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Samstag · 9:30 | 10:30 | 11:30 Uhr
Sonntag · 9:30 | 11:30 Uhr
In Berlin sind die Preisträger der 56. Berlinale ausgezeichnet worden.
Der Goldene Bär ging an den Film "Grbavica" der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic. Er erzählt vom Leid einer im Bal- kan-Krieg vergewaltigten Frau.
Silberne Bären erhielten Moritz Bleibtreu als bester Darstel- ler in "Elementarteilchen" und Sandra Hüller als beste Schau- spielerin in "Requiem". Jürgen Vogel wurde für die beste Ge- samtleistung als Hauptdarsteller, Produzent und Co-Autor des Films "Der freie Wille" mit einem silbernen Bären ausgezeichnet. Der Preis für die beste Regie ging an Michael Winterbot- tom und Mat Witecross für das Doku-Drama "The Road to Guanta- namo".
Bayerns Ministerpräsident Stoiber hat die Kinobetreiber in Deutschland aufgefordert, den türkischen Film "Tal der Wölfe" abzusetzen.
Der "Bild am Sonntag" sagte der CSU-Vorsitzende, der Film fördere nicht die Integration, sondern säe Hass und Misstrauen. In "Tal der Wölfe" kämpft ein türkischer Geheimdienstler im Irak gegen die Amerikaner. Kritiker halten den Film für einseitig. Der Westen im Allgemeinen sowie Christen und Juden im Besonderen würden als Feindbild des Islam dargestellt. Stoiber forderte die Regierung in Ankara zu einer Stellungnahme auf.
Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, ist gekündigt.
Als Grund gab Dramatiker und Hausherr Rolf Hochhuth an, der Regisseur habe "unzählige Male vertragswidrig" das Theater am Schiffbauerdamm vermietet. Hochhuth vertritt eine Stiftung, die 1998 einen Mietvertrag über 30 Jahre mit Berlin abgeschlossen hatte.
Die Dresdner Bank war der wichtigste private Geldgeber der SS.
Das geht aus einer Studie hervor, die ein Historikerteam heute in Berlin vorgestellt hat. So finanzierte eine Tochtergesellschaft den Bau des Vernichtungslagers Auschwitz. Die Autoren sagten, die Verantwortung für Verstrickung in Verbrechen könne nicht auf zwei Vorstandsmitglieder oder überzeugte Nazis abgewälzt werden. - Der Chef der Dresdner Bank, Herbert Walter, erklärte, die Studie lege das 'düsterste Kapitel' in der Geschichte der Bank offen. Die Historiker appellierten auch an andere Unternehmen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen: "Die Sparkassen zum Beispiel haben seit 60 Jahren die Hände im Schoß liegen, obwohl sie am dicksten mit den Nazis verfilzt waren", betonte der Herausgeber der Studie, Klaus-Dietmar Henke.
Korruption im Baugewerbe ist fast keine Überraschung mehr.
Aber in diesem Stil? Die Staatsanwaltschaft München hat einen Bestechungsfall in Millionenhöhe im Bereich Bühnenbau aufgedeckt. 29 Vorhaben sollen betroffen sein, darunter auch das 2001 eröffnete Kleist-Forum in Frankfurt/Oder. Aufgrund von Preisabsprachen der Bühnentechnik-Firmen ist vermutlich jedes Projekt fünf Prozent teurer geworden.
Für Musikwissenschaftler ist es eine Sensation.
In einem Nachlass ist das verloren geglaubte Manuskript zum "Andante" von Gustav Mahlers "Auferstehungssymphonie" aufgetaucht. Das 25-seitige Autograph ist in einem privaten Nachlass gefunden worden und enthält zahlreiche Abweichungen von der endgültigen Version. Bislang war man davon ausgegangen, dass es diese Fassung nicht mehr gibt. Nun kommt das Manuskript unter den Hammer. Schätzpreis: 200.000 Euro.
"Spöttern von heute hat Heinrich Heine einiges voraus."
