilen?". Thematisiert wird, wie die Nationalsozialisten Denk- und Handlungsspielräume von Verlegern, Journalisten und Lesern einschränkten.
Estlands Schriftsteller müssten erst kennengelernt werden, begründet Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, warum in Tartu das Frühjahrstreffen stattfindet. Umgekehrt sei Estland ein Land, "das von uns sehr viel weiß".
Beuys war nie "ein gefärbter Völkischer", entgegnet sein Verleger Klaus Staeck. Aus einem dicken Buch werden Dinge zitiert, um "dann ein bisschen sensationsgierig Interesse zu wecken".
Neben dem Wettbewerbsprogramm ist bei den Filmfestspielen in Cannes auch die Sektion "Un certain regard" zu sehen. In den Filmen werden die Verlustrechnungen aufgemacht, das Verzeichnis der Flurschäden der Globalisierung, der digitalen Parallelwelten mit ihrem Starkult.
Die griechische Verlagswelt hat durch die Krise in den vergangenen Jahren enorme Verluste verzeichnet. Weil Buchläden schließen oder keine Literatur mehr von weniger bekannten Autoren kaufen wollen, können Verlage kaum neue Bücher veröffentlichen, wie ein Besuch der internationalen Buchmesse in Thessaloniki zeigt.
Renaissancegemälde, kostbare mittelalterliche Handschriften, aber auch moderne Brettspiele, bei denen man wie ein Fürst zur Zeit Machiavellis agiert: Die Ausstellung über Niccolò Machiavelli in Rom überrascht und stellt ihn als Staatstheoretiker in den Vordergrund.
Von manierierten Tremoli bis zur überragenden Rollenstudie mit ganz eigener Interpretation: Diese Entwicklung durchläuft Cecilia Bartoli auf der Premiere von Vincenzo Bellinis "Norma" bei den Salzburger Pfingstfestspiele - hervorragend unterstützt vom schweizerischen Rundfunkchor.
Jedes Jahr jungen Menschen aus aller Welt das Rüstzeug zu geben, soziale Projekte in ihren Heimatländern umzusetzen: Das ist Ziel der Dekeyser & Friends Academy, gegründet von Ex-Profi-Fußballer Bobby Dekeyser. Dieses Jahr wird ein Theaterstück zum Thema Identität und Liebe erarbeitet.
Viel zu selten waren ihre Lieblingsfilme im Kino zu sehen. Deshalb gründete eine Gruppe begeisterter Cineasten in Köln den Filmclub 813. Ihre Mission ist es, vergessene Filmschätze in Archiven ausfindig zu machen und sie zurück auf die Leinwand zu holen.
1725 Tage lang war Murat Kurnaz im US-Gefangenenlager Gunatanamo und wurde dort gefoltert. Diese Geschichte arbeitet der Regisseur Stefan Schaller im Film "Fünf Jahre Leben" auf. Er sagt, vielen sei bis heute nicht klar, was für ein großes Unrecht Kurnaz angetan worden sei.
Der Traum des Ikarus vom Fliegen erwacht in der neuen Ausstellung des Centre Pompidou in Metz zum Leben. Die Schau zeigt, wie die Vogelperspektive bis heute Maler und Fotografen inspiriert und die Raumkonzeption der Künstler seit dem 19. Jahrhundert verändert hat.
Bekannt sind vor allem die Theaterstücke des Schriftstellers Samuel Beckett, in denen sich seine Figuren auf ungewöhnliche Weise die Zeit vertreiben. In seinen späten Prosaarbeiten konzentriert sich der irische Autor ganz auf seine Sprache.
Deutschlandfunk · Essay und Diskurs · 20.5.2013
Stärken und Schwächen liegen in der frühen Prosa von Samuel Beckett dicht nebeneinander. Die widerborstigen Texte führen in die Welt des jungen Genies, das alles wagt und Jahrzehnte später alles gewinnt.
Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes, der 66. Ausgabe, ist Deutschland gerade einmal mit einem Spielfilm vertreten: Im offiziellen Programm außerhalb des Wettbewerbs zeigt die erst 30-jährige Regisseurin Katrin Gebbe ihre Spielfilmdebüt "Tore tanzt".
Seine Schaffensperiode liegt im frühen 16. Jahrhundert, immer wieder ist er zum Sozialrevolutionär erklärt worden, und er gilt als einer der "gottlosen" Künstler, weil er 1525 mit den aufständischen Bauern sympathisierte: der württembergische Maler Jörg Ratgeb.
Kostja, der mit seinem Gewehr eine Möwe vom Himmel holt, bei seinem Selbstmordversuch aber daneben schießt: Bei Anton Tschechow offenbart Komik die Tragik scheiternder Menschen. Andreas Kriegenburg macht bei seiner Neuauflage der "Möwe" dagegen radikal Ernst.
