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KULTURNACHRICHTEN
 

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Streit um "Mordaufruf" gegen deutschen Islamkritiker

War die gegen den Islamkritiker Hans-Peter Raddatz gerichtete Gebetsformel im Internet ein Mordaufruf?
Der Türkeiwissenschaftler Klaus Kreiser ist sicher: Nein. Die Betreiber der Seite hätten eher sagen wollen: 'Wir legen es in Gottes Hände', meinte Kreiser im Deutschlandradio Kultur. Dass Raddatz behauptet habe, Auftragsmorde seien im Islam von Be- ginn an Teil des Gottesdienstes gewesen, halte er für über- trieben und nicht richtig - vor allem, wenn man sich mit dem heute existierenden Islam befasse.
Raddatz - der unter Personenschutz steht - hatte zuvor gesagt, der Islam in Deutschland sei in seiner jetzigen Form nicht mit Artikel vier des Grundgesetzes vereinbar also mit der Frei- heit der Religion. Parteien und Justiz aber verträten eine pauschale, pro-islamische Haltung.

 

Raddatz: "Islam in seiner jetzigen Form in Deutschland nicht mit dem Grundgesetz vereinbar"

Hans-Peter Raddatz macht seinem Ruf als Islamkritiker alle Ehre.
In der jetzigen Form sei der Islam in Deutschland nicht mit Artikel 4 des Grundgesetzes vereinbar - also mit der Freiheit der Religion, sagte Raddatz im Deutschlandradio Kultur. Dies gelte vor allem, wenn die Anstiftung zum Mord ein Teil des Gottesdienstes sei. Parteien und Justiz in Deutschland verträten jedenfalls eine pauschale, pro-islamische Haltung. - Raddatz steht unter Personenschutz, nachdem er im Internet als Hassprediger bezeichnet worden war. Den genauen Wortlaut des Satzes verstand nicht nur er als Mordaufruf.

 

Markus Wolf: Biermanns Ausbürgerung war verfassungswidrig

Mit der Ausbürgerung von Wolf Biermann im November 1976 hat die DDR gegen ihre Verfassung verstoßen.
Das haben viele schon damals laut gesagt; nun sagt es auch Markus Wolf. Der ehemalige Chef der DDR-Auslandsspione meinte im Gespräch mit der "Berliner Zeitung", ab 1965 habe es im Arbeiter- und Bauern-Staat kaum noch Spuren von echter sozialistischer Demokratie gegeben. Sein Bruder Konrad und er hätten deshalb versucht, das Land gemeinsam mit ihren Gesinnungsfreunden zu verbessern.
Das Zeitungsinterview war übrigens Konrad Wolf gewidmet. Der 1982 gestorbene Filmemacher wäre heute 80 Jahre alt geworden.

 

Schirin Ebadi: Nur bei Anerkennung der Menschenrechte kommt die Welt zur Ruhe

"Die Wahrheit ist, dass man durch eine richtige und dynamische Auslegung des Islam sowohl Muslim sein als auch die Menschenrechte respektieren kann."
Schirin Ebadi, die iranische Juristin und Friedensnobelpreisträgerin, will eine muslimische Einheitsfront für Menschenrechte gründen - ohne Namen und Führer, dafür aber verankert im Bewusstsein jedes Muslims, der die Religion seiner Vorfahren wahre und der Demokratie Respekt zolle. Schirin Ebadi sprach in Tübingen auf Einladung des Theologen Hans Küng. Es war die fünfte "Weltethos-Rede" - Tony Blair, Kofi Annan und Horst Köhler haben auch schon eine gehalten.

 

Steht das Bremer Theater vor der Insolvenz?

Die Hansestadt Bremen muss eine schützende Hand über ihr Theater halten - fordert der Deutsche Bühnenverein.
Dessen Präsident Klaus Zehelein warnte davor, das Bremer Theater könne in die Insolvenz abrutschen. Die Bühne hat einen Schuldenberg von 4,7 Millionen Euro angehäuft. Zehelein kommentierte, das Theater sei bislang eben unterfinanziert gewesen. Die Stadt müsse für eine Konsolidierung sorgen.

 

Selbstmordattentäter im Film: Streit um "Paradise Now"

"Die Bundeszentrale für Politische Bildung macht sich zum Fürsprecher der palästinensischen Sache."
So reagiert der christlich-jüdische Koordinierungsrat auf die Empfehlung der Bundeszentrale, an Schulen den Film "Paradise Now" vorzuführen. Darin geht es um palästinensische Selbstmordattentäter. Der Rat bemängelt, das Begleitheft der Bundeszentrale sei einseitig und leiste der Verbreitung antisemitischer Denkmuster Vorschub. "Paradise Now" hatte auf der diesjährigen Berlinale den Publikumspreis erhalten.

 

Grass: Gescheiterte Bisky-Wahl ist ein Armutszeugnis für das Parlament

"Schlechter hätte die Arbeit der großen Koalition nicht beginnen können."
So donnert es vom Olymp des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Der 78-jährige hält die zumindest bisher gescheiterte Wahl von Lothar Bisky zum Bundestags-Vizepräsidenten für ein Armutszeugnis. Grass meint, der Vorfall schade dem Ansehen des Parlamentes und beleidige die Wähler der Linkspartei. Und das, obwohl Grass für die SPD Wahlkampf macht und die PDS für einen politischen Gegner hält.