Gerade in dieser Hinsicht sei der Dichter für viele Journalisten ein Vorbild, sagte der Literaturwissenschaftler Joseph Kruse im Deutschlandfunk. Allerdings hätten andere auch Vorbehalte gegenüber diesen Außenseiter, räumt der Leiter des Heinrich-Heine-Instituts in Düsseldorf ein. Zu seiner Zeit sei er auch von einfachen Leuten verstanden worden. So seien politische Gedichte von Heine sogar auf Flugblättern in Arbeiterviertel verteilt worden. Jedes Schulkind in China lerne die "Loreley", betonte Joseph Kruse. - Heute vor 150 Jahren starb der Schriftsteller in Paris, seinem langjährigen Exil.
Ein schmuckes Geschenk hat sich die Stadt Düsseldorf für ihren berühmten Sohn ausgedacht.
Heute, am 150. Todestag, wird in Heinrich Heines Geburtshaus ein Literaturzentrum mitsamt Café eröffnet. Das Haus ist seit 1970 bereits Sitz des gleichnamigen Instituts. Im Rahmen der Eröffnung erhält die streitbare Publizistin Alice Schwarzer, die sich selbst als ausgesprochenen Heine-Fan bezeichnet, einen Ehrenpreis. Auch in Paris, wo Heine bis zu seinem Tod im Exil lebte, wird der Dichter gefeiert: mit Kränzen auf seinem Grab und mit Lesungen.
"Auch dumme und ignorante Satire ist erlaubt."
Mit dieser Äußerung hat sich die Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, in den Streit um die Mohammed-Karikaturen eingebracht. Diese streng liberale Auffassung sei auch stets vom Bundesverfassungsgericht bestätigt worden, sagte sie in einem Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers". Schließlich habe Deutschland während des Nationalsozialismus schlechte Erfahrungen mit Eingriffen in die Presse- und Kunstfreiheit gemacht. Frau Limbach räumte allerdings ein, dass ihre liberale Auffassung von Satire in der islamischen Welt nur schwer zu vermitteln sei.
Wenn es eine Stadt für ein Satire-Museum gibt, dann ist es Frankfurt am Main.
Und bald wird es kommen: Das Museum für Karikaturen, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Zum Bestand des Hauses an der lang geplanten 'Kulturmeile Braubrachstraße' sollen 5.000 Werke der 'Neuen Frankfurter Schule' gehören. Bekannteste Vertreter: Robert Gernhardt, F.K. Waechter, Chlodwig Poth, Hans Traxler, um nur einige zu nennen. Leiten soll das Museum Achim Frenz, der schon eine Reihe erfolgreicher Ausstellungen zum Thema Satire organisiert hat.
"Wir können es uns nicht leisten, das Publikum durch Vorstellungsausfälle zu verprellen."
Mit markigen Worten fordert der Direktor des Deutschen Bühnenvereins die Einstellung des Streiks an Theatern. Die Proteste gegen eine Arbeitszeitverlängerung seien völlig unangemessen, weil die meisten Sänger und Schauspieler weit über 40 Wochenstunden arbeiten müssten. Zwölf Theater in Nordund Süddeutschland haben bereits Vorstellungen absagen müssen.
"Ich habe mich mit großer Lust zurückgenommen."
Mit diesen Worten beschreibt der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu die Vorgehensweise zu seinem neuen Roman "Leyla". Bei seinen Recherchen in der Türkei zu der Familiensaga sei er von den Erzählungen der Frauen berührt gewesen und genau dieses Gefühl habe er vermitteln wollen, sagte Zaimoglu im Deutschlandradio Kultur. - Die Begeisterung türkischer Jugendlicher für den gerade in Deutschland angelaufenen Film "Tal der Wölfe" kann der Dichter nachvollziehen. Der propandistische Streifen habe eine Ventilfunktion, erklärte er im Deutschlandfunk. Man müsse jedoch - Zitat "unter'm Strich von der Freude der Zwerge sprechen, die sich köstlich darüber amüsieren, dass der Riese auch mal stolpern kann".
'Dat klinkt lekker' - Das klingt gut'.
