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KULTURNACHRICHTEN
 

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Samstag, 15. Juni 2013

Einigung: Kulturbereich wird bei Freihandelszone zunächst ausgeklammert

Elf Stunden haben sie in Luxemburg diskutiert - und sich auf die kulturelle Ausnahme geeinigt. Die EU-Staaten verständigten sich am späten Abend auf eine gemeinsame Position zu einem Freihandelsabkommen mit den USA. Der Kompromiss sieht vor, den audiovisuellen Kulturbereich in den Gesprächen zunächst auszuklammern. Er kann aber später wieder in die Verhandlungen eingebracht werden. Frankreich hatte die Ausnahme aus Sorge um seine Film- und Musikindustrie und die kulturellen europäischen Werte gefordert. Bis 2015 soll damit die größte Freihandelszone der Welt geschaffen werden - ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit 800 Millionen Einwohnern.

 

Hollywood-Stars fordern atomare Abrüstung

Eine Videobotschaft aus Hollywood - gegen Atomwaffen. Stars wie Christoph Waltz, Robert De Niro und Morgan Freeman haben vor dem G8-Gipfel kommende Woche in Nordirland zur nuklearen Abrüstung aufgerufen. In einem zweiminütigen Video appellierten die Schauspieler an die Staats- und Regierungschefs, künftig ganz auf Atomwaffen zu verzichten. Organisiert wurde die Kampagne von der Aktionsgruppe "Global Zero". Freeman bezeichnete Atomwaffen als überkommendes Relikt des Kalten Krieges. Es sei für heutige Sicherheitsbedrohungen ungeeignet und koste die Welt jedes Jahrzehnt eine Billion Dollar. Die Schauspieler Alec Baldwin, Michael Douglas und Whoopi Goldberg äußerten sich ähnlich in dem Video.

 

Russland will Internet-Kontrollgesetze weiter verschärfen

Das ist so, als wenn die Behörden einen Terroristen fangen wollen und dafür die ganze Stadt bombardieren. Mit diesen Worten reagierte der russische Oppositionsabgeordnete Dmitri Gudkow auf weitere Beschränkungen des Internets. Wie die Zeitung "Kommersant" berichtet, billigte die Staatduma in Moskau ein Gesetz, nach dem Internetforen künftig schon dann ohne Gerichtsbeschluss gesperrt werden können, wenn gegen sie ein Anfangsverdacht auf rechtswidrigen Inhalt besteht. Die russischen Internetportale Yandex und Mail.ru. sehen die Gefahr einer Zensur. Bereits seit einem Jahr können die Behörden Seiten unter Verweis auf Kinderschutz ohne Gerichtsbeschluss sperren lassen.

 

Griechenland: Samaras will Sender ERT teilweise wieder hochfahren

In Griechenland könnte ein Notprogramm des staatlichen Rundfunks ERT auf Sendung gehen. Nach den Protesten gegen die Schließung des Senders will Ministerpräsident Samaras einen Teil des Betriebs wieder aufnehmen lassen. Der Regierungschef schlug in Athen vor, eine parteiübergreifende Kommission könnte einige wenige Redakteure einstellen, damit Nachrichtenprogramme ab sofort wieder gesendet würden. Er reagierte damit auf die landesweiten Proteste und die Kritik seiner beiden Koalitionspartner - den Sozialisten und der Demokratischen Linken. Der Journalistenverband erklärte, man werde in allen Medien weiterstreiken. Die Europäische Rundfunkunion forderte die sofortige Wiedereröffnung der ERT.

 

Sicherheitspanne: Drehbuchautor identifiziert Teilnehmer der Bin-Laden-Tötung

Es sollte alles streng geheim bleiben - ein Drehbuchautor durfte trotzdem recherchieren. Die Namen der Mitglieder der Sondereinheit, die an der Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden beteiligt waren, sollten eigentlich nicht öffentlich gemacht werden. Nach einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums nahmen sie aber mit Uniform und Namensschild an einer Auszeichnungszeremonie der CIA teil. Auch der Drehbuchautor des Oscar-prämierten Films "Zero Dark Thirty", Mark Boal, sei anwesend gewesen. Es habe keine Vorsichtsmaßnahmen gegeben, um die Soldaten zu schützen. Sie hätten vielmehr in der ersten Reihe gesessen und wären für jeden prominent sichtbar gewesen. Wie es zu der Sicherheitspanne kam, blieb unklar.