 

Bundespressekonferenz attackiert Bundesregierung wegen "Cicero"-Affäre

Die Bundespressekonferenz hat sich hinter das Magazin "Cicero" gestellt - und deutliche Kritik an der Bundesregierung geübt.
Man erwarte die unbedingte Achtung der Pressefreiheit, erklärte die Konferenz, in der die Parlaments-Reporter zusammengeschlossen sind. Verurteilt wurde die Durchsuchungen bei "Cicero" und seinem freien Mitarbeiter Bruno Schirra im September. Das beschlagnahmte Recherche-Material müsse zurückgegeben werden.
Die Behörden warfen Schirra damals Behilfe zum Geheimnisverrat vor. Er hatte aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes zitiert, der als Verschluss-Sache eingestuft war.

 

Zuviel enthüllt? "Paris Match" will vor den Europäischen Gerichtshof ziehen

"Wir schreiben die Wahrheit und zeigen sie im Bild - das Gesetz verbietet es. Wir werden bestraft."
Alain Genestar ist Chefredakteur der französischen Illustrierten "Paris Match". In der FAZ kündigt er an, notfalls vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Denn: Sein Blatt hat enthüllt, dass Prinz Albert von Monaco ein uneheliches Kind hat, was übrigens stimmt. Albert klagte dennoch, gewann und "Paris Match" musste zahlen für das, so wörtlich "moralische Unrecht", das dem Prinzen zugefügt worden sei. Der Chefredakteur ist entgeistert - und die FAZ konzediert, dies sei nicht das einzige Presseurteil, das in Frankreich für Kopfschütteln sorge.

 

Schriftsteller Menasse verklagt Freiheitliche Partei Österreichs

Das will sich Robert Menasse nicht gefallen lassen.
Der österreichische Schriftsteller hat die ehemalige Haider-Partei FPÖ verklagt. Die Rechtsnationalen haben im Landtagswahlkampf in Wien wieder einmal eine angebliche Überfremdung für sich als Thema entdeckt und garnieren es mit dem Menasse-Zitat: "Ein EU-Beitritt der Türkei nützt Militärs, Konzernen und den USA". Der Schriftsteller fühlt sich missbraucht: Seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen.

 

Italiens Kulturminister droht mit Rücktritt

Der Kulturkampf in Italien droht nun zu eskalieren.
Erst haben die Opernhäuser, Theater und Kinos mit einem Streik gegen Etatkürzungen von bis zu 40 Prozent protestiert. Jetzt droht Kulturminister Rocco Buttiglione mit dem Rücktritt: Er werde Konsequenzen ziehen, sollte das Finanzministerium die Vorgaben nicht zurücknehmen. Silvio Berlusconi hatte eben erst verkündet, allein an der Mailänder Scala könne sicher die Hälfte der 1.000 Stellen gespart werden.

 

Arabische Schauspieler erhalten Morddrohungen

In Saudi-Arabien sorgt eine Fernsehserie für hitzige - und nun sogar lebensgefährliche - Diskussionen.
Einige Akteure aus der Serie "Jungfrauen des Paradieses" erhielten Morddrohungen per SMS - weil sie islamistische Terroristen spielen. In den 30 Folgen geht es darum, wie junge Männer zu Attentaten angestiftet werden. Viele Bürger sehen darin eine Verunglimpfung ihres Landes. Höhepunkt der Handlung ist ein Angriff auf ein Wohnviertel, der so ähnlich im Jahr 2003 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad tatsächlich stattgefunden hat.

 

Vatikan-Konzert mit einem Werk des Papst-Bruders Georg Ratzinger

Georg Ratzinger ist zwar der ältere Bruder des Papstes, doch den Eintrag im "Who-is-Who" hat er sich ganz eigenständig verdient.
Der frühere Regensburger Domkapellmeister hat zum Beispiel eine Messe komponiert, die Missa 'L'Anno Santo'. Teile davon kommen am Abend im Vatikan zur Aufführung. Dort sind Georg Ratzingers Domspatzen und die Münchner Philharmoniker zu Gast. Gewidmet ist das Konzert dem Bruder des Komponisten, Papst Benedikt dem Sechzehnten - aber Georg Ratzinger kommt auch.

 

Langjähriger Winnetou-Darsteller Gojko Mitic geht in Rente

Winnetou geht in Rente.
Das gilt zumindest für Gojko Mitic. Schon zu DDR-Zeiten war er eine Legende, spielte Indianerhäuptlinge in Filmen ebenso wie auf Freilichtbühnen und erhielt den ungeliebten Beinamen "DEFA-Chefindianer". Nach der Wende trat er die Nachfolge von Pierre Brice als Winnetou bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg an. 2006 wird Gojko Mitic nun die Silberbüchse abgeben - und zwar an den nächsten, noch unbekannten Winnetou.

 

Software-Entwickler nennt sein Kind "Google"

Nicht nur die große Internet-Suchmaschine heißt "Google", sondern seit neuestem auch der Sohn eines Software-Entwicklers.
Der in Schweden lebende Libanese Walid Elias Kai hat tatsächlich für seinen Nachwuchs den Namen "Oliver Google" gewählt, und zwar aus Begeisterung für den Online-Dienst. Es sei ihm ernst damit, berichten Bekannte. Und die fragen sich jetzt sicher, was als nächstes kommt - vielleicht ein kleiner Ebay oder eine kleine Yahoo?

 
 

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