Unter diesem Motto steht in diesem Jahr das Schleswig-Holstein-Musik-Festival mit seinem Länderschwerpunkt Niederlande. Mit dabei: Das Concertgebouw-Orchester aus Amsterdam, Lorin Maazel und Kurz Masur, wie Intendant Rolf Beck in Kiel ankündigte. Insgesamt sind 145 Veranstaltungen geplant. Die Eröffnung ist am 15. Juli.
Die geplante Föderalismusreform ist ein Kuhhandel.
Diese Kritik vertritt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann und verweist insbesondere auf die Verlagerung der Zuständigkeiten im Kulturbereich vom Bund auf die Länder. Dadurch werde die Bildung massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die Förderung innovativer Projekte wäre kaum noch möglich. Fazit des Kulturrates: Bundestag und Länderparlamente sollten die Umsetzung der Reform verhindern. Auch Bildungs-, Lehrer- und Elternverbände kritisierten die gestern erzielte Vereinbarung.
In diesem Winter gab es einen Vorgeschmack: Es wird nasser.
Pro Winter rechnen Forscher von 2020 oder 2030 an mit zusätzlich zehn nassen Tagen. Im Sommer wechseln dann Hitzeperioden mit starken Gewittern. Dieses Szenario haben Metereologen beim ersten Extremwetter-Kongress in Hamburg vorgestellt. Ihre Prognose stützen sie auf neue Berechnungsverfahren.
Deutsche Kinos dürfen kein Ort für Progaganda sein.
Dieser Meinung ist die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch. Sie appelliert an die Kinobetreiber, den türkischen Film "Tal der Wölfe" umgehend aus dem Programm zu nehmen. Wer diesen Streifen zeige, unterstütze den Hass auf jüdische Menschen und die Attacken auf Werte der westlichen Zivilisation. Die Darstellung amerikanischer Soldaten als Killermaschinen sei unverantwortlich, betonte Frau Knobloch. Laut Medienberichten applaudierten Türken bei einer Szene, in der ein Amerikaner mit einem Krummdolch ermordet wird.
Der französische Mischkonzern Lagardère bezeichnet sich selbst als drittgrößten Verleger der Welt.
Jetzt hat sich das Unternehmen in Paris nach eigenen Angaben 20 Prozent an dem neu formierten französischen Pay-TV-Sender Canal Plus France gesichert. Der Preis: 525 Millionen Euro; außerdem muss Lagardère seine Beteiligung an dem Sender Canal-Sat aufgeben. In drei Jahren kann der Konzern, der sein Geld überwiegend mit Rüstungsgeschäften verdient, seinen Anteil an Canal Plus France aufstocken.
Die Globalisierung hat viele Gesichter.
Eines davon zeigt sich im Hass, der weltweit organisiert und verbreitet werden kann, meint der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber. Er ist Moderator des Weltkirchenrates, der in Porto Alegre tagt. Dort haben mehrere Delegierte einen Gebetsaufruf verfaßt, in dem massive Kapitalismuskritik geübt wurde. Gegen den Protest von deutschen Teilnehmern hatten Kirchen aus dem Süden zu einer Totalkritik der Globalisierung aufgerufen und vor allem die US-Wirtschaftspolitik an den Pranger gestellt.
Das stinkt nach einer Verschwörung und verstößt gegen die Verfassung.
Dieser Meinung ist Li Datong, der ehemalige Chefredakteur der chinesischen Zeitungsbeilage "Gefrierpunkt". Er reagierte damit auf das Verbot seines kritischen Blattes und wetterte gegen die kommunistische Parteiführung. Keine Macht könne den Wunsch und die Sehnsucht der Chinesen nach Freiheit abtöten, schrieb er auf einer chinesischen Webseite. In China war die allerdings durch die Zensur gesperrt.
Der Witz ging nach hinten los.