Bollywood-Filme werden zumeist im Studio gedreht. Doch wenn ein Regisseure auf Originalatmosphäre setzt, schlägt die Stunde von Dilip Kungwani in Jaipur. Der Locationscout kennt die Drehorte, die den Ansprüchen der Traumfabrik genügen. Und die liegen oft im Wüstenstaat Rajasthan. Was kein Zufall ist.
Mehrere Einwanderungswellen aus Deutschland hinterließen Spuren in Brasiliens Wirtschaft und Architektur. Die Auftaktwoche zum deutsch-brasilianischen Jahr schlägt in São Paulo mit Kunst den Bogen von der Moderne zur Gegenwart.
Tatort Cannes: Juwelendiebstahl und Pistolenschüsse rund um den Roten Teppich. Manche fühlten sich da an "Über den Dächern von Nizza" erinnert, andere an Sofia Coppolas Festivalbeitrag "The Bling Ring".
Wo immer er ausstellt, konfrontiert der britisch-indische Künstler Anish Kapoor die Besucher mit rätselhaften monumentalen Objekten. Ab heute zeigt der 58-Jährige im Berliner Gropius-Bau seine Werke - und stellt das Publikum erneut vor besondere Herausforderungen.
Schon 1913 braute sich zusammen, was bald darauf in Weltkriegen und Holocaust mündete. Am historischen Schauplatz des Österreichischen Parlaments findet Christoph Marthalers Projekt "Letzte Tage - Ein Vorabend" viel von diesem Gestern im Heute und Morgen.
Schlagerfans weltweit verfolgen das Finale des Eurovision Song Contest in Schweden. Wie vergessen ist dagegen der Wettbewerb von letztem Jahr in Aserbaidschan. Um weiter auf die dortige Unterdrückung aufmerksam zu machen, haben Exilanten nun ein alternatives Fernsehen gegründet.
In Russland geht der erste öffentlich-rechtliche Fernsehsender an den Start. Ist das der Anfang vom Wandel hin zu mehr Pressefreiheit? Mitnichten, meinen Kritiker - auch wenn der neue Intendant und Fernsehmoderator Anatoli Lyssenko seine Unabhängigkeit bekundet.
Offenbar wollte die CIA herauszufinden, wie Informationen über einen verhinderten Terroranschlag zur Nachrichtenagentur AP gelangten. Über Monate hinweg bespitzelte der Geheimdienst die Agentur. Jetzt versucht Präsident Obama den Schaden zu begrenzen.
Eine Suchmaschine schlägt bei der Eingabe eines Wortes oder eines Namens zusätzliche Begriffe vor und darf das nun nur noch eingeschränkt. Mit dem Urteil fällt auch der Mythos von der Neutralität Googles, meint Gundula Geuther.
Mit "Social Error" versuchen sich der ungarische Regisseur Viktor Bodó und seine "Szputnyik Shipping Company" an einer Funktionsanalyse der heutigen Gesellschaft. Die Bühne dient dabei als Brettspiel, statt Spielregeln herrscht reine Improvisation, wobei ein Moderator durch das verspielte kleine Psycholabor führt.
Die Favela Santa Marta, die kleinste der zahllosen Armensiedlungen von Rio de Janeiro, wurde 2009 als erste befriedet. Die Gewalttäter wurden vertrieben, und die Infrastruktur wurde endlich dem Standard in den besseren Vierteln der Stadt angepasst. In diesem Transformationsprozess spielt die Kultur eine wichtige Rolle.
Wenn es um Gegenwartskunst geht, leistet das Karlsruher ZKM gern Pionierarbeit. So auch nun mit der ersten großen Themenschau des US-Künstlers Matthew Day Jackson. Der 39-Jährige fragt in seinen Werken nach der technologischen Invasion unserer Welt.
Datenschützer haben es schwer. Sanktionsmöglichkeiten wie Bußgelder gibt es kaum, der Rechtsweg ist lang und beschwerlich und das Datenschutzgesetz weist noch viele Lücken auf. Die Beauftragten der Länder fordern nun mehr Kompetenzen.
Es gibt Sätze, die Geschichte machen: "Wir sind das Volk" zählt dazu. Um zu verhindern, dass die Losung der Leipziger Montagsdemos von Neonazis verwendet wird, hatten ehemalige DDR-Bürgerrechtler Markenschutz auf ihn angemeldet. Doch der erwies sich als untaugliches Mittel gegen Rechts.
In jedem Touristenführer für Rom wird der Besuch des großen jüdischen Gettosempfohlen. Dass es auch ein zweites und kleineres jüdisches Getto gegeben hat, war zwar bekannt. Aber erst jetzt wurden alte Dokumente gefunden, mit denen nun die Geschichte dieses Ghettarello erforscht wird.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Notizen aus Religion und Gesellschaft, 24.05.2013
Sendezeit: 24.05.2013, 09:55
Deutsche Schulverweigerer vor Abschiebung - US-Evangelikale kämpfen für sie
Sendezeit: 24.05.2013, 09:51
Basphemie oder Kunst? Léon Ferrari stellt in Buenos Aires aus
Sendezeit: 24.05.2013, 09:44
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