 

Focus: Ermittlungen gegen Ulrich Enzensberger

Im Februar 1970 setzten Unbekannte das Haus eines Münchner Amtsrichters mit einem Molotow-Cocktail in Brand. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft jetzt in dem Fall gegen den Schriftsteller Ulrich Enzensberger wegen versuchten Mordes. Ein Sprecher bestätigte dem Blatt, man gehe dem Verdacht nach, Enzensberger und der frühere RAF-Terrorist Rolf Heißler könnten an dem Anschlag beteiligt gewesen sein. Im März hatte ein früherer Linksradikaler im "Focus" detaillierte Angaben zu dem Anschlag gemacht: Er selbst habe das Tatfahrzeug gesteuert. Heißler habe die Brandsätze geworfen, Enzensberger sei mitgefahren. Der Richter hatte damals unverletzt überlebt.

 

Google startet Pilotprojekt: Internetzugang mit Helium-Ballons

Mit Hilfe von Helium-Ballons sollen Menschen überall auf der Welt Zugang zum Internet bekommen. Der Internetkonzern Google hat jetzt in Christchurch das bisher streng geheime "Projekt Loon" vorgestellt: Auf der Südinsel Neuseelands habe man 30 Ballons mit Antennen 20 Kilometer in die Luft gelassen. Diese können sowohl mit einer Bodenstation als auch untereinander kommunizieren und bilden so nach Angaben von Google ein Netzwerk in der Luft. Damit seien in Zukunft vor allem in schwer zugänglichen Gebieten bezahlbare Internetanschlüsse möglich.

 

Interview: Erinnerung nach Katastrophen notwendig für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Katastrophen wie das derzeitige Hochwasser in Deutschland machen erfahrbar, dass wir eine Gemeinschaftskultur brauchen. Das meint der Psychologe und Therapeut Stephan Grünewald. Im Interview mit Deutschlandradio Kultur erklärte er, Naturkatastrophen zeigten uns die biblische Urgewalt und erschütterten unser Sicherheitsbedürfnis. Nach Ansicht von Grünewald erwächst daraus auch etwas Produktives. Man habe auf einmal den Eindruck, sinnvoll eingreifen zu können. Deshalb sei fast jeder bereit, Opfer zu bringen. Eine kollektive Erinnerungskultur könne dann wie ein Mahnmal wirken, um den Zusammenhalt aufrecht zu erhalten.

 

Norwegen will Wehrpflicht für Frauen einführen

Es geht nicht darum, Mädchen zum Militär zu zwingen, sondern darum, unter den Besten und Motiviertesten auszuwählen. So begründet Sandra Borch von der Jugendorganisation der norwegischen Zentrumspartei die Entscheidung des Parlaments, die Wehrpflicht für Frauen einzuführen. Bisher dienten Frauen in Norwegen nur freiwillig - mit einem entspechenden Gesetz soll der Militärdienst ab 2015 für beide Geschlechter gelten. Außenminister Espen Barth Eide sagte, er sei stolz, dass Norwegen das erste Land sei, das eine geschlechtsneutrale Wehrpflicht einführe. Er gehe davon aus, dass andere Länder diesem Beispiel folgen.

 

Jubiläumsprojekt: Helsinki bekommt neue Zentralbibliothek

Im Jahr 2017 feiert Helsinki den 100. Jahrestag der Unabhängigkeit. Dann soll auch die neue Zentralbibliothek fertig sein. Das gab der finnische Kulturminister Paavo Arhinmäki jetzt bekannt. Er erklärte den Bau zum Jubiläumsprojekt und überraschte, indem er einen großen staatlichen Beitrag zu dem Museum ankündigte. Tuula Haavisto, Leiterin der kommunalen Bibliothek, sagte, sie rechne dabei mit 35 Millionen Euro. Den Rest bringt die Stadt auf. Der Entwurf mit dem Namen "Käännös" - übersetzt: Wendung - soll mit seiner geschwungenen Holzfassade ein Schiff symbolisieren. Das Projekt kostet rund 75 Millionen Euro.