Wegen einer Karikatur wird die städtische Zeitung "Gorodskije Westi" aus Wolgograd verboten. Die Zeichungen zeigt die versammelten Religionsstifter Jesus, Mohammed und Buddha. Das Triumvirat sieht im Fernsehen eine Prügelei und mahnt: "Das haben wir euch aber nicht gelehrt." Darin sahen Vertreter eines regionalen Ablegers der Kremlpartei "Geeintes Rußland" eine Verunglimpfung und drängten auf ein Verbot. In Russland leben etwa 20 Millionen Muslime, ein Siebtel der Bevölkerung.
Die Jungs aus Magdeburg hatten noch gar angefangen zu spielen, da waren die Mädels schon hysterisch zusammengebrochen.
Etwa 240 Fans mussten gestern Abend in Trier bei einem Konzert der Boygroup "Tokio Hotel" von Sanitätern versorgt werden, einige sogar im Krankenhaus. Die meisten Mädchen hatten sich mit Tanzen und Schreien so in Wallung gebracht, bis sie kollabierten. Ein nicht unbekanntes Phänomen: Schon Elvis Presley, die Bay-City-Rollers und Take That versetzten die Fans in Entzückung.
James Bond wird von einer dunkelhaarigen Französin verführt.
Mit der Wahl der Schauspielerin Eva Green ist die lange Suche nach einem Bond-Girl für 'Casino Royale' zu Ende gegangen. Die schöne 25-jährige sei dem Spion ebenbürtig und für die Geschichte sehr wichtig, teilte das Columbia-Picture-Studio in Los Angeles mit. Den Part des neuen Bösewichts und Bond-Gegenspielers übernimmt übrigens der Däne Mads Mikkelsen.
Auf Theaterbühnen britischer Oberschulen könnte es bald keuscher zugehen als einst am Hof von Queen Victoria.
Neue Richtlinien zum Schutz der Schüler vor Missbrauch sehen nämlich vor, dass ein Kuss auf die Wange das Höchste der Gefühle sein wird, wie die Zeitung "The Times" berichtet. Auch Kraftausdrücke sollen dann tabu sein. Die neue Verordnung stößt jedoch auf wenig Gegenliebe. Mit Unverständnis reagiert der britische Lehrerverband: 'Romeo und Julia' ohne Kussszenen - unvorstellbar.
"Wir haben einen kranken Patienten mit vielen Gebrechen."
So faßt der römische Chef-Archäologe Angelo Bottini seine teure Diagnose über den Kaiserpalast auf dem Palatin zusammen. Um die Reste der weitläufigen Residenz auf einem der sieben Hügel Roms zu sichern, sind auf zehn Jahre verteilt rund 130 Millionen Euro fällig. Im November war bereits ein großes Mauerstück auf einen Weg gefallen, auf dem tagsüber Besucher kommen und gehen. Die Mauer hatte bis dahin als stabil gegolten.
Archäologen haben im Norden Kanadas einen etwa 1.400 Jahre alten Mokkassin gefunden.
Der Schuh ist ein wertvoller Fund, so die Forscher, weil er lange vor den ersten Handelsbeziehungen zu Europa entstanden sein muss. Trotz der Konservierung im Eis scheint der Mokkassin allerdings in keinem guten Zustand mehr zu sein: Seine Entdecker hielten ihn zunächst für die Reste einer Tasche.
Wenn's mit der Wiederwahl nichts wird, kann er ja vielleicht als Schlagersänger Karriere machen.
Silvio Berlusconi gab schon mal 'ne Kostprobe in einer Fernsehsendung, moderiert von der ehemaligen Miss-Italia Tania Zamparo. Dort schmachtete der Noch-Regierungschef die Gastgeberin mit dem selbstkomponierten Liebeslied 'Was für schöne Augen' an. Auch über einschlägige Erfahrung verfügt er bereits: Der 69-Jährige verdingte sich in jungen Jahren als Sänger und Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen.
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Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons 10.02.2012
Sendezeit: 10.02.2012, 23:53
Stuttgarter Staatsgalerie: Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Sendezeit: 10.02.2012, 23:46
Stuttgart: UA "Das Fräulein von S." Ballett nach Novelle E.T.A. Hoffmanns
Sendezeit: 10.02.2012, 23:39
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