 

Jahn: 17. Juni muss wieder gesetzlicher Feiertag werden

Wir müssen der nächsten Generation vermitteln, was dieser 17. Juni bedeutet. Mit diesen Worten fordert der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, den 17. Juni wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Anders als früher gebe es heute ein Bewusstsein dafür, dass es sich 1953 in der DDR um einen Volksaufstand gehandelt habe, sagte Jahn der "Mitteldeutschen Zeitung". Der 17. Juni war ursprünglich Nationalfeiertag der Bundesrepublik, nach der Wiedervereinigung wurde er durch den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ersetzt. Rund eine Million DDR-Bürger protestierten im Frühsommer 1953 gegen höhere Arbeitsnormen und für freie Wahlen. Die Proteste wurden von der sowjetischen Armee und der Volkspolizei gewaltsam niedergeschlagen.

 

Zeitung: Renzo Piano soll Hafen von Genua gestalten

Vor neun Jahren war sein Entwurf zu revolutionär - jetzt soll Renzo Piano doch den Hafen von Genua gestalten. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt, hat die Stadt den Architekten gebeten, ein Großprojekt von 2004 wieder aufzunehmen. Piano hatte damals einen futuristischen Plan vorgelegt, mit dem er die gesamte Küstenlinie umgestalten wollte. Die Zeitung zitiert den Architekten mit den Worten, er müsse Zeit für das Projekt finden. Er plane aber, einen Entwurf für den Kontrollturm zu entwickeln, der Anfang Mai von einem Frachtschiff gerammt wurde und eingestürzt war.

 

Hugo Chavez als Comic-Figur auferstanden

Venezuelas früherer Präsident Hugo Chavez lebt als Comic-Figur weiter. Wenige Monate nach seinem Tod widmet der Sender Barrio TV ihm eine neue Comic-Serie. Darin lebt Chavez im Himmel - gemeinsam mit Unabhängigkeitsführer Simon Bolivar und Links-Revolutionär Che Guevara gezeigt. Als Uncle Sam mit weißem Bart und Stars-and-Stripes-Zylinder auftaucht, ruft Zeichentrick-Chavez: "Der Teufel ist im Haus, es stinkt nach Schwefel." Die Szene ist eine Anspielung auf eine Rede vor den Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006, in der Chavez den damaligen US-Präsidenten George W. Bush beleidigte.

 

Museum Haus Dix öffnet nach zweijähriger Umbauphase

In Gera können Besucher das Geburtshaus von Otto Dix besichtigen - jetzt öffnet das Wohnhaus des Malers nach zweijährigem Umbau. In Hemmenhofen am Bodensee lebte Dix von 1936 bis zu seinem Tod. Das dortige Museum Haus Dix zeigt ab diesem Wochenende das Familienleben des Künstlers. Unter anderem sind die Staffeleien, der Flügel und das Spielzeug in den Kinderzimmern zu sehen. Die Original-Bilder an den Wänden hängen heute in verschiedenen Museen und wurden durch Reproduktionen ersetzt. Die erst im vergangenen Jahr entdeckten Wandmalereien von Dix im Keller können vorerst noch nicht besichtigt werden. Das Haus wurde für rund 1,5 Millionen Euro restauriert. Es dient künftig als Außenstelle des Kunstmuseums Stuttgart, das nach eigenen Angaben eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zu Otto Dix besitzt.

 

Berliner Künstler engagieren sich für Flutopfer

Auch Berliner Künstler setzen sich für die Flutopfer in den Hochwassergebieten ein. Die Berliner Philharmoniker und der Rundfunkchor Berlin wollen mit der Aufführung von Benjamin Brittans "War Requiem" an diesem Wochenende 40.000 Euro für die Flutopfer bereitstellen. Das Geld geht an das Deutsche Kinderhilfswerk und soll für den Wiederaufbau von Kindertagsstätten und Spielplätzen eingesetzt werden. Ein Benefizkonzert veranstaltet außerdem die Berliner Domkantorei mit zahlreichen weiteren Berliner Chören. Unterstützung erhalten sie vom Händel-Festspiel-Orchester aus Halle. Das Festival musste wegen des Hochwassers abgesagt werden.

 
